Andrea Schilchegger ist als Kind auf einem Bauernhof aufgewachsen, diese Zeit prägte sie als Person und ihre Werte. Für unser Gespräch erwischen wir die vielseitige und umtriebige Frau telefonisch an ihrem „Bürotag“. Passend zum "Internationalen Jahr der Landwirtin" wollten wir von ihr mehr über das heutige Berufsbild der Bäuerin erfahren.
Arbeiten in der Landwirtschaft: Ein moderner Beruf?

Ihre Kindheit hat Andrea Schilchegger am Bauernhof ihrer Eltern verbracht. Nach der Pflichtschule ging sie in die ländliche Hauswirtschaftsschule Winklhof in Oberalm. „Am Winklhof habe ich die Ausbildung zur hauswirtschaftlichen Facharbeiterin abgeschlossen. Es war eine sehr gute Schule, wo viel Praktisches für’s weitere Leben gelernt wird. Wenn man einen Betrieb übernehmen möchte, hilft diese Ausbildung sehr“, erklärt sie.
Sie entschied sich jedoch danach für eine Lehre als pharmazeutisch-kaufmännische Assistentin (PKA), da nicht geplant war, den elterlichen Betrieb zu übernehmen. 10 Jahre lang war sie in einer Apotheke tätig und hat sich dort unter anderem mit Kräutern und mit Ernährung beschäftigt. Mit den Menschen zu arbeiten, machte ihr viel Spaß.
Dann kam eine Veränderung in ihr Leben: „Durch die Liebe bin ich wieder auf einen Bauernhof gekommen!“ Andrea Schilchegger wurde schwanger und als ihr erster Sohn auf der Welt war, übernahm sie mit ihrem Ehemann Johannes den Hof von ihren Schwiegereltern, das Windhofgut in Annaberg. „Plötzlich war ich nur daheim. Es mangelte zwar nicht an Arbeit und sie machte mir auch Spaß, aber der direkte Kontakt mit den Menschen und deren Rückmeldungen haben mir gefehlt,“ erinnert sich Schilchegger heute. Sie wollte mehr erreichen und machte die 3jährige Ausbildung zur Meisterin im ländlichen Betriebs- und Haushaltsmanagement bei der landwirtschaftlichen Fachausbildungsstelle LFA.
Immer bildungshungrig: Weiterbildung im ländlichen Fortbildungsinstitut
Es folgten einige Weiterbildungen am LFI Salzburg (ländliches Fortbildungsinstitut), zum Beispiel der Zertifikatslehrgang zur Seminarbäuerin oder der Zertifikatslehrgang „Schule am Bauernhof“, in denen sie lernte, ihr Wissen an Erwachsene sowie an Schüler und Schülerinnen weiterzugeben. „Auch für Urlaub am Bauernhof gibt es immer wieder Kurse, die man machen sollte“, ergänzt sie, denn zusätzlich zum Hof bietet sie mit ihrem Mann zwei Ferienwohnungen für Gäste an. Außerdem machte sie die Prüfung zur Jägerin und zum Jagdschutzorgan über die Salzburger Jägerschaft.
Sie nennt sich selbst „bildungshungrig“. „Aus- und Weiterbildungen sind gleichzeitig Auszeit und Herausforderung. Ich kann etwas Neues tun, lerne neue Menschen kennen und erweitere mein Netzwerk.“
Mit ihrem immer wieder neu erworbenen Hintergrundwissen verbindet sie ihre vielen Bereiche: Sie führt zum Beispiel Kochkurse zum Thema Wild durch.
Vor- und Nachteile im Berufsfeld Landwirtschaft
Nachteile der Arbeit in der Landwirtschaft findet sie nicht viele: Die unregelmäßigen Arbeitszeiten und intensiven Arbeitsspitzen gehören dazu.
Aber dafür gibt es viele Vorteile: Die Eltern können daheim bei den Kindern bleiben, die Aufgaben sind abwechslungsreich und vielfältig. Und den Gästen kann sie direkt die Arbeit und das Leben auf dem Bauernhof näherbringen.
Das Windhofgut war bereits von ihren Schwiegereltern als Biobauernhof geführt worden. „Das entspricht unserer Einstellung: Wir wollen eine nachhaltige Bewirtschaftung, die Artenvielfalt soll auch für die nächsten Generationen erhalten bleiben! Wir geben den Kindern alles mit Freude und Stolz weiter!“ Viele Aufgaben kann man sich selbstständig einteilen. „Ja, wir arbeiten auch am Sonntag. Aber wenn es passt, kann ich am Montag schifahren gehen.“ Und was sie besonders schätzt: „Wenn ich auf der Alm bin und in der Natur, bei der Jagd – das ist für mich mehr Erholung als im Urlaub,“ schwärmt sie: „Beim Jagern kann man nichts erzwingen. Es geht hier nicht ums Schießen. Es ist einfach faszinierend, wenn man zwei Stunden lang sitzt und nichts bewegt sich – und plötzlich wird es spannend. Hier kann ich mich in Geduld üben, ich kann runterkommen und ausschalten.“
Ihre Kinder, 16 und 13 Jahre alt, haben ihre Leidenschaft bereits mitbekommen. Apropos Generationen: Auf einem Hof helfen mehrere Generationen zusammen. Die Ausbildungen und Kurse wären für Andrea Schilchegger nicht möglich gewesen ohne Zusammenhalt in der Familie. Wenn einer etwas braucht, kann immer jemand einspringen. Die Kinder profitieren von der Erfahrung der Großeltern – sie lernen von ihnen, genießen es aber auch, dass sie da sind und einfach Zeit haben für sie. „Wir leben zwar in getrennten Haushalten, denn die Schwiegermutter wohnt im Austraghaus. Jeder hat seins, aber wir helfen alle, so gut es geht zusammen!“ fügt Schilchegger hinzu.

Andrea Schilchegger, (c) Daniela Quehenberger Fotografie
Aus- und Weiterbildungen sind gleichzeitig Auszeit und Herausforderung. Ich kann etwas Neues tun, lerne neue Menschen kennen und erweitere mein Netzwerk.“
Persönliche Entfaltung in der Landwirtschaft
Andrea Schilcheggers Ehemann Johannes ist immer hinter Andrea gestanden – so hatte sie die Möglichkeit, sich frei zu entfalten. „In der Landwirtschaft hat man meiner Meinung nach die einmalige Möglichkeit, sich weiterzubilden, sich zu stärken und einen eigenen Schwerpunkt zu finden. Meine Workshops sind halt meins, man könnte auch was anderes machen. Der Beruf der Bäuerin ist modern und das Bild der Bäuerin hat sich sehr geändert! Dennoch geht die Tradition nicht verloren und unsere Art, mit Lebensmitteln umzugehen.“
Arbeitsalltag als Bäuerin und Seminarbäuerin
Einen „typischen Arbeitstag“ gibt es nicht als Bäuerin. In der Landwirtschaft ist immer etwas anderes gefragt. Auch die Gäste brauchen manchmal etwas spontan und da muss man flexibel sein. Es gibt Arbeitsspitzen, wie beim „Heigen“ (Anm.: Heu machen für den Winter), dafür gibt es wieder Tage, an denen es leichter ist.
„Auch die Arbeit als Seminarbäuerin kann ich mir einteilen. Diese Flexibilität hat man in einem anderen 40 Stundenjob oft nicht.“ Sie hält Kurse für Erwachsene, aber auch für Kinder in Mittelschulen in der Umgebung oder im Elisabethinum in St. Johann. „Die Kinder sind voll interessiert,“ freut sie sich. „Man kann sie wirklich begeistern und ihnen viel Wissen über die Landwirtschaft vermitteln. Zum Beispiel im Workshop: Wie kommt das Gras in den Burger? Es gibt tolle Unterrichtsmaterialien und wir wurden gut eingeschult. Gerade bin ich in Ausarbeitung für Kochkurse für Studenten. Im April habe ich meinen ersten Kochkurs. Auch ihnen vermittle ich den Wert unserer Lebensmittel und wie man mit diesen hochwertig, schnell und kostengünstig kochen kann.“
Infos zu den Seminarbäuerinnen: https://www.salzburger-seminarbauerinnen.at/

Andrea Schilchegger, (c) Daniela Quehenberger Fotografie
Bäuerin zu sein ist für mich weit mehr als ein Beruf. Es ist Verantwortung, Lebensform, Leidenschaft - und ein wertvoller Beitrag zur Bildung, zur Gesellschaft und zur nächsten Generation.“
„Rauskommen“ aus dem Betrieb und Wertschätzung
In ihrem vielseitigen Tun bekommt sie nun auch die Wertschätzung von anderen Menschen: Ob in ihren Workshops von den Teilnehmenden, oder von ihren Gästen, wenn sie die Räume schön herrichtet, Brot für sie bäckt oder mit ihnen im Sommer in den Stall geht. „Da bekommt man viel zurück.“
Sie fasst zusammen: „Bäuerin zu sein ist für mich weit mehr als ein Beruf. Es ist Verantwortung, Lebensform, Leidenschaft - und ein wertvoller Beitrag zur Bildung, zur Gesellschaft und zur nächsten Generation.“

Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

Autorin
Daniela Bayer-Schrott
Redakteurin und PR-Fachfrau. Mag Vielfalt, Lernen und lacht gerne. Beruflich und privat sind ihr Weiterentwicklung und Offenheit für Neues wichtig. In ihrer Freizeit ist sie viel in Stadt und Land Salzburg unterwegs und liebt die bunte Mischung von Natur und Kultur.
Ausbildungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft
In Österreich gibt es eine Vielzahl von Ausbildungswegen im Bereich der Landwirtschaft, die unterschiedliche Schwerpunkte und Qualifikationen bieten.
Ein Überblick zu den verschiedenen Möglichkeiten:
Landwirtschaftliche Fachschulen
Diese Schulen bieten eine berufsbildende mittlere Ausbildung mit verschiedenen Fachrichtungen und Schwerpunkten, wie beispielsweise Biologische Landwirtschaft, Pflanzenanbau, Tierhaltung, Forstwirtschaft und Ackerbau & Smart Farming.
https://www.ausbildungskompass.at/suche/ (in der Suche "Landwirtschaftliche Fachschulen" wählen)
Höhere Lehranstalten für Landwirtschaft
Hier erhält man eine berufsbildende höhere Ausbildung mit Maturaabschluss. Der Abschluss berechtigt zur Ausübung einschlägiger Gewerbe gemäß Gewerbeordnung und Ingenieursgesetz. Zudem bietet dieser die Möglichkeit, später den Titel „Ingenieur:in“ zu erwerben.
Beispiele für Fachrichtungen sind Landwirtschaft und Ernährung, Agrarmanagement, Ressourcenmanagement sowie erneuerbare Energien.
https://www.ausbildungskompass.at/suche/ (in der Suche "höhere Lehranstalten für Landwirtschaft" wählen)
Lehre Landwirtschaft
Eine praktische Ausbildung, die zur Facharbeiter:innenprüfung führt und Berechtigungen wie die Ausübung des erlernten Berufs und die Zulassung zur Meisterausbildung bietet. Beispiele für landwirtschaftliche Lehrberufe sind z.B. Gartenbau, Fischereiwirtschaft, Bienenwirtschaft, Fischereiwirtschaft, Molkerei- und Käsereiwirtschaft und viele mehr. https://www.lehrlingsstelle.at/alle-berufe/
Meisterausbildungen
Die Meisterausbildung ist eine Möglichkeit zur Höherqualifizierung für Berufserfahrene in der Land- und Forstwirtschaftlichen Berufsausbildung und kann in verschiedenen Bereichen, wie z.B. Landwirtschaft, Gartenbau oder Feldgemüsebau abgelegt werden. https://www.lehrlingsstelle.at/salzburg/landwirtschaft-sbg/landwirtschaft-ablauf-meister-sbg/
Aufbaulehrgänge
Diese Lehrgänge sind für Absolvent:innen von Fachschulen gedacht und führen zur Matura. Sie bieten eine vertiefte Ausbildung in spezifischen Bereichen der Landwirtschaft.
https://www.ausbildungskompass.at/suche/ (In der Suche "Aufbaulehrgang" wählen)
Studium
Die Bachelor- und Masterstudiengänge im Bereich Land- und Forstwirtschaft reichen von Themen wie Pflanzenbau, Tierhaltung und Forstwirtschaft bis hin zu Umweltmanagement, nachhaltiger Landnutzung und Agrartechnologie und können beispielsweise an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) absolviert werden.
https://www.studienplattform.at/suchergebnis?kategorie=Landwirtschaft
Zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten
Das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) bietet eine Vielzahl zusätzlicher Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Landwirtschaft an. Das Kursangebot reicht von Gesundheit und Ernährung über Umwelt- und Naturschutz bis hin zu Persönlichkeitsentwicklung und kreativen Themen.
https://sbg.lfi.at/programm%C3%BCbersicht+2500++2012487
erstellt im März 2026 von Laura Eder von BiBer Bildungsberatung
Bildungsberatung in Österreich
Kärnten
Auf der Website der Bildungsberatung Kärnten gibt es alle Informationen zum Kärntner Beratungsangebot: bildungsberatung-kaernten.at
Steiermark
Für die Steirer und Steirerinnen gibt es hier alle Beratungstermine nach Bezirken sortiert auf einen Blick: bildungsberatung-stmk.at
Burgenland
Die Bildungsinformation Burgenland hilft bei allen Fragen zur Aus- und Weiterbildung.
Niederösterreich
Deine Bildungsberatung – auch auf Russisch, Ukrainisch, Slowakisch, Polnisch, Englisch, Arabisch, Persisch, Türkisch … - findest du auf der Website: www.bildungsberatung-noe.at
Wien
Die Bildungsberatung in Wien bietet kostenfreie Information und Beratung zu Bildung und Beruf, auch auf Türkisch, BKS, Englisch, Arabisch, Dari/Farsi... Beratung gibt‘s per Telefon und online via Mail, Chat und Video. Das Beratungstelefon ist unter der Gratis-Tel.: 0800 20 79 59 von Mo-Do zwischen 9-12 Uhr erreichbar. Auf der Website bildungsberatung-wien.at kannst du ganz einfach Beratungstermine buchen.
Oberösterreich
Telefonisch für Fragen rund um deine Aus- und Weiterbildungen, Förderungen, … erreichbar unter der Beratungshotline 050/6906 3 von Montag bis Donnerstag 7:30 bis 16:00 Uhr und am Freitag von 7:30 bis 13:30 Uhr. Wenn du einen Termin für eine Video-Bildungsberatung vereinbaren willst, melde dich unter bildungsinfo@akooe.at. Neben der Online-Bildungsberatung findest du das bunte Beratungsangebot in OÖ auch auf https://www.bildungsberatung-ooe.at.
Salzburg
In Salzburg genügt ein Anruf bei der BILDUNGSLINE unter 0800 208 400! Du bekommst telefonische Informationen, wie beispielsweise über den Salzburger Bildungsscheck und Termine für persönliche Beratungen. Das Team der BILDUNGSLINE ist MO – FR von 08.00 – 12.00 oder unter frage@bildungsberatung-salzburg.at kostenfrei für dich zur Stelle. Mehr Infos findest du hier: www.bildungsberatung-salzburg.at. Oder du buchst deinen Termin für eine kostenlose Bildungsberatung ganz einfach unter https://termine.bildungsberatung-salzburg.at
Tirol
Ein Klick auf die Website www.bildungsberatung-tirol.at und du kannst dir deine Beratungsmöglichkeiten auf deine Frage und deinen Bezirk genau zugeschnitten anzeigen lassen. Weitere Informationen rund um Bildung und Beruf bekommst du von der Bildungsinfo Tirol!
Vorarlberg
Alles, was dein Bildungsherz begehrt, findest du auf den ersten Blick unter www.bildungsberatung-vorarlberg.at Einfach und übersichtlich kommst du so zu deiner Bildungsberatung.
Für alle Bundesländer gibt es aber auch noch die online Bildungberatung:
https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=bildungsberatung+online.at
aktualisiert: Dezember 2025
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