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"Weil´s ned wurscht is" - Wie ein junger Mann seine Zukunftspläne neu gestaltet

Das Gehalt war wichtig, am Wochenende feiern und sich nicht fragen, was man später will. Das war Manuel Schicker, bevor er die Kurve gekriegt hat.

von Veronika Ellecosta | | Einblicke

Manuel muss weit ausholen, um seine Geschichte zu erzählen.

„Die Mama hat gesagt, ich soll nach der Volksschule in die Hauptschule gehen. Aber ich bin dann aufs Gymnasium, weil mein bester Freund dort war.”

Am Gymnasium beginnen die Probleme: In der vierten Klasse werden seine Leistungen zunehmend schlechter, er muss wiederholen, verliert das Interesse. Bis seine Mutter sich schließlich doch durchsetzen kann und einen Schlussstrich zieht. Er landet in der Hauptschule und mit dem Schulwechsel gehen auch die Leistungen wieder aufwärts. Als er schließlich mit 15 die Hauptschule abschließt, bleibt er aber weiterhin planlos.

"Weil's eh wurscht is ..."

Arbeiten gehen will er nicht. Schule gehen aber auch nicht wirklich. Nach dem ersten Semester ist das Zeugnis schlecht, was ihn dazu bringt, doch in die Arbeitswelt einzusteigen. So fängt er eine Lehre als Werkzeugmechaniker an, das erste Berufsschuljahr holpert vor sich hin, nur mit Widerwillen kann er sich über die Bücher knien. Das Selbe Urteil geht aus seinem Notennachweis hervor.

Ein paar Schelte vom Chef später geht ihm aber der Knopf auf: Das zweite Lehrjahr schließt Manuel erfolgreich ab. Endlich hat er das Gefühl, hinter dem stehen zu wollen, was er macht. Die Arbeit als Werkzeugmechaniker macht ihn trotzdem nicht glücklich, auf eigenen Wunsch wechselt er sehr bald in die Schlosserei.

Zusätzlich, sagt er, habe er sich im letzten Lehrjahr seine erste eigene Wohnung eingerichtet und ein Auto gekauft. Da bleibt wenig Geld für Zusätzliches und nach dem Gesellen wird ihm klar: Die Aufstiegsmöglichkeiten sind gering. Ein Jahr nach dem Lehrabschluss rückt der Moment näher, an welchem er sich wieder entscheiden muss, was er will.

Und Manuel will weitermachen, sich weiterbilden.

Mut zur Weiterbildung

Also meldet er sich in der Werkmeisterschule am BFI an und der Wille zu lernen wächst. Anders als in der Schule, wo das Ende des Unterrichts große Freiheit bedeutete, findet er nun Spaß an der Bildung.

Dass die Freude am Lernen auch seine Noten beeinflusst, zeigt sich schnell: Die ersten beiden Semester schließt er mit Auszeichnung ab. Alles scheint gut zu laufen für den jungen Mann.Bis die Schlosserei ihm kündigt und ihn vor eine weitere Weggabelung setzt: Meisterschule abschließen oder neuen Job suchen? Und woher das Geld?

Eine notwendige Veränderung ...

Manuel hat Glück: Ein Projekt der regionalen Arbeitsstiftung ermöglicht gekündigten Mitarbeiter_innen 80 Prozent ihres ehemaligen Gehalts in Bildung zu investieren. Hier setzt er nun an: Er meldet sich an um die Matura nachzuholen und gleichzeitig das letzte Jahr in der Werkmeisterschule anzutreten.

Eine sehr lernintensive Zeit kommt auf ihn zu, seine Tage verbringt er in Unterrichtssälen, die Abende in der Werkmeisterschule.

Rückblickend, sagt er, war die Kündigung eine notwendige Wende.

Ohne sie hätte er seine Matura nie nachgeholt, die er diesen Sommer abschließt. Und vielleicht auch nicht die Werkmeisterschule durchgezogen, die er, ebenfalls diesen Sommer, mit guten Erfolgen beendet.

Dann würde er jetzt vielleicht nicht studieren. Und nicht von einer Zukunft in der Automobilindustrie träumen. 

Gewusst wie...

Ausbildung zum/zur Werkmeister_in

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Die Werkmeisterschule für Berufstätige ist eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht! 

Form: Alle Fachrichtungen werden in einer Mischform aus klassischem Präsenzunterricht und Selbstlernphasen mit freier Zeiteinteilung angeboten.

Dauer: 2 Jahre

  • Der Unterricht findet einmal pro Woche statt – freitags von 17 bis 22 Uhr.

Zwischen den wöchentlichen Unterrichtsterminen erarbeiten die Teilnehmer selbstständig die Lerninhalte. Unterstützung dabei bietet die Online-Lernplattform der Schule.

Voraussetzung: Lehrabschluss / Fachschulabschluss

Abschluss: Werkmeister_in - Qualifizierter Werkmeister mit der zweithöchsten EU-Anerkennung 

Wichtig:

  • Der erfolgreiche Abschluss der Werkmeisterschule ersetzt den Fachbereich der Berufsreifeprüfung.
  • Der Werkmeisterschulabschluss berechtigt zum Besuch einer entsprechenden HTL für Berufstätige (Aufnahme in das 2. Jahr der entsprechenden 4-jährigen HTL für Berufstätige).

Tipp: Den Abschluss als Werkmeister anzustreben, ist heuer besonders attraktiv: Der Höchstbetrag beim Bildungsscheck des Landes Salzburg wurde auf EUR 2.000.- verdoppelt!

Weiterführende Links:

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Förderungen

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Für kostenpflichtige Weiterbildungen können je nach Bundesland und individuellen Voraussetzungen unterschiedliche Förderungen in Anspruch genommen werden.

Hilfreiche Links (Bundesländer):

Hilfreiche Links (Österreichweit):

Für das Bundesland Salzburg erarbeitet unser Bildungsline-Team jährlich ein Infosheet für Förderungen. Dort findet ihr von der AK Bildungsförderung bis zu Sozialstipendien der ÖH Salzburg alles, was euch an Unterstützungen geboten werden kann!

Gewusst wie...

Selbsterhalterstipendium

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Voraussetzungen:

  • Nachweisliche Arbeitszeit: vier Jahre (48 Monate) vor dem ersten Beihilfenbezug 
  • Einkünfte jährlich zumindest € 8.580,- (Brutto minus Sozialversicherung)
  • Zeiten des Präsenz-, Ausbildungs- oder Zivildienst bzw. Dienste nach dem Freiwilligengesetz gelten jedenfalls als Zeiten des Selbsterhaltes.
  • Waisenpension und Lehrzeiten können bei entsprechender Höhe bei der Ermittlung des Selbsterhaltes berücksichtigt werden.
  • Eine Sonderregel besteht hinsichtlich der Altersgrenze. Die allgemeine Altersgrenze von 30 Jahren (zu Studienbeginn) erhöht sich, wenn sich die Studentin/der Student länger als 4 Jahre selbst erhalten haben. Die Altersgrenze erhöht sich für jedes volle Selbsterhalter-Jahr zusätzlich um ein weiteres Jahr, jedoch maximal um insgesamt 5 Jahre.

Wichtig:

  • Bei der Berechnung werden die Einkünfte der Eltern nicht miteinberechnet, nur das Einkommen des Ehepartners/der Ehepartnerin
  • Studienerfolg ist nachzuweisen
  • Das Stipendium ist für das gesamte Studium (Mindeststudiendauer + Toleranzsemester) 12 Mal im Jahr zu beziehen

Hilfreiche Links:

Gewusst wie...

Bildungsberatung in Österreich

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Kärnten
Auf der Website der Bildungsberatung Kärnten gibt es nicht nur alle Informationen zum Kärntner Beratungsangebot, direkt auf der Startseite findest du auch Video-Einblicke in die Kompetenzberatung: bildungsberatung-kaernten.at

Steiermark
Für die Steirer und Steirerinnen gibt es hier alle Beratungstermine nach Bezirken sortiert auf einen Blick: bildungsberatung-stmk.at

Burgenland
Unter bildungsberatung-burgenland.at/terminvereinbarung kannst du problemlos einen Termin vereinbaren, dich im Chat oder über Skype beraten lassen.

Niederösterreich
Deine Bildungsberatung – auch auf Russisch, Ukrainisch, Polnisch, Englisch, Arabisch … - findest du auf der Website: www.bildungsberatung-noe.at

Wien
Informationen über Bildungsförderungen, Weiterbildungen und noch mehr findest du auf der Website: bildungsberatung-wien.at Hier kannst du dir persönliche Beratungstermine ausmachen oder dich online beraten lassen.

Oberösterreich
In Oberösterreich findest du das bunte Beratungsangebot unter www.bildungsberatung-ooe.at

Salzburg
In Salzburg genügt ein Anruf bei der BILDUNGSLINE unter 0800 208 400! Du bekommst telefonische Informationen, wie beispielsweise über den Salzburger Bildungsscheck und Termine für persönliche Beratungen. Das Team der BILDUNGSLINE ist MO – FR von 08.00 – 12.00 oder unter frage@bildungsberatung-salzburg.at kostenfrei für dich zur Stelle. Mehr Infos findest du hier: www.bildungsberatung-salzburg.at

Tirol
Ein Klick auf die Website www.bildungsberatung-tirol.at und du kannst dir deine Beratungsmöglichkeiten auf deine Frage und deinen Bezirk genau zugeschnitten anzeigen lassen. Weitere Informationen rund um Bildung und Beruf bekommst du von der Bildungsinfo Tirol!

Vorarlberg
Alles, was dein Bildungsherz begehrt, findest du auf den ersten Blick unter www.bildungsberatung-vorarlberg.at Einfach und übersichtlich kommst du so zu deiner Bildungsberatung. 

Für alle Bundesländer gibt es aber auch noch die online Bildungsberatung: www.bildungsberatung-online.at.​​​​​​​

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Schlagwörter: Weiterbildung, Matura, Lehre
CC BY

Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

von Veronika Ellecosta
Veronika Ellecostamask

Über die Autorin

Veronika Ellecosta

Veronika Ellecosta ist Wahlsalzburgerin auf Zeit. Und irgendetwas zwischen italophiler Studentin der Romanistik, literaturaffiner fast- Germanistin und Journalistin in den Kinderschuhen bei Fräulein Floras Favourite Hangouts.

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