Ehrenamtlich im Tageshospiz

Sterben soll kein Tabuthema sein!

Walter Spielmann ist dem Tod und der Krankheit begegnet. Nicht einmal, sondern immer wieder. In der Familie und in der Arbeit. „Diese Erfahrungen sind nicht nur belastend. Sie haben auch eine bereichernde Dimension“, sagt der Salzburger. Sein Wissen setzt er heute im Salzburger Tageshospiz ein – für Menschen, die in ihrer letzten Lebensphase Zuspruch brauchen. Oder einfach jemanden zum gemeinsamen Schweigen.

Von Michaela Hessenberger |
Walter Spielmann, arbeitet ehrenamtlich im Tageshospiz

„Wenn ich hier bin, ist es wie im Paradies!“

Über derartiges Feedback darf sich Walter Spielmann freuen, wenn er zweimal im Monat ehrenamtlich im Tageshospiz arbeitet. Eine Krebspatientin hat diesen Satz zu ihm gesagt, als die beiden vor ein paar Wochen Zeit in der Einrichtung im Salzburger Stadtteil Kleingmain verbrachten. Helle Räume und etliche Rückzugsmöglichkeiten kennzeichnen das Haus, in dem Hoffnung und Hoffnungslosigkeit ein und aus gehen. Frauen und Männer mit schweren, finalen Erkrankungen (oftmals handelt es sich um Krebs) kommen hierher, während ihre Angehörigen für ein paar Stunden entlastet sind. Die Pflege übernehmen dann Profis; für Unterhaltung und Abwechslung sorgen Freiwillige. Wie Spielmann beispielsweise. Dann wird etwa gefrühstückt, diskutiert, Mittagessen gekocht und Karten gespielt.

170 Einheiten absolviert, um Menschen beizustehen

In Sachen Aus- und Weiterbildung hat der Salzburger, der in Kanada geboren wurde, über die Jahre jede Menge Erfahrung gesammelt. Der studierte Historiker und Germanist hat von 1994 bis 2016 jene Bibliothek und Stiftung geleitet, die den Namen des Zukunftsforschers Robert Jungk tragen. Kommunikation und Austausch sind Walter Spielmann ein unbedingtes Anliegen. Er selbst beschreibt sich als „neugierig und optimistisch“; Charaktereigenschaften, die im Tageshospiz gefragt sind. Beim Hospiztag, eine Veranstaltung welche in Kooperation mit St. Virgil Salzburg stattfindet, hörte er zum ersten Mal von der Ausbildung, die ihn mit todkranken Menschen zusammenbringt. „Von der fröhlichen, entspannten und aufmerksamen Stimmung bei der Präsentation war ich sofort begeistert. Die Vorträge haben mich so bewegt, dass ich mich entschlossen habe, den Lehrgang für Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung der Hospiz-Bewegung Salzburg zu absolvieren“, sagt Spielmann und bezeichnet diesen Schritt als „echte Bereicherung – egal, ob man später in der Hospizbewegung tätig sein will oder nicht“.

Mehr als 170 Einheiten zu je 45 Minuten und ein Praktikum im Seniorenheim in Großgmain umfasste Spielmanns Ausbildung 2018 und 2019, die ihn ebenso forderte, wie sie ihm Freude bereitete. Das Fundament trägt vier Säulen: Bei der Selbsterfahrung geht es um die Beweggründe, warum Menschen ehrenamtlich im Tageshospiz oder Hospiz arbeiten möchten. Achtsamkeit in der Begegnung mit Menschen in existenziell herausfordernden Situationen steht im Kommunikations-Modul im Zentrum. Ein Fächermix mit Themen wie Ethik, Patientenverfügungen oder medizinischen Hintergründen liefert tiefgreifendes Know-how. Und der Part „Psychohygiene“ beschäftigt sich damit, wie die zukünftigen Ehrenamtlichen mit Erfahrungen umgehen, die sie belasten. Spielmann: 

Neues Wissen mit Potenzial

Kernstück seiner Tätigkeit, die Begleitung und das Dasein. Und: „Nicht zu antworten muss man lernen“, sagt er mit einem Schmunzeln. Also habe er geübt, die Stille auszuhalten und Dinge annehmen zu können. Ohne zu wissen, wie es exakt weitergeht.

Der Tod ist für Walter Spielmann ein Teil des Lebens. „Irgendwann machen wir alle die Erfahrung, dass in unserem Umfeld jemand nicht mehr da ist. Dann haben Menschen immer öfter das Bedürfnis, mit anderen über ihre Trauer zu sprechen.“ Nicht zuletzt deshalb hat der Salzburger nun auch den Aufbaulehrgang zum Trauerbegleiter in der Tasche. Dass das Sterben kein Tabuthema bleibt, ist ihm ein Herzensanliegen. Und dass der Hospizgedanke in Zeiten von Diskussionen um den assistierten Suizid in der Gesellschaft als hilfreich und positiv erkannt wird, gefällt ihm besonders.

CC BY

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von Michaela Hessenberger
Michaela Hessenberger

Autorin

Michaela Hessenberger

Journalistin, Texterin, Netzwerkerin, Reise- und Bildungs-Fan.

Sie schreibt für Zeitungen und Magazine, Webseiten und Blogs, mag Menschen-Geschichten und das Überraschende.

www.michaelahessenberger.at

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Im gesamten Bundesland sind in der Hospiz-Bewegung und im Raphael-Hospiz, das von den Barmherzigen Brüdern getragen wird, mehr als 150 ehrenamtliche Frauen und Männer in der Begleitung tätig. Neben Salzburg verfügt auch Leogang über ein Tageshospiz, in dem es ebenfalls eine medizinische Versorgung der Tageshospiz-Besucherinnen und -Besucher gibt.

Interesse an der Ausbildung? Informationen gibt es unter www.hospiz-sbg.at/akademie/lehrgaenge

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Infoboxwaff: Beratungs- und Förderleistungen in Wien

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Grundsätzlich bietet der waff kostenlose und individuelle Beratung für berufliche Entwicklungschancen von beschäftigten Wiener:innen und fördert berufliche Aus- und Weiterbildungen. Neben beschäftigten Wiener:innen gibt es gemeinsam mit dem AMS Wien auch Angebote für arbeitssuchende Wiener:innen.

Bildungskonto: Das Bildungskonto für Wiener Arbeitnehmer:innen (BIKO) fördert Wiener:innen, die sich beruflich weiterbilden oder einen höheren Abschluss erlangen möchten und steht allen Wiener:innen je nach Einkommen, Arbeitsmarktstatus und beruflichem Ziel bei anerkannten Bildungsträgereinrichtungen zur Verfügung. Das Bildungskonto mit maximal € 500 ist für alle Wiener:innen (Beschäftigte und arbeitslos Gemeldete). Im Rahmen des Bildungskontos werden anteilsmäßig die Kosten für berufsbezogene Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bei einem vom waff anerkannten Bildungsträger in Abhängigkeit der individuellen Formalvoraussetzungen bis maximal € 3.000 refundiert. Weiters werden Förderungen von digitalen und klimaschutzrelevanten Kompetenzen und Qualifizierungen in der Höhe von maximal € 5.000 gewährt.

Chancen-Scheck des waff: Der Chancen-Scheck ist das Förderinstrument für die Zielgruppe des Qualifikationsplans Wien 2030. Beschäftigte, die keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung haben oder Personen, die zwar über einen höheren Abschluss verfügen, aber dennoch dequalifiziert arbeiten, erhalten mit dem Chancen-Scheck eine besonders attraktive finanzielle Förderung für Aus- und Weiterbildungsvorhaben von bis zu 5.000 Euro. Mit dem Chancen-Scheck werden berufliche Weiterbildung und das kostenlose Nachholen von Lehr- und anderen Bildungsabschlüssen gefördert. Damit verbunden ist in der Regel die Ausstellung eines Qualifikationspasses, der Qualifikationen, Kompetenzen, berufliche Entwicklungsziele und Bildungsschritte dokumentiert und zum Erreichen des individuellen Bildungsziels beitragen soll.

FRECH – Frauen ergreifen Chancen – Beratung und Qualifizierung: Bei FRECH handelt es sich um ein Programm für beschäftigte Frauen in Wien, die eine grundlegende berufliche Veränderung in Form einer Neuorientierung, Höherqualifizierung und/oder Weiterentwicklung anstreben. Das Programm bietet beschäftigten Frauen mit beruflicher Veränderungsabsicht eine Prozess- und Laufbahnberatung, welche gegebenenfalls durch einen Qualifizierungszuschuss für Aus- und Weiterbildung von 90 Prozent der Weiterbildungskosten bis max. 5.000 Euro ergänzt werden kann. Aus- und Weiterbildungen zur Stärkung digitaler und klimaschutzrelevanter Kompetenzen können ebenfalls gefördert werden. Darüber hinaus werden berufsbezogene Workshops und Vorträge angeboten. Frauen können dabei von einer umfassenden individuellen Beratung, Workshops und Vorträgen sowie einer finanziellen Unterstützung bei der Aus- und Weiterbildung profitieren.

Karenz und Wiedereinstieg: Das Programm bietet Personen vor, während und nach einer Berufsunterbrechung (Eltern-, Pflege- oder Familienhospizkarenz) frühzeitige Information und präventive Beratung für den beruflichen Wiedereinstieg. Die Beratung kann durch einen Qualifizierungszuschuss für Aus- und Weiterbildung von 90 Prozent der Kosten bis max. 4.000 Euro ergänzt werden. Darüber hinaus werden themenspezifische Gruppenveranstaltungen mit gelegentlicher Kinderbetreuung angeboten.

Ausbildungsinitiative Frauen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik: Die Ausbildungsinitiative für Frauen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik wendet sich an beschäftigte Wiener:innen, die ein berufsbegleitendes Studium in den genannten Bereichen anstreben. Ziel ist es, mehr Frauen in berufsbegleitende Fachhochschulstudiengänge zu bringen und damit langfristig mehr weibliche Fachkräfte für den Wiener Arbeitsmarkt zu gewinnen. Das Programm bietet umfassende prozessorientierte Beratung wie auch Coachingangebote. Vor dem Studium wird die berufsbegleitende Vorbereitung auf ein Studium gefördert, unter anderem durch eine Vorqualifizierungsmaßnahme an der Hochschule Campus Wien. Nach Studienplatzzusage werden geförderte Kurse begleitend zum ersten Studienjahr, z.B. eine berufsbegleitende Begleitqualifizierung für Bachelor-Studiengänge an der FH Technikum Wien, ein Stipendium für ausgewählte Bachelor- und Masterstudiengänge (12.000 Euro für BA-Studiengänge, 9.000 Euro für MA-Stiudiengänge) sowie zahlreiche Workshops, Vernetzungsveranstaltungen und Kooperationen mit Unternehmen und Fachhochschulen bereitgestellt. Ergänzend werden studien- und berufsbezogene Veranstaltungen sowie Begleitung bis über den erfolgreichen Studienabschluss hinaus angeboten.

Sonderprogramm Lehrlinge: Der waff kann auf Grundlage des Antrags eines Lehrlings mit Wohnsitz in Wien die Vorfinanzierung der Kosten für Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung übernehmen, die dem waff von der Wirtschaftskammer Wien refundiert werden. Ergänzend werden auch die LAP-Vorbereitungskurse, die im Rahmen des Projektes Qualifizierungsmanagement eingereicht werden, gefördert.

Weiterbildungsinformation Wien: Der waff führt eine umfassende, aktuelle Weiterbildungsdatenbank unter weiterbildung.at, die eine anbieterneutrale Entscheidungsgrundlage für die Auswahl einer passenden Aus- und Weiterbildung darstellt.

Wiener Ausbildungsgeld:  Mit dem Wiener Ausbildungsgeld sollen mehr Menschen für längere Ausbildungen und die anschließende Berufstätigkeit in vom Mangel an Fachkräften geprägten Bereichen gewonnen werden. Da die Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung in der Regel nicht ausreichen, um eine längere Ausbildung finanziell abzusichern, hat Wien im Jahr 2021 mit dem Wiener Ausbildungsgeld eine finanzielle Lücke geschlossen. Die Leistung richtet sich an beim AMS Wien arbeitslos gemeldete Personen und ermöglicht diesen im Vorfeld einer Beschäftigung die Teilnahme an länger dauernden Ausbildungen (mindestens 12 Monate) im Rahmen von Jobs PLUS Ausbildung sowie anderen arbeitsplatznahen Qualifizierungen. Das Wiener Ausbildungsgeld wird für Ausbildungen in den Bereichen der kommunalen Daseinsvorsorge (beispielsweise: Gesundheit, Pflege, Soziales und Pädagogik in Kooperation mit der Magistratsdirektion und Unternehmen der Stadt Wien) und andererseits für Qualifizierungen in klimaschutzrelevanten Berufen sowie im Bereich IKT/Digitalisierung gewährt. Es unterstützt die Teilnehmer:innen während der gesamten Dauer der Ausbildung mit monatlichen Zahlungen, die einen Mindestbetrag von rund € 1.550 monatlich sicherstellen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in diesen gesellschaftlich relevanten Beschäftigungssegmenten geleistet. Die Gewährung des Wiener Ausbildungsgeldes ist subsidiär zu Förderungen des Bundes, des Landes oder Dritter.

Zahlreiche Studien belegen, dass eine finanzielle Absicherung der Lebenshaltungskosten ein wichtiger Faktor für eine Ausbildung im Erwachsenenalter ist.

Jugendstiftung Wien: Aufgrund der Entwicklungen am Arbeitsmarkt und des Fachkräftebedarfs der Wiener Wirtschaft haben der waff und das AMS Wien mit der Jugendstiftung Wien ein erfolgreiches Instrument zur Qualifizierung von jungen Erwachsenen ins Leben gerufen. Im Eintrittszeitraum von Jänner 2025 bis Dezember 2028 werden insgesamt 1.000 umstiegs- und aufstiegsorientierte junge Wiener:innen im Alter von 18 bis 24 und mit Anspruch auf Arbeitslosengeldbezug durch gezielte Aus- und Weiterbildung unterstützt. Die Maßnahme umfasst eine Phase der Berufsorientierung, in welcher vorhandene Kompetenzen erarbeitet und ein Berufsziel entwickelt wird. Die Möglichkeiten reichen hierbei vom Lehrabschluss bis hin zu Bachelorstudien. Hier soll einerseits auf bestehenden Qualifikationen der Teilnehmer:innen aufgebaut und begonnene Ausbildungen abgeschlossen werden und andererseits neue Berufsziele in Branchen mit besonders hohem Fachkräftebedarf erarbeitet werden (MINT, Green, Care). Nach Abschluss der Ausbildung wird im Rahmen der aktiven Arbeitsuche intensiv bei der Jobsuche unterstützt. Da eine finanzielle Absicherung der Lebenserhaltungskosten ein wichtiger Faktor für eine Ausbildung im Erwachsenenalter darstellt, ist zusätzlich zum Arbeitslosengeld eine monatliche ausbildungsbedingte Zuschussleistung in Höhe von € 300 vorgesehen.

Frauenstiftung Wien: Die Frauenstiftung Wien richtet sich an Frauen ab 25 Jahren ohne Berufsausbildung und mit Arbeitslosengeldbezug, wobei der Fokus auf Wiedereinsteigerinnen liegt. Ihr Ziel ist es, den Teilnehmerinnen eine Qualifizierung zu ermöglichen und sie beim (Wieder)-Einstieg als Fachkraft in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Im Rahmen des mit August 2025 gestarteten Pilotprojekts ist innerhalb von einem Jahr der Eintritt von 100 Frauen vorgesehen. Ähnlich wie bei der Jugendstiftung ist auch hier zu Beginn eine Phase der Berufsorientierung vorgesehen, in welcher vorhandene Kompetenzen erarbeitet und ein Berufsziel entwickelt wird. Dabei wird einerseits auf den bestehenden Qualifikationen der Teilnehmerinnen aufgebaut und andererseits neue Berufsziele in Branchen mit besonders hohem Fachkräftebedarf erarbeitet (MINT, Green, Care). Nach Abschluss der Ausbildung – die Möglichkeiten reichen vom Lehrabschluss bis hin zu Bachelorstudien – wird intensiv bei der Jobsuche unterstützt. Um entsprechende Ausbildungen zu ermöglichen und die Lebenserhaltungskosten abzusichern ist ein monatlicher Ausbildungszuschuss in Höhe von € 300 zusätzlich zum Arbeitslosengeld vorgesehen.

Wiener Pflegeausbildungsprämie: Die Pflegeausbildungsprämie ist eine monatliche finanzielle Unterstützung in der Höhe von 658,40 Euro für Personen, die eine Ausbildung in Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufen an einer anerkannten Ausbildungseinrichtung in Wien absolvieren. Damit sollen strukturelle und finanzielle Anreize gesetzt werden, um Ausbildungen in diesen Bereichen attraktiver zu gestalten. Die Pflegeausbildungsprämie kann Personen gewährt werden, die eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege (z.B. Bachelor Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegefachassistenz) bzw. eine Ausbildung in einem Sozialbetreuungsberuf (z.B. Fach- bzw. Diplom-Sozialbetreuung in Alten- oder Behindertenarbeit) absolvieren.

Kursförderungen für Arbeitnehmer*nnen in Wien – waff
 

Diese Informationen wurden uns vom waff im Februar 2026 zur Verfügung gestellt.