BiBer Leseempfehlungen März 2017

Vom Älterwerden bis hin zum Neuanfang - wir sind für einen regnerischen März mit ausreichend Büchern ausgestattet!

Von Beate Höfels-Stiegernigg |
2017 buchtipp maerz

Buchtipp

Die Kunst, stilvoll älter zu werden - Erfahrungen aus der Vintage-Zone

von Susanne Mayer

Irgendwann ist es soweit: Zeit für das Älterwerden. Wie sich das anfühlt, erzählt die Journalistin Susanne Mayer anhand eines Selbstversuchs. Sie erkundet, wie es zu schaffen wäre, gut gelaunt durch diese späten Jahre zu kommen. Was es braucht: Haltung und Stil!

Persönlicher Eindruck

In der Wochenzeitung "Die Zeit" in höchsten Tönen gelobt, war ich sehr neugierig, dieses Buch zu lesen. Mit Leichtigkeit und sprachlicher Eleganz beginnt Susanne Mayer in den einzelnen Kapiteln mit einem Thema und lässt ihre Gedanken dazu fließen. Die Leserschaft folgt ihr auf dieser gedanklichen Reise. Es ist nicht immer klar, wohin man dabei getragen wird und ob die Autorin nicht selbst zuweilen ihren roten Faden verliert, dennoch ist es spannend, amüsant, mitunter nachdenklich stimmend,  ihr zu folgen. Zwischen den Zeilen taucht eine elegante, zierliche Frau auf, die mit dem Schreiben dieses Buches ihren persönlichen Weg sucht, mit den körperlichen Veränderungen, der immer näher rückenden Endlichkeit des eigenen Lebens und der gesellschaftlichen Reaktion darauf, zurecht zu kommen.
Ohne Humor geht da gar nichts - vom Versöhnlich-Feinsinnigen bis hin zum Pechschwarzen.

Verlag

Berlin Verlag, 2016

Buchtipp

Altern – immer für eine Überraschung gut

von Verena Kast

Die Autorin ist jung’sche Analytikerin und erklärt vor diesem Hintergrund Veränderungen der menschlichen Psyche, die mit dem Alterungsprozess einhergehen. Sie beschreibt, warum es so wichtig ist, sich auf die letzte Lebensphase mit Flexibilität, Kreativität und Mut einzulassen.

Persönlicher Eindruck

Die Autorin beginnt mit dem Wohlfühlparadox: Warum wir – statistisch gesehen -  mit 20 so glücklich sind wie mit 80. Sie beschreibt die Veränderungsprozesse des Alterns, besonders auch im hohen Alter, und deren mögliche Auswirkungen. Sie bietet Strategien an, mit diesen Prozessen umzugehen und lässt dabei Freiraum für Alternativen.


Ich hatte einige Aha-Erlebnisse, als ich beim Lesen an meinen fast 90-jährigen Vater dachte.

Verlag

Patmos Verlag, 2016

Buchtipp

Wald

von Doris Knecht

"Eine starke, gefallene Frau mit dem Willen zum Neuanfang." Eine Frau, allein, in einem abgelegenen Haus in den Voralpen: Marian haust primitiv, in unfreiwilliger Autarkie, denn sie hat alles verloren. Früher, in der Stadt, hatte Marian Mode entworfen und lebte gut, dann trieben die Krise und eigene Fehler sie in den Bankrott, zum völligen Rückzug. Der Versuch, im geerbten Haus wieder zu sich zu finden, wird für Marian zum Überlebenskampf. Mühsam lernt sie, sich zu versorgen, sie fischt, wildert, stiehlt Gemüse und Hühner. Und sie muss sich in neuen Abhängigkeiten arrangieren. Schließlich steht sie vor der Wahl, wie sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen kann.

Persönlicher Eindruck

Ein Buch, zu dem man unmöglich keine Meinung hat! Reaktionen, die ich auf dieses Buch gehört habe, reichten von "völlig überzogen" bis "erschütternd tiefgehend".  Eine Frau beschreibt ihren Überlebenskampf, der zugleich ein schmerzhaftes Auftauchen aus der völligen Erstarrung zurück ins Leben, in die Interaktion mit anderen ist. Die Sprache passt sich dieser Situation an, da ist nichts schmeichelndes, weiches oder verspieltes. In diesem täglichen Ringen erhalten Würde, Ehre, Stolz und Selbstwert neue Dimensionen, alles ist in Frage gestellt, muss erkämpft und neu gedacht werden.
Ein Buch zum Thema Burnout, ohne dieses Wort zu verwenden – Benennungen relativieren sich, in einer Welt, die aus ihren Fugen gebrochen ist.

Verlag

Rohwolt Verlag, 2015

Zusätzliche Infos

Wo gibt es diese Bücher?

  • Du findest sie in den gut sortierten Buchhandlungen und Bibliotheken Deines Vertrauens, in den Onlineshops der jeweiligen Verlagshäuser oder in der BiBer Bibliothek, Strubergasse 18, Salzburg.
  • Hier bekommst du online eine Übersicht, welche Bücher du in der BiBer Bibliothek findest: BiblioWeb/BiBer
CC BY

Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

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von Beate Höfels-Stiegernigg

Autorin

Beate Höfels-Stiegernigg

Die Liebe zur Arbeit mit Menschen, meine Begeisterung für Bücher und die Überzeugung, dass wir gemeinsam unsere Zukunft zum Guten gestalten können, haben mich zur Bildungs- und Berufs­beraterin und Bibliothekarin gemacht.
www.biber-salzburg.at

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Bildungsinfo aktuell

InfoboxWeiterbildungszeit und Weiterbildungsteilzeit

Inhalt anzeigen

Die Weiterbildungszeit löst mit 2026 die bisherige „Bildungskarenz“ ab.

Art der Förderung

Mit dem/r Arbeitgeber:in wird vereinbart, dass man für eine bestimmte Zeit für die berufliche Weiterbildung vom Dienst freigestellt wird. In dieser Zeit erhält man eine Leistung vom AMS.

Es gibt zwei Varianten:

  • Weiterbildungszeit: volle Freistellung
  • Weiterbildungsteilzeit: Die bisherige Arbeitszeit kann entweder um 25% oder um 50% reduziert werden.

Voraussetzungen

  • Anstellung seit mindestens einem Jahr beim Dienstgeber. Für Saisonbetriebe gelten Sonderregelungen.
  • Antragsteller:in unterliegt nicht mehr der Ausbildungspflicht
  • In den letzten 26 Wochen vor dem Beginn der Weiterbildungszeit wurde kein Kinderbetreuungsgeld oder Wochengeld bezogen
  • Schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber
  • Wenn bereits ein Master oder Diplomstudium abgeschlossen wurde: mindestens 4 Jahre vollversicherungspflichtige Arbeit in Österreich
  • Der Antrag ist laut derzeitigen Angaben des AMS voraussichtlich ab Juni 2026 zu stellen, da die Bundesrichtlinie noch nicht in Kraft ist. (Stand Jänner 2026)

Dauer und Inhalt der Aus- oder Weiterbildungen

  • „arbeitsmarktrelevante“ Ausbildungen
  • Weiterbildungen müssen überbetrieblich verwertbar sein
  • Die Weiterbildungszeit kann höchstens 12 Monate innerhalb von 4 Jahren dauern.
  • Bei der Weiterbildungsteilzeit sind es maximal 24 Monate innerhalb von 4 Jahren.

Mindestumfang und Nachweis

  • Weiterbildungszeit: mindestens 2 Monate Ausbildung und mindestens 20 Wochenstunden/ ECTS.
  • Bei Kinderbetreuungspflichten: 16 Wochenstunden/ECTS
  • Weiterbildungsteilzeit: die Ausbildung muss mindestens 4 Monate dauern, mit mindestens 10 Wochenstunden/ECTS
  • Bei Kinderbetreuungspflichten: 8 Wochenstunden/ECTS

Art- und Ausmaß der Förderung

  • Das Weiterbildungsgeld ist eine Leistung vom AMS (Arbeitsmarktservice).
  • Die Höhe der Beihilfe richtet sich nach einem einkommensabhängigen Stufenmodell und beträgt mindestens EUR 41,49 pro Tag (Wert 2026).
  • Bei einem Einkommen über einer bestimmten Grenze muss der Dienstgeber 15% der Weiterbildungsbeihilfe bezahlen.
  • Individuelle Beratung direkt beim AMS wird empfohlen und ist bei niedrigen Einkommen (bitte jeweils aktuelle Höhe erfragen) bei den AMS BIZ (BerufsInfoZentren) verpflichtend

Zuverdienst

Der Zuverdienst zu AMS-Leistungen ist generell nur mehr in Ausnahmefällen möglich. Information dazu gibt es unter: https://www.ams.at/arbeitsuchende/arbeitslos-was-tun/arbeitslos-geringfuegig-beschaeftigt#salzburg.

Nutzt man das Fördermodell der Weiterbildungszeit, ist also in der Regel neben dem Weiterbildungsgeld vom AMS kein Zuverdienst möglich. Bei der Weiterbildungsteilzeit erhält man den Teil des Einkommens für die Wochenstunden, die man weiterhin beim/ bei der Arbeitgeber:in arbeitet und Weiterbildungsgeld vom AMS.

Einreichung des Antrags auf Weiterbildungszeit

Den Antrag bringt man beim AMS ein. Die Details folgen noch in der Bundesrichtlinie Weiterbildungsbeihilfe (WBB) und Weiterbildungsteilzeitbeihilfe (WBT)

Zustimmung des Arbeitgebers

Die Zustimmung des Arbeitgebers muss schriftlich vereinbart werden, danach kann man den Antrag beim AMS stellen.

Wichtig:

  • Beratung verpflichtend bei niedrigen Einkommen
  • Die Weiterbildung muss nachgewiesen werden (Leistungsnachweis, Teilnahme-Bestätigung).

verfasst im Jänner 2026 von BiBer Bildungsberatung