Berufliche Veränderung – wie kann sie gelingen?

Tausche Job gegen Traumberuf

Die Informationen im folgenden Beitrag stammen aus einem Vortrag von BiBer Bildungsberatunguf der Messe „Kultur und Bildung unter der Zirkuskuppel“ im September 2024 in Bischofshofen. Gemeinsam zeigten Geschäftsführerin Christine Bauer-Grechenig und Bildungs- und Berufsberaterin Laura Eder, wie sie Menschen bei ihrer Reise zu einem neuen beruflichen Ziel begleiten.

Von Daniela Bayer |
Segelschiff auf dem Meer

Manche Menschen fühlen sich unzufrieden oder belastet in ihrem Job, oder sie müssen sich aus anderen Gründen umorientieren und einen neuen Beruf finden. Manche möchten sich aber auch endlich einen Traum erfüllen, sie suchen eine sinnstiftende Arbeit oder wollen sich persönlich weiterentwickeln. Dann kann es sinnvoll sein, eine berufliche Veränderung anzustreben. Aber wie kann das gelingen?

„Wenn man sich beruflich verändern möchte, ist der erste Schritt, sich darüber bewusst zu werden. Denn solche Gedanken gehen oft im Alltag unter,“ sagt Christine Bauer-Grechenig, Geschäftsführerin und selbst Bildungsberaterin bei BiBer Bildungsberatung. „Veränderung erzeugt allerdings auch Sorgen und Ängste. Denn es ist immer einfacher, in der Situation zu bleiben. Doch auf Dauer macht das unzufrieden.“

Eigene Wünsche und Fähigkeiten bei der Karriereplanung berücksichtigen

In dieser Phase der Suche ist folgendes zu überlegen: Was genau soll verändert werden – und was kann so bleiben, wie es ist? In größeren Betrieben ist es beispielsweise möglich, innerhalb des eigenen Betriebes andere Aufgaben zu übernehmen oder die Abteilung zu wechseln. Zu den weiteren Vorbereitungen gehören auch folgende Fragen: Was hat mir in meiner bisherigen Position gefallen, was kann so bleiben? Welchen Zeithorizont strebe ich an? Wie sieht es mit meiner finanziellen Situation aus? Muss ich eine Ausbildung berufsbegleitend machen, oder gibt es eine Förderung für diese Ausbildung?

Laura Eder, Bildungsberaterin bei BiBer Bildungsberatung, erklärt: „Neben meinen Wünschen sollte ich auch auf meine Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse schauen: Gibt es Tätigkeiten, die mir bisher schon gefallen haben und die ich gut kann? In welchen Schulfächern hatte ich besonders gute Noten? Welche Kompetenzen bringe ich sonst mit? Diese sind oft nicht nur formale Abschlüsse, sondern können sich auch aus einem Ehrenamt oder Tätigkeiten innerhalb der Familie ergeben.“

Rahmenbedingungen im Job und Arbeitsmarkt

Jeder Mensch hat andere Werte und braucht gewisse Rahmenbedingungen, um seine Arbeit gut und gern machen zu können. Wer Familie hat, muss die Arbeit auch mit der Familienarbeit vereinbaren. Nicht alle Menschen sind wiederum bereit, ihren Wohnort zu verändern – für die Dauer der Ausbildung oder auch für immer.

Oft hält sich auch ein bestimmtes Bild von einem Beruf im Kopf, das mit der Realität nicht übereinstimmt: Wichtig ist es daher, sich über den angestrebten Beruf zu informieren. Am besten ist es, vor einem Jobwechsel ein Praktikum zu machen. Auch beim Hospitieren ist es möglich, das Berufsfeld besser kennenzulernen.

Die Frage, ob eigentlich auch die Situation am Arbeitsmarkt bei der Neuorientierung zu berücksichtigen ist, beantwortet Christine Bauer-Grechenig so: „Ja, man sollte schon einen Blick darauf werfen. An erster Stelle stehen aber die eigenen Interessen und Fähigkeiten. Denn wenn man etwas gerne macht, dann macht man es auch gut.“

Die nächsten konkreten Schritte in Richtung Berufswechsel

Ist die Analysephase mit den eigenen Wünschen, Fähigkeiten und Rahmenbedingungen abgeschlossen, kann man sein Ziel konkretisieren und einen genauen Plan mithilfe dieser Fragen aufstellen: Welche Ausbildung muss ich machen? Wie sieht es mit den Kosten und Förderungen dafür aus? Kann ich die Ausbildung berufsbegleitend machen oder in Vollzeit?

Warum man jedenfalls versuchen sollte, seinen Traumberuf zu verwirklichen, begründet Laura Eder so: „Es ist sinnvoll, seiner Berufung zu folgen und dieses Ziel gut zu planen. Denn wenn man in der Arbeit zufrieden ist, wirkt sich das auch auf das Privatleben aus. Das wiederum beeinflusst die eigene psychische und physische Gesundheit positiv.“

Porträt von Christine Bauer-Grechenig

Christine Bauer-Grechenig, Geschäftsführerin BiBer Bildungsberatung

Zitat

Ich bin überzeugt, dass es mindestens 15 passende Berufe für jeden Menschen gibt!

Wenn der Traumberuf unerreichbar bleibt

Es gibt freilich Fälle, in denen der Plan, einen bestimmten neuen Beruf zu ergreifen, nicht umsetzbar ist: Das kann sein, weil die Ausbildung zu teuer ist, weil man den Wohnort wechseln müsste und nicht kann, die eigenen Fähigkeiten und die Möglichkeiten nicht zum angestrebten Wunschberuf passen oder weil es sonstige Beschränkungen gibt.  

Christine Bauer-Grechenig rät auch in diesen Fällen dazu, offen zu bleiben: „Ich bin überzeugt, dass es mindestens 15 passende Berufe für jeden Menschen gibt! Wenn einer davon nicht möglich ist, sollte ich mich auf ein anderes Ziel fokussieren, das erreichbar ist. Nur Mut, es gibt Umwege und Zwischenstopps, die auch super passen können!“

Im Laufe eines Lebens und je nach Lebensphase ändert sich außerdem oft der jeweilige Traumberuf. Da ist es immer wieder Zeit, einmal innezuhalten und zu überlegen: Was brauche und möchte ich jetzt?

Weitere Tipps für die nächste Karriere-Entscheidung

  • Hol dir eine Meinung von deinen Freunden, Familie, Partner:in ein: Beziehe also nicht nur das Selbstbild, sondern auch das Fremdbild in die eigenen Überlegungen mit ein
  • Hospitieren oder Schnuppern ermöglichen es, jemandem bei der Arbeit über die Schulter zu schauen und das Berufsfeld kennenzulernen
  • Nimm eine Bildungs- und Berufsberatung in Anspruch: Diese ist kostenlos und anbieterunabhängig. Die Berater:innen können dich bei deinen Plänen unterstützen. Hier geht’s zur Terminbuchungsseite
Laura Eder und Christine Bauer-Grechenig beim Vortrag

Laura Eder und Christine Bauer-Grechenig von BiBer Bildungsberatung bei ihrem Vortrag auf der Messe "Kultur und Bildung unter der Zirkuskuppel"
BiBer Bildungsberatung

CC BY

Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

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von Daniela Bayer
Daniela Bayer

Autorin

Daniela Bayer

Redakteurin und PR-Fachfrau. Mag Vielfalt, Lernen und lacht gerne. Beruflich und privat sind ihr Weiterentwicklung und Offenheit für Neues wichtig. In ihrer Freizeit ist sie viel in Stadt und Land Salzburg unterwegs und liebt die bunte Mischung von Natur und Kultur.

InfoboxBiBer Bildungsberatung

Inhalt anzeigen

Bei der BiBer Bildungsberatung bekommst du vertrauliche, neutrale und kostenlose Beratung und Information zu allen Fragen der Aus- und Weiterbildung. Du kannst im Gespräch deine persönlichen Interessen und Fähigkeiten klären, die passende Aus- und Weiterbildung finden und finanzielle Förderungen erfragen. Damit sicherst du dir deine berufliche Zukunft!

Ziel der Bildungsberatung ist es, dass du nach dem Gespräch informierter und motivierter bist, deine Entscheidungsfähigkeit gestiegen ist und du die nächsten Schritte in deinem Bildungs- und Berufsweg kennst.

Inhalte einer Bildungsberatung:

  • Wahl der Ausbildung und Weiterbildung
  • Berufsorientierung
  • Wege zur Höherqualifizierung
  • Zweiter Bildungsweg (Nachholen von Berufsausbildungen und Schulausbildungen)
  • Info zu Kursangeboten (Deutsch als Fremd-/Zweitsprache, Sprachkurse, Weiterbildungen usw.)
  • Jobfindungsstrategien
  • Förderungen

Wo gibt es die BiBer Bildungsberatung:

Die Zentrale befindet sich in der Strubergasse 18 in Salzburg. Zusätzliche Beratungen finden in der Stadtbibliothek Lehen und an der AK Salzburg statt. Wir haben außerdem in allen Bezirken Außenstellen mit zahlreichen Beratungsterminen vor Ort.  Zusätzlich kooperieren wir mit der AK in Stadt und Land Salzburg.

Unsere Außenstellen und Beratungsorte findest du in:

Ruf einfach an oder schreib eine E-Mail und vereinbare einen Termin für ein persönliches, ca. einstündiges Beratungsgespräch!

Wenn du willst, kannst du auch selbst unkompliziert online buchen unter Termine BiBer Bildungsberatung.

Kontakt: 0699/10203012 // office@biber-salzburg.at

Hilfreiche Links:

biber-salzburg.at

zuletzt aktualisiert am 14.11.2025 von BiBer Bildungsberatung

InfoboxFörderungen

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Für kostenpflichtige Weiterbildungen können je nach Bundesland und individuellen Voraussetzungen unterschiedliche Förderungen in Anspruch genommen werden.

Hilfreiche Links (Bundesländer):

Hilfreiche Links (Österreichweit):

Zuletzt aktualisiert am: 11.11.2025 von BiBer Bildungsberatung

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Weiterbildung
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Bildungsinfo aktuell

InfoboxWeiterbildungszeit und Weiterbildungsteilzeit

Inhalt anzeigen

Die Weiterbildungszeit löst mit 2026 die bisherige „Bildungskarenz“ ab.

Art der Förderung

Mit dem/r Arbeitgeber:in wird vereinbart, dass man für eine bestimmte Zeit für die berufliche Weiterbildung vom Dienst freigestellt wird. In dieser Zeit erhält man eine Leistung vom AMS.

Es gibt zwei Varianten:

  • Weiterbildungszeit: volle Freistellung
  • Weiterbildungsteilzeit: Die bisherige Arbeitszeit kann entweder um 25% oder um 50% reduziert werden.

Voraussetzungen

  • Anstellung seit mindestens einem Jahr beim Dienstgeber. Für Saisonbetriebe gelten Sonderregelungen.
  • Antragsteller:in unterliegt nicht mehr der Ausbildungspflicht
  • In den letzten 26 Wochen vor dem Beginn der Weiterbildungszeit wurde kein Kinderbetreuungsgeld oder Wochengeld bezogen
  • Schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber
  • Wenn bereits ein Master oder Diplomstudium abgeschlossen wurde: mindestens 4 Jahre vollversicherungspflichtige Arbeit in Österreich
  • Der Antrag kann entweder persönlich in Ihrer AMS Geschäftsstelle oder über MeinAMS erfolgen.  

Dauer und Inhalt der Aus- oder Weiterbildungen

  • „arbeitsmarktrelevante“ Ausbildungen
  • Weiterbildungen müssen überbetrieblich verwertbar sein
  • Die Weiterbildungszeit kann höchstens 12 Monate innerhalb von 4 Jahren dauern.
  • Bei der Weiterbildungsteilzeit sind es maximal 24 Monate innerhalb von 4 Jahren.


Mindestumfang und Nachweis

  • Weiterbildungszeit: mindestens 2 Monate Ausbildung und mindestens 20 Wochenstunden/ ECTS.
  • Bei Kinderbetreuungspflichten: 16 Wochenstunden/ECTS
  • Weiterbildungsteilzeit: die Ausbildung muss mindestens 4 Monate dauern, mit mindestens 10 Wochenstunden/ECTS
  • Bei Kinderbetreuungspflichten: 8 Wochenstunden/ECTS

Art- und Ausmaß der Förderung

  • Das Weiterbildungsgeld ist eine Leistung vom AMS (Arbeitsmarktservice).
  • Die Höhe der Beihilfe richtet sich nach einem einkommensabhängigen Stufenmodell und beträgt mindestens EUR 41,49 pro Tag (Wert 2026).
  • Bei einem Einkommen über einer bestimmten Grenze muss der Dienstgeber 15% der Weiterbildungsbeihilfe bezahlen.
  • Individuelle Beratung direkt beim AMS wird empfohlen und ist bei niedrigen Einkommen (bitte jeweils aktuelle Höhe erfragen) bei den AMS BIZ (BerufsInfoZentren) verpflichtend. 
  • Für die Weiterbildungsteilzeitbeihilfe ist keine verpflichtende Bildungsberatung erforderlich.

Zuverdienst

Der Zuverdienst zu AMS-Leistungen ist generell nur mehr in Ausnahmefällen möglich. Information dazu gibt es unter: https://www.ams.at/arbeitsuchende/arbeitslos-was-tun/arbeitslos-geringfuegig-beschaeftigt#salzburg.

Nutzt man das Fördermodell der Weiterbildungszeit, ist also in der Regel neben dem Weiterbildungsgeld vom AMS kein Zuverdienst möglich. Bei der Weiterbildungsteilzeit erhält man den Teil des Einkommens für die Wochenstunden, die man weiterhin beim/ bei der Arbeitgeber:in arbeitet und Weiterbildungsgeld vom AMS.

Zustimmung des Arbeitgebers

Die Zustimmung des Arbeitgebers muss schriftlich vereinbart werden, danach kann man den Antrag beim AMS stellen.

Wichtig:

  • Beratung verpflichtend bei niedrigen Einkommen
  • Die Weiterbildung muss nachgewiesen werden (Leistungsnachweis, Teilnahme-Bestätigung).

verfasst im Jänner 2026 von BiBer Bildungsberatung und aktualisiert im Juni 2026