15 Fragen an...

Jeanette Hammer - Bildungs- und Berufsberaterin im Weinviertel

Welche Personen stehen hinter der Bildungsberatung? In unserer Serie "15 Fragen an ..." stellen wir euch zweimal im Monat Bildungsberater*innen aus ganz Österreich vor. Heute stellen wir euch Jeanette Hammer, Bildungs- und Berufsberaterin im Weinviertel, vor. Sie verrät uns unter anderem, wie viel Schilling man in den Siebzigern für einen selbstgepflückten Maiglöckchenstrauß verlangen konnte.

von Georg Hinterecker | | Einblicke

Zur Person

Name: Jeanette Hammer
Beruf: Bildungs- und Berufsberaterin
Arbeitgeber: Verband Niederösterreichischer Volkshochschulen
Arbeitsort: Weinviertel in Niederösterreich
Wohnort: Krems an der Donau
Familienstand: ledig, keine Kinder

Im Netzwerk ist Jeanette für Qualitäts- und Wissensmanagement zuständig. Sie geht selten verloren („Wenn ich mal wo war, dann finde ich dort auch wieder hin“ - Superkraft geographische Orientierung), braucht Veränderung und regelmäßige Rituale und sie liebt es Menschen zu vernetzen, Konzepte zu entwickeln und Informationen zu recherchieren. Die Liste an Ausbildungen die sie absolviert hat und Berufen die sie ausgeübt hat, ist genau so lang wie vielfältig. Sie hat um nur ein paar Stationen zu nennen, Kultur- und Sozialanthropologie studiert war im Einzelhandel beschäftigt oder hat eine Ausbildung in Weinbegleitung sowie in Natur- und Landschaftsführung gemacht. Ihr Motto: Don’t panic! - Alles wird gut!

1. Wie bist Du zur Bildungsberatung gekommen?

Ich war zu dieser Zeit (2012) arbeitssuchend und habe in meinem Leben und besonders beruflich sehr viel in Frage gestellt - ich hatte keine Ahnung wo ich mit meinen vielen Interessen, Kompetenzen und Berufserfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen hin wollte – wer braucht jemand, der von „überall a bissl kann“, nirgends wirklich perfekt/Spezialistin aber sehr neugierig auf Neues ist? Im Rahmen einer dreimonatigen Kursmaßnahme vom AMS NÖ kam eine Bildungsberaterin in den Kurs, stellte uns das Projekt vor und bot Terminvereinbarungen für Einzelberatungen an. Ich nahm das Angebot an und im Laufe des Gespräches stellte ich fest, dass der Beruf einer Bildungs- und Berufsberaterin eigentlich ideal für mich wäre. Tja, und dann habe ich mich einfach für die Ausbildung im Wifi Wien angemeldet – also eigentlich von der planlosen Kundin zur Beraterin.

2. Als Kind wäre ich gerne... geworden:

Wolken- und Vulkanforscherin. Mich hat das Wetter und so Sachen wie Plattentektonik immer schon fasziniert und wenn ich vielleicht einen besseren Zugang zur Mathematik gefunden hätte, dann wäre ich heute irgendwo in der Welt unterwegs und würde zu diesem Thema forschen. Vielleicht liegt hier auch der Grundstock für mein Interesse an Veränderung.

3. Was ist aus Deiner Sicht die größte Herausforderung der heutigen Zeit?

Der Umgang mit Veränderung! Wir haben uns glaube ich sehr lange eingeredet, dass die Veränderungen da „draußen“, die in den unterschiedlichsten Bereichen (Klima, Gesellschaft, Politik, …) passieren, uns nix angehen, uns nicht betrifft. Aber Veränderung hat mit jedem Einzelnen von uns zu tun, passiert täglich und alles unterliegt ihr. Darum ist es gut zu lernen, wie man mit dieser Herausforderung gut umgehen kann. Dafür ist es meiner Meinung nach notwendig sich selbst gut zu kennen, sich seiner selbst sicher sein – Wer bin ich? Wo will ich hin? Warum mache ich das Eine und das Andere nicht? … Ich glaube, wenn ich diese Fragen beantworten kann, dann schaffe ich in mir drinnen eine Stabilität und kann so besser mit Veränderungen die passieren umgehen – und natürlich sind auch diese Antworten nicht in Stein gemeißelt, weil ja auch das persönliche Setting einer Veränderung unterliegt - durch die „großen“ und „kleinen“ Zäsuren in unserem Leben wie Partner*innenschaft, Geburt, Tod, Freund*innen, Ortswechsel, Berufswechsel, Krankheit,...

4. Was war der größte Erfolg Deines Lebens?

Ich habe jetzt nicht das Gefühl, so den EINEN großen Erfolg in meinem Leben gehabt zu haben. Aber es gibt einige Sachen, auf die ich stolz bin.

Zum Beispiel, dass ich mir meine Neugier und die Lust auf Neues und Veränderung behalten habe. Dass ich ein Grundvertrauen ins Leben habe, dass letztendlich alles Gut ist. Oder auch mein Auftritt mit dem Chor vor 600 Menschen, das war schon eine große Sache.

5. Was war Dein größtes AHA-Erlebnis in der Bildungsberatung?

Auch wenn es bei der Auftragsklärung am Anfang des Gespräches so ausschaut, dass es keine Lösung oder Perspektive gibt und sich im Laufe des Gesprächs doch noch Licht am Horizont zeigt.

6. Ich glaube...

...an den Wandel und die Veränderung,
...an die Reinkarnation – nix im Universum löst sich meiner Meinung nach einfach so ins Nichts auf, sondern wird in etwas anderes umgewandelt – und ich finde es total spannend, vielleicht als Pilz wiedergeboren zu werden (die sind meiner Meinung nach die eigentlichen Checker hier auf unseren Planeten und ohne sie würde es wahrscheinlich ziemlich traurig um die Menschen und die Natur bestellt sein),
...daran, dass wir nicht die einzige intelligente Spezies im Universum sind.

7. Was ist Dein Sport der Wahl?

Schwimmen und Rad fahren – beides ausbaufähig in meinem Leben.

8. Mit wem hättest Du gerne ein Selfie?

Also mit einem Selfie allein würde ich mich nicht zufriedengeben, da muss mindestens ein gemeinsamer Kaffeeplausch oder ein gemeinsames Essen dabei sein – und ja, dann hätte ich gerne eines mit Peter Jackson, dem Regisseur von Herr der Ringe und Der Hobbit.

9. Bist Du eher ein Hunde- oder Katzenmensch?

Ich mag beide – trotz Tierhaarallergie – aber ich tendiere eher zu Katzen. Sie beschäftigen sich auch gern mit sich selber, haben ihren eigenen Kopf und sind super gut im Trösten. Und man braucht sich keine Gedanken über „Erziehung“ zu machen – nutzt sowieso nix.

10. Was ist für dich so richtig entspannend?

Am Wasser (Fluss, See, Meer – vollkommen egal) sitzen, atmen und einfach schauen, in einer guten Geschichte (Film, Buch, Erzählung, …) versinken, im Chor singen, Musik hören, philosophieren mit Freund*innen, Spieleabende mit der Familie oder Freund*innen.

11. Womit hast du dein erstes Geld verdient?

Mit dem Verkauf von selbstgepflückten Maiglöckensträußen an der Bundesstraße – ich war damals glaube ich 8 oder 9 Jahre und wir Kinder im Dorf haben Maiglöckchen in der Au gesammelt, zu kleinen Sträußen gebunden und uns dann am Nachmittag nach der Schule und am Wochenende entlang der Straße positioniert. Wenn Autos gekommen sind, dann haben wir mit unseren Sträußchen gewunken um auf unser Angebot aufmerksam zu machen. Ich glaube, wir haben damals zwischen 10 und 15 Schilling pro Strauß verlangt – war ein schönes Zubrot zum Taschengeld. Heute ist das sicher verboten.

12. Wenn du als Bonus die Wahl hast zwischen einem lebenslangen Massage-Abo oder einem neuen Auto, was wurdest du wählen?

Das neue Auto – für mich hat Mobilität einen hohen Stellenwert, sowohl beruflich als auch privat und ich habe (vor allem auch in der Corona-Zeit) festgestellt, dass das unterwegs und das (spontan) mobil sein für mein „Seelenleben“ total wichtig ist.

13. Was bringt dich zur Weißglut?

Wenn wer glaubt, dass er/sie die absolute Wahrheit gepachtet hat und jede Debatte bzw. Diskussion über dieses Thema als Angriff auf die persönliche Meinungsfreiheit gewertet wird. Und wenn Menschen nicht aufmerksam ihr jeweiliges Fahrzeug lenken – da bin ich oft froh, dass außer mir keiner im Auto sitz und meine Schimpftirade mithören muss.

14. Worüber kannst du herzhaft lachen?

Über mich selbst, über Situationskomik, über lustige Filme.

15. Hast du ein Motto, nach dem du lebst/arbeitest? Wie lautet es?

Das Leben ist Veränderung und in jeder Veränderung liegt eine Chance!
Sharing ist Caring!
Thinking out of the Box!
Don’t panic! - Alles wird gut!

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von Georg Hinterecker
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Über den Autor

Georg Hinterecker

Menschen und ihre Geschichten kennen zu lernen, das ist es, was Georg Hinterecker in seiner Arbeit und auch privat viel Freude bereitet. Doch er hört nicht nur gerne zu, mit ebenso viel Leidenschaft diskutiert er über Gott und die Welt und vertieft sein Wissen im Soziologie- und Philosophiestudium. Sein Motto: Die Neugier macht das Leben schön.

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