15 Fragen an...

Bildungsberaterin Cornelia Passer, Tirol

Diese Woche stellen wir euch Cornelia Passer vor. Sie ist Bildungsberaterin in Tirol. Cornelia wusste schon mit zwölf Jahren, dass sie Psychologin werden wollte. Sie bezeichnet sich selbst als kommunikative Stubenhockerin und mag Hunde lieber als Katzen - und trotzdem hat sie vor allem mit Katzen zu tun.

von Marlene Dietrich-Gsenger | | Einblicke

Name:     Mag.a Cornelia Passer
Beruf:     Bildungs- und Berufsberaterin
Besonderheit:     Ich bin sehr aufmerksam und genau, recherchiere gern, liebe es, menschliches Verhalten zu analysieren und veranschauliche gerne Dinge in Wort und Bild. Als (immerhin kommunikative) Stubenhockerin und Leseratte passe ich nicht ganz ins Bild des Tiroler Outdoormenschen.
 

1. Wie bist Du zur Bildungsberatung gekommen?

Während meines Studiums kam eines Tages mein Sozialpsychologie-Professor in den übervollen Hörsaal und wollte ein möglichst kritisches Feedback zu seiner Vorlesung. Als auf die vierte oder fünfte Aufforderung immer noch keine*r der Hörer*innen sich äußerte, begann er uns als Feiglinge ohne Zivilcourage zu beschimpfen. Daraufhin meldete ich mich und sagte einige kritische Worte über seine Vorlesung, was einen ziemlichen Tumult auslöste. Am nächsten Tag kam der Professor auf mich zu und bot mir eine Stelle als Tutorin der Arbeitspsychologie an. Der Arbeitspsychologie-Professor, bei dem ich dann einige Jahre Tutorin war, wurde irgendwann von einer neu eröffnenden Institution, die sich mit der Arbeitswelt beschäftigen wollte, angeschrieben, ob er Student/innen kenne, die dort als Hilfskräfte arbeiten wollten. Er motivierte mich, mich dort zu bewerben. Und so wurde ich Mädchen für alles (vom Empfang über die Gartenpflege bis zur Führerin durch die Arbeitswelt-Ausstellung) im Zukunftszentrum. Als dann später dort die Kompetenzenbilanz installiert wurde, bewarb ich mich als Coach und wurde genommen und später gefragt, ob ich Berufsberaterin im neu übernommenen Projekt werden wolle. Nebenbei machte ich Praktika, über die sich weitere Jobs in Bewerbungstraining und Berufsberatung ergaben. In den ersten Jahren hatte ich immer mehrere Jobs und Praktika gleichzeitig.

„Was für mich funktioniert hat: Jede Gelegenheit, die mich angesprochen hat, ergreifen und den Job so engagiert wie möglich machen, egal ob er angesehen war oder nicht. Man kann jeden Job mit Herzblut machen, wenn er einem halbwegs entspricht. Die größte Anerkennung in meinem ganzen Berufsleben bekam ich in einem Praktikum, weil ich beschloss, die unappetitlichen Testgeräte zu reinigen.”

2. Als Kind wäre ich gerne… geworden:

An kindliche Berufswünsche kann ich mich nicht wirklich erinnern. Wir spielten oft „Krankenschwester“ oder „Büro“ und da ich gut zeichnen konnte, dachte ich, das wird vielleicht mal mein Beruf. Aber letztendlich wusste ich, seit ich 12 Jahre alt war, dass ich Psychologin werden wollte.

3. Was ist aus Deiner Sicht die größte Herausforderung der heutigen Zeit?

Als Menschen (wieder?) zu lernen, vernünftig und demütig mit den Ressourcen umzugehen, die uns zur Verfügung stehen. Und alle anderen Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen, …) und deren Bedürfnisse sorgsam zu behandeln und zu ehren.

4. Was war der größte Erfolg Deines Lebens?

Ich bin doch am meisten an meinen inneren Prozessen (und denen anderer Menschen, wenn diese meine Assistenz in dem Zusammenhang suchen) interessiert. Dabei finde ich es immer sehr beglückend, wenn ich eine für mich bedeutsame Entdeckung mache und die „Puzzleteile an ihren Platz fallen“. Besonders deutlich ist das natürlich wahrnehmbar, wenn sich aus einer dunklen Phase etwas Wertvolles manifestiert. So gibt es schon Phasen meines Lebens, auf die ich zurückblicke und weiß, dass sich da etwas in mir verändert hat, das mich hoffentlich mehr zu der Person macht, die Glück darin findet, das, was sie ist, authentisch und kraftvoll zu leben.

5. Was war Dein größtes AHA-Erlebnis in der Bildungsberatung?

Wenn die Fragetechniken aus der Lösungsfokussierten Therapie Wirkung zeigen, ist das wirklich … magisch. Wenn ein Mensch in einer depressiven Stimmung in die Beratung kommt und durch das Erarbeiten der Dinge, die ihm Freude machen, ein Lächeln und ein bisschen Schwung zurückgewinnt.
Auch den Unterschied, jemanden in seinem/ihrem Prozess assistierend zu begleiten, anstatt etwas vorzugeben oder eigene Ideen in den Vordergrund zu stellen, nicht nur theoretisch zu kennen, sondern praktisch zu leben, ist ein Highlight. Aber auch ein permanenter Versuchs- und Irrtumsprozess. Da kann ich mich an eine Klientin erinnern, die die Kompetenzkarten, die sie ausgewählt hatte, nach einer Logik sortiert hat, die mir gänzlich unzugänglich war. Aber für sie hat alles einen perfekten Sinn ergeben.

6. Ich glaube an…

Sollte ich jetzt als Bildungsberaterin sagen „die Fähigkeit des Menschen, zu seinen Ressourcen zu finden und diese zu nutzen“?
Ich bin weder ein gläubiger Mensch in einem spirituellen Sinn, noch glaube ich an solche Dinge wie das Gute im Menschen oder den Sinn des Lebens. Aber ich glaube daran, dass es außerhalb unserer Wahrnehmungswelt sehr vieles gibt, was wir uns nicht mal ansatzweise vorstellen können. Und deshalb wäre ein bisschen Demut angebracht. 
Und ansonsten fällt mir angesichts der aktuellen Corona-Krise auf, dass es offenbar so einiges gibt, an das ich zwar nicht bewusst glaube, das ich aber implizit für selbstverständlich und unverbrüchlich gehalten habe und das jetzt in Frage steht. Und sei es in meiner privilegierten Position nur die bürgerliche Freiheit, jederzeit überall hingehen zu können.

7. Was ist Dein Sport der Wahl?

Da halte ich es ganz mit Winston Churchill.*

8. Mit wem hättest Du gerne ein Selfie?

Ich bewundere lieber aus der Ferne.

9. Bist Du eher ein Hunde- oder Katzenmensch?

Eindeutig Hundemensch. Mir gefällt die Anhänglichkeit. Ein Hund kann ein echter Kumpel sein.     Trotzdem habe ich vor allem mit Katzen zu tun, die ich für Freund/innen hüte.

10. Was ist für Dich so richtig entspannend?

Außer einer schönen Geschichte finde ich auch so „schlampige“ Wochenenden, an denen man sich ganz selbstvergessen mit diesem und jenem beschäftigt, sehr entspannend.

11. Womit hast Du Dein erstes Geld verdient?

Im Sekretariat in der Firma meiner Eltern. Und auch wenn das für andere immer sehr bequem und verwöhnt klingt: dort habe ich wirklich arbeiten gelernt, was mir später oft gutes Feedback eingebracht hat. Auch wenn ich heute eher dafür plädieren würde, Jugendlichen das Rüstzeug mitzugeben, um sich in der Welt zu erproben.

12. Wenn Du als Bonus die Wahl hast zwischen einem lebenslangen Massage-Abo oder einem neuen Auto, was würdest Du wählen?

Bekomme ich das für die Beantwortung dieser Fragen? Schwierige Entscheidung! 

13. Was bringt Dich zur Weißglut?

Selbstmitleid und Selbstgerechtigkeit in Verbindung mit der Unfähigkeit, die Wirkung des eigenen Verhaltens auf andere oder die Folgen des eigenen Verhaltens kritisch zu beleuchten.

14. Worüber kannst Du herzhaft lachen?

Stand Up Comedy, Situationskomik, Selbstironie, lustig formulierte Alltagseinsichten, die kabarettistische Beschreibung haarsträubender Situationen die jede/r erlebt, …

15. Hast Du ein Motto, nach dem Du lebst/arbeitest? Wie lautet es?

Im Laufe der wachsenden Erfahrung sind viele Mottos zusammengekommen. Aber ich habe dafür keine wohlformulierten Sinnsprüche.
Ein Motto ist sicher, dass kleine, machbare Schritte motivierender sind als ferne, hehre Ziele. Überhaupt bin ich eher ein Fan davon, eine Richtung zu finden, als sich klassische Ziele zu setzen. Aber da ist jeder Mensch anders. Offen bleiben für Bedürfnisse jenseits der für mich vorstellbaren.
Die wichtigste Haltung für mich als Mensch und als Beraterin ist sicher die der Neugier. So eine richtige kindliche Neugier, die sich traut, nachzufragen. Staunen und lernen. 
Wichtig ist auch, dass immer der Körper weiß, was für einen passend ist, nicht der Kopf.
Und die Leistungsansprüche runterschrauben.
Ein Zitat von Albert Schweitzer, das ich kürzlich gelesen habe, kann ich voll und ganz unterschreiben: „Erfolg ist nicht der Schlüssel zum Glück. Glück ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn du liebst, was du tust, wirst du erfolgreich sein“.

Infos zur Person

Nach der Gymnasialmatura und einem leidvollen Umweg konnte ich mich zu meinem Wunschstudium der Psychologie durchkämpfen. Heute bin ich Klinische und Gesundheitspsychologin, habe das Psychotherapeutische Propädeutikum und die eine oder andere Coaching- und Beratungsausbildung absolviert. Verschiedene Stationen als Bewerbungstrainerin, Kompetenzenbilanzcoach oder in der Eignungs- und Neigungstestung haben mich an meinen heutigen Platz in der bildungsinfo der amg-tirol, die zur Initiative Bildungsberatung Österreich gehört, geführt. Mein ganz besonderes Steckenpferd ist die Lösungsfokussierte Beratung nach Steve de Shazer.

*Anmerkung der Redaktion: "First of all, no sports", soll Winston Churchill auf die Frage geantwortet haben, wie er ein so hohes Alter erreicht habe. Es gibt keinen Beleg dafür, dass dieses Zitat wirklich von Churchill stammt.

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Bildungsberatung-Online - die Plattform

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www.bildungsberatung-online.at  

Die Bildungsberatung-Online ist ein schriftlicher Dialog zwischen Dir und einer Beraterin oder einem Berater auf einer speziell gesicherten Plattform. Die Bildungsberatungen aller Bundesländer haben diesen Link auf Ihren Plattformen, meist unter “online” zu finden. 

Die Bildungsberatung-Online ist österreichweit und vom Bundesland unabhängig.

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Bildungsberatung in Österreich

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Kärnten
Auf der Website der Bildungsberatung Kärnten gibt es nicht nur alle Informationen zum Kärntner Beratungsangebot, direkt auf der Startseite findest du auch Video-Einblicke in die Kompetenzberatung: bildungsberatung-kaernten.at

Steiermark
Für die Steirer und Steirerinnen gibt es hier alle Beratungstermine nach Bezirken sortiert auf einen Blick: bildungsberatung-stmk.at

Burgenland
Unter bildungsberatung-burgenland.at/terminvereinbarung kannst du problemlos einen Termin vereinbaren, dich im Chat oder über Video beraten lassen.

Niederösterreich
Deine Bildungsberatung – auch auf Russisch, Ukrainisch, Polnisch, Englisch, Arabisch … - findest du auf der Website: www.bildungsberatung-noe.at

Wien
Die Bildungsberatung in Wien bietet kostenfreie Information und Beratung zu Bildung und Beruf. Beratung gibt‘s per Telefon und online via Mail, Chat und Video. Das Beratungstelefon ist unter gratis-Tel.: 0800 20 79 59 von Mo-Fr zwischen 9-13 Uhr erreichbar. Auf der Website bildungsberatung-wien.at kannst du ganz einfach Beratungstermine buchen.

Oberösterreich
Telefonisch für Fragen rund um deine Aus- und Weiterbildungen, Förderungen, … erreichbar unter 050/6906-1601, von Montag bis Donnerstag 7:30 bis 16:00 Uhr und am Freitag von 7:30 bis 13:30 Uhr. Wenn du einen Termin für eine Video-Bildungsberatung vereinbaren willst, melde dich unter bildungsinfo@akooe.at. Neben der online-Bildungsberatung findest du das bunte Beratungsangebot in OÖ auch auf www.bildungsberatung-ooe.at.

Salzburg
In Salzburg genügt ein Anruf bei der BILDUNGSLINE unter 0800 208 400! Du bekommst telefonische Informationen, wie beispielsweise über den Salzburger Bildungsscheck und Termine für persönliche Beratungen. Das Team der BILDUNGSLINE ist MO – FR von 08.00 – 12.00 oder unter frage@bildungsberatung-salzburg.at kostenfrei für dich zur Stelle. Mehr Infos findest du hier: www.bildungsberatung-salzburg.at

Tirol
Ein Klick auf die Website www.bildungsberatung-tirol.at und du kannst dir deine Beratungsmöglichkeiten auf deine Frage und deinen Bezirk genau zugeschnitten anzeigen lassen. Weitere Informationen rund um Bildung und Beruf bekommst du von der Bildungsinfo Tirol!

Vorarlberg
Alles, was dein Bildungsherz begehrt, findest du auf den ersten Blick unter www.bildungsberatung-vorarlberg.at Einfach und übersichtlich kommst du so zu deiner Bildungsberatung. 

Für alle Bundesländer gibt es aber auch noch die online Bildungsberatung: www.bildungsberatung-online.at.

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Bildungsberatung Tirol - online

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https://www.bildungsberatung-tirol.at/  

Online-Video Beratung 
Ein Termin für eine Video-Beratung kann über unsere Homepage gebucht werden.  

Telefonische Beratung 
Terminvereinbarungen und Kontakt: 0512 / 56 27 91 – 40  
oder 0800 500 820 

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Studienberechtigungsprüfung - SBP

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Mit der SBP hat man den Zugang zu einem bestimmten Studium (bzw. einer Studienrichtungsgruppe) in Österreich, wofür keine Matura notwendig ist. Dazu sind meist 5 Prüfungen erforderlich, die je nach Studienrichtungsgruppe unterschiedlich sind – einzig Deutsch ist immer verpflichtend.

Voraussetzungen:

  • Mindestalter 20 Jahre
  • Zulassung zu einer Studienrichtungsgruppen (nach Antrag)
  • Ausbildungsabschluss oder zumindest eine über die Pflichtschule hinausgehende praktische oder theoretische Bildung für den angestrebten Studienbereich (in manchen Fällen können hier individuelle, ergänzende Prüfungen abgelegt werden)

Gut zu wissen...

  • Die SBP ersetzt keine Aufnahmeprüfung zu einem Studium – es ist lediglich der Zugang gegeben wie mit einer Matura.
  • Der Antrag auf Zulassung zur SBP muss an einer Hochschule (Universität, Fachhochschule, Pädagogische Hochschule) oder einem Kolleg gestellt werden.
  • Es gibt Vorbereitungskurse zu den einzelnen Prüfungsfächern an Erwachsenenbildungseinrichtungen (BFI, VHS, WIFI,…) – die Prüfungen finden dann teilweise auch an der Hochschule statt.
  • Sollte nach der SBP ein Studium begonnen werden und dann ein Studienwechsel gewollt sein, müssen gegebenenfalls einzelne Prüfungen nachgemacht werden (neuer Antrag zur SBP).
  • Mit dem ersten Studienabschluss (meist Bachelor) ist dann ein Hochschulzugang zu allen Studienrichtungen möglich.
  • Universitäten und Fachhochschulen legen die Anforderungen selbst fest.

Hilfreiche Links:

Du willst noch mehr Infos?

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Kostenfreie Informationen & Beratung:

Schlagwörter: Bildungsberatung, Bildungsberatung - online, Bildungsweg, Fortbildung, Weiterbildung
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Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

von Marlene Dietrich-Gsenger
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Über die Autorin

Marlene Dietrich-Gsenger

Marlene Dietrich-Gsenger studierte Kommunikationswissenschaft mit Schwerpunkt Gender Studies. Sie ist begeisterte Storytellerin und brennt für Themen wie digitale Bildung, Chancengleichheit und Medienkompetenz.

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