Vom Lernen und Verändern

Eine Geschichte über Ehrgeiz, Beruf(-Berufung) & das Leben nach der Arbeit

Wie fasst man ein Leben in 500 Wörtern zusammen? In diesem Fall ist es besonders schwierig, da die Geschichte von Franz Grebacher nicht nur eine Bildungsgeschichte ist, sondern vielmehr die Beschreibung, wie lebenslanges Lernen funktionieren kann. Das ist nämlich ein Grundprinzip von Franz Grebacher: nicht stehen bleiben, weiter machen und immer interessiert bleiben.

von Carmen Bayer | | Einblicke

Wer ist Franz Grebacher?

Franz, ein Mann mit unglaublich vielen Interessen, ein lebenslanger Lerner, nicht nur ein Denker sondern vor allem auch ein Macher, pensionierter Apotheker aus Lofer, Bildhauer und Buchautor.

Franz Grebacher

Die Ausbildung

Nach 8 Jahren Gymnasium war Franz davon überzeugt, dass ein Sport und Geschichtsstudium auf Lehramt in Wien der richtige Weg für ihn sei. Diesen ging er auch – drei Semester lang - danach wurde ihm klar, dass sich dieser Berufswunsch wohl nicht erfüllen wird. 

"Ich bin dann im dritten Semester drauf gekommen, dass mir selbst im Sport einige Dinge fehlen und in Geschichte gleich drei Mal."

Weil er aber nicht der Typ zum Aufgeben ist, musste ein neues Ziel her. Nach einiger Zeit des Nachdenkens (möglicherweise war auch ein bisschen Selbstmitleid dabei) fasst er den Entschluss, sich eine neue Studienrichtung zu suchen, wobei ihn die Pharmazie besonders reizt. Um herauszufinden, ob er dieses anspruchsvolle Studium schaffen kann, tritt er bei einer der berüchtigtsten und gefürchtetsten Prüfungen, die der Physiologie, an.

„Stehe mutig zu deinen Fähigkeiten, aber überschätze dich nicht,”

Franz steht zu seinem Wort und besteht die Prüfung. Mit 28 hat er es geschafft, er ist dazu berechtigt als Apotheker zu praktizieren.

Die Arbeit

Sein gesamtes Berufsleben lang ist Franz ein empathischer und leidenschaftlicher Apotheker. Mal als selbstständiger Pächter, dann wieder als Angestellter und schlussendlich als Besitzer der eigenen Apotheke in Lofer. Doch egal in welchem Arbeitsverhältnis er sich auch befinden mag, seine Kund_innen mit einem guten Gefühl nach Hause zu schicken oder ihnen auch per Telefon einen Ratschlag mitzugeben, das steht bei Franz stets im Vordergrund. (So stelle ich es mir vor, wenn der Beruf zur Berufung wird.)

Aus seinen vielen verschiedenen Arbeitsverhältnissen – Pächter, Angestellter, Eigentümer – konnte er jedoch eine wesentliche Sache lernen: "Es geht immer weiter, wir können uns natürlich fürchterlich über Rückschläge ärgern, uns demotivieren lassen und enttäuscht aufgeben aber das ist nicht die Lösung."

Wenn du dir selbst nicht sicher bist, ob du dich – trotz eines Misserfolgs – noch immer am richtigen beruflichen Weg befindest, dann finde es gemeinsam mit Berater_innen und Expert_innen (BiBer-Bildungsberatung, Frau&Arbeit) heraus.

Franz' Berufsphilosophie

  • "Stehe mutig zu deinen Fähigkeiten ohne dich selbst zu überschätzen."
     
  • "Es wird auch immer Menschen geben, egal ob selbstständig oder angestellt, mit welchen du nicht klar kommen wirst. Nimm es nicht persönlich und gehe mutig deinen Weg."
     
  • "Trotzdem kann das eine oder andere in die Hose gehen, aber dann gilt es wieder aufzustehen und weiterzumachen."

Die Zeit nach dem Berufsleben

Wir wissen inzwischen wir der berufliche Weg von Franz aussieht. Es war ihm schon immer sehr wichtig, Arbeit und Freizeit in Balance zu halten und auch abseits der Pharmazie seine vielfältigen Interessen sowie sein Familienleben zu pflegen. Gerade als Selbstständiger war das nicht immer einfach, doch er kann zufrieden auf seine beruflichen Jahre zurückblicken.

Franz war seit seiner Schulzeit sehr an Kunst und Handwerk interessiert, ebenso, wie ihm das Schreiben von Kindheitstagen an begleitet hat. Sein Faible für Kunst, Geschichte und Handwerk hat er seinem damaligen Lehrer zu verdanken und über das Schreiben baute er bereits als junger Mann eine einzigartige Beziehung zu seiner Frau auf.

Einer der Vorteile des Lebens in Pension ist definitiv, dass man sich auf seine Hobbies, oder vielmehr seine Leidenschaften, konzentrieren kann. Franz sieht das auch so und ist als Bildhauer aktiv, erstellt Werke, die auch schon bei uns in der Strubergasse ausgestellt waren. Seine kreative Ader kann er ebenso beim Schreiben ausleben, sein Erstwerk, ein sehr persönliches Buch über die Geschichte seiner Ehe, ist bereits seit 2008 sein Eigen. Neben all diesen Projekten findet Franz noch die Zeit und Motivation, um sich seinen lang ersehnten Wunsch, Italienisch zu lernen, zu erfüllen.

Ich könnte noch viele Seiten über die Einstellung und das Engagement von Franz verfassen aber stattdessen verweise ich euch lieber auf sein Buch - Die Mauer des Ozeans - welches sich perfekt für laue Sommerabende eignet und wünsche uns allen, etwas von Franz‘ Einstellung zum Leben und Lernen mitzunehmen und mutig das zu machen, was wir schon immer wollten, uns aber nie wagten umzusetzen.

Franz Grebacher

Gewusst wie...

Pharmazeutisch-kaufmännische Assistent_in (PKA)

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Lehrberuf - 3 Jahre Lehrzeit 

Betriebe: vorrangig Apotheken, möglich sind auch pharmazeutische Großhandelsbetriebe

Wichtige Inhalte der Ausbildung:

  • Kund_innen beraten und Verkaufsgespräche führen beziehungsweise die Apotheker_innen (diese haben Pharmazie studiert) beim Verkauf apothekenpflichtiger Arzneimittel unterstützen
  • Bei der Herstellung von Arzneimitteln mitarbeiten
  • Waren bestellen, Lieferungen überwachen und Lager betreuen
  • Rechnungen erstellen und kassieren

Berufsschule: in Salzburg: Standort St. Johann im Pongau, Jahrgangsunterricht, also jede Woche 1 Tag Schule!

Hilfreiche Links:

Gewusst wie...

Pharmaziestudium

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Mittlerweile auch in Form Bachelor (Mindeststudienzeit 6 Semester) und Masterstudium (Mindeststudienzeit 4 Semester)

Standorte: Universität: Innsbruck, Wien, Graz und Salzburg (Privatuni PMU).

Voraussetzung:

  • Studium mit Aufnahmeverfahren – Anmeldung bis Mitte Juli samt Kostenbeitrag von €50. Wenn die Anmeldezahl die vorgeschriebenen Studienplätze übersteigt, kommt es zur Aufnahmeprüfung.
  • Der schriftliche Aufnahmetest überprüft Kompetenzen aus folgenden Bereichen:
    • Fachwissen aus dem unten angegebenen Prüfungsstoff
    • Textverständnis anhand fachbezogener Texte
    • Kognitive Kompetenzen

Weiterer beruflicher Weg:

Ähnlich wie bei anderen freien akademischen Berufen, etwa bei Rechtsanwält_innen, Notar_innen oder Zivilingenieur_innen legen Apotheker_innen, nach ihrem Studienabschluss Pharmazie, ein Jahr Berufspraxis ("Aspirantenjahr") mit abschließender Prüfung ab. Erst im Anschluss daran arbeiten sie als angestellte Apotheker_innen in einer öffentlichen Apotheke oder Anstaltsapotheke eigenverantwortlich.

Neben der Tätigkeit als Apotheker_in können Pharmazieabsolvent_innen auch in der Forschung, Pharmazeutischen Industrie und in Kliniken arbeiten.

>> AMS Karriereviedeo Apotheker_in

Gewusst wie...

Studienwechsel

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Was ist ein Studienwechsel?

  • Jede Änderung einer Studienrichtung - bei Lehramtsstudien der Wechsel eines Unterrichtsfaches
  • Die "Rückkehr" zu einer ursprünglich betriebenen Studienrichtung, wenn dazwischen eine andere Studienrichtung betrieben wurde
  • Bei einem Doppelstudium, wenn bei einem Folgeantrag die Studienbeihilfe für die andere Studienrichtung beantragt wird
  • Wechsel der Bildungseinrichtung

Wie oft und wann darf das Studium gewechselt werden?

  • Insgesamt zweimal,
  • Wenn das vorangegangene Studium nicht mehr als zwei Semester inskribiert wurde.
  • Achtung: Ein Studienwechsel im Master-/Doktoratsstudium kann zum Anspruchsverlust von Beihilfen führen. Näheres erfährst du bei deiner Stipendienstelle. 

Hilfreiche Links: 

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Schlagwörter: Weiterbildung, Pension, Selbstständig, Aktiv im Alter
CC BY

Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

von Carmen Bayer
Carmen Bayermask

Über die Autorin

Carmen Bayer

Neben ihrer Arbeit beim Netzwerk Bildungsberatung studiert sie Politikwissenschaften und verbringt ihre freie Zeit bevorzugt mit Büchern, Musik und sehr gerne auch mit gutem Essen. Sprachlos ist sie eher selten.

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