Bildung ist für alle!

Wie die Volkshochschule Salzburg inklusive Bildung fördert

Eva-Maria Pfeiffer ist Leiterin des Projekts „S.I.N.N.“ an der Volkshochschule Salzburg, das inklusive Bildung fördert. Sie ist vor zwei Jahren durch Zufall auf diese Stelle gestoßen und hat sich eigeninitiativ mit vielen Weiterbildungen auf ihre neue Herausforderung vorbereitet. Heute brennt sie für das Thema Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe in der Erwachsenenbildung. Auch in ihrem Projekt wird Schritt für Schritt auf die verschiedenen Bedürfnisse der Menschen Rücksicht genommen und so ergeben sich immer wieder neue Learnings – auf beiden Seiten!

Von Daniela Bayer-Schrott |
Porträt von Eva-Maria Pfeiffer

Wie und wann ist das Projekt S.I.N.N. an der Volkshochschule Salzburg entstanden und was bedeutet diese Abkürzung?

In unseren Kursen begegnen uns sehr unterschiedliche Menschen – etwa Teilnehmer:innen mit Bewegungseinschränkungen oder mit Sinnesbehinderungen. In solchen Fällen sind auch bisher schon kreative und individuelle Lösungen gemeinsam im Team gefunden worden. Die VHS Salzburg hat hier in den vergangenen Jahren immer wieder Impulse gesetzt. Mit der Zeit wurde klar, wie hilfreich ein strukturiertes Vorgehen wäre, das allen Beteiligten – von der Planung bis zur Durchführung – Orientierung bietet. Gleichzeitig war es uns ein Anliegen, unser Angebot insgesamt inklusiver zu gestalten. Durch die Unterstützung des „Licht ins Dunkel“-Jubiläumsfonds haben wir nun die Möglichkeit, uns intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen und nachhaltige Schritte in Richtung Barrierefreiheit und Teilhabe zu setzen. Der offizielle Projektstart war im Mai 2023, davor wurde aber schon viel Vorarbeit geleistet.

„S.I.N.N.“ bedeutet: Sensibilisierung fördern, Inklusive Bildung ermöglichen, Netzwerke stärken und eine Nachhaltige Teilhabe ermöglichen.

Karrierebegleiter: Mut und Zufall

Du hast im Juni 2023 das Projekt übernommen. Welche Ausbildungen und welche beruflichen Erfahrungen hast du vorher gemacht?

Ich habe eigentlich Französisch und Englisch für Übersetzung in Innsbruck studiert. Lange Zeit war ich in der AUA Gruppe beschäftigt, danach bin ich mit meinem Mann für ein Projekt nach Köln gezogen, wo ich mit Übersetzungen beim Hotelportal HRS begonnen habe. Ich durfte beim Aufbau eines neuen Projektes dabei sein, ein Inhouse-Übersetzungsservice.

Zurück in Salzburg, habe ich 2012 bei Sony in der Großkundenbetreuung gearbeitet. Später habe ich zwei Kinder bekommen und als der Kleine eineinhalb Jahre alt war, bin ich nach der Karenz wieder zurück in meinen früheren Job. Allerdings hat mich dann die Lust auf etwas Neues gepackt. Ich bin im Jahr 2020 zur PMU ans Institut für Pflegewissenschaft und -praxis  gewechselt. Hier war ich im administrativen Bereich tätig und auch für Übersetzungen und Content-Entwicklung zuständig.

Wie bist du auf die Stelle als Projektleiterin bei der VHS aufmerksam geworden?

Das Projekt an der PMU, bei dem ich mitgearbeitet habe, ist ausgelaufen und gleichzeitig habe ich in einer Annonce der VHS Salzburg Jobs im Bereich Deutsch als Fremdsprache entdeckt. Ich war interessiert und im Bewerbungsgespräch hat sich dann zufällig herausgestellt, dass es da noch andere spannende Stellen gab – zum Beispiel jene als Projektleiterin für das Inklusions-Projekt.

Was hat dich an dieser Position angesprochen?

Dass ich mich in ein ganz neues Thema einarbeiten durfte, hat mich gereizt – und auch, dass ich in dieser Position etwas Sinnvolles für die Gesellschaft tun konnte. Der Projektplan hat mich neugierig gemacht und bot auch viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Eigeninitiative, Weiterbildung und Team-Know-how

Bild von Erika Strasser, Inklusionsbeauftragte bei der VHS Salzburg

Bild: VHS Salzburg. Inklusionsbeauftragte: Bei der VHS Salzburg sorgt Erika Strasser als Inklusionsbeauftragte dafür, dass das Kursprogramm für alle zugänglich ist.

Das Thema war also neu für dich. Wie hast du dich anfangs eingearbeitet?

Da ich keine Ausbildung im Bereich Inklusion hatte – also zum Beispiel Sonderpädagogik oder ähnliches – habe ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt: Ich habe viel gelesen und Weiterbildungen besucht. Unter anderem einen Workshop aus der Reihe Methodenakademie im Salzburger Bildungswerk. Das war eine Veranstaltung mit Monika Schmerold, der Leiterin des Vereins knack:punkt, zum Thema Barrierefreiheit. Ich habe außerdem Online-Kurse von verschiedenen Anbietern absolviert, wie iMoox oder Verband Österreichischer Volkshochschulen – alles rund um Barrierefreiheit, inklusive Unterrichtsmöglichkeiten in der Erwachsenenbildung, Vielfalt als Chance und dergleichen. Man muss eben Eigeninitiative ergreifen, um sich in ein neues Thema einzuarbeiten.

Was ich aber betonen möchte: Ich mache diese Arbeit nicht allein, sondern kann auf die Erfahrung und das Know-how meiner zwei Kolleginnen im Team, Petra Krammer und Erika Strasser, zurückgreifen. 

Vernetzungsarbeit und ein Lernprozess für alle gehören zum Projekt dazu

Was sind nun deine Aufgaben als Projektleiterin?

Zu meinen Aufgaben gehört vor allem viel Vernetzungsarbeit und Kooperation mit den betreffenden Vereinen. Zum Beispiel hat uns die Inklusionsbotschaft schon sehr bei der Arbeit unterstützt. Wir sind auch mit anderen Bildungseinrichtungen vernetzt, um uns auszutauschen. Wir stehen z.B. mit der VHS Augsburg in Kontakt, an der ein ähnliches Projekt läuft. Diese hat eine Kooperation mit der Lebenshilfe. Wir sehen, dass es sehr viel Informations- und Netzwerkaustausch braucht.

Dann gehört auch die Sensibilisierung generell und vor allem jene unserer eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. der Kursleitenden dazu. Diese sind die Hauptzielgruppe der Workshops, die wir auf die Beine gestellt haben. Im Frühjahr 2024 haben wir einen ganzen Lehrgang dazu angeboten, nun gibt es einzelne Workshops.

Worum geht es in den Sensibilisierungsworkshops? Sind diese Workshops für alle offen oder nur für Lehrende?

In unseren Sensibilisierungsworkshops behandeln wir mit Expert:innen unterschiedliche Themenfelder im Bereich Inklusion. Da ist Allgemeines dabei wie „Was ist eigentlich Inklusion und wem nützt Barrierefreiheit“ aber auch Spezifisches wie motorische Behinderungen, Sinnesbehinderungen, Gender und Diversity oder Einfache Sprache. Auch Selbsterfahrung ist dabei: Die Teilnehmenden erfahren, wie es sich anfühlen kann, eine Behinderung zu haben.

Diese Kurse sind für alle interessierten Personen offen und finden teilweise online und teilweise in Präsenz statt.

Was wird derzeit noch im Projekt ausgearbeitet?

Wir haben unser gesamtes eigenes Bildungsprogramm mit den Bereichsverantwortlichen durchforstet und überlegt: Welche Kurse haben wir, wo können wir beginnen, inklusiver zu werden, was können wir ausprobieren?

Auch der Auftritt nach außen gehört zu meinen Aufgaben. Kern ist unsere Projektseite im Internet: Behinderung & Inklusion: VHS Salzburg fördert inklusive Bildung.

Am Dienstagvormittag bieten wir seit Juni 2025 eine Sprechstunde für Menschen an, die sich für Inklusion interessieren. Alle sind willkommen, Fragen zu stellen, ob sie nun an Kursen oder am Buddy-Projekt teilnehmen möchten.

Organisation von Assistenz für Menschen mit Behinderung

Was ist das Buddy-Projekt?

Menschen mit Behinderung soll der Zugang zum lebenslangen Lernen ermöglicht bzw. erleichtert werden. Unser Buddy-Projekt ist ein Assistenzprogramme für Menschen mit Behinderung:

Bei uns kann man sich registrieren, wenn man anderen Menschen in Kursen Unterstützung geben möchte. Oder man kann sich als Person melden, die Unterstützung benötigt. Wir versuchen dann, diese beiden Seiten zu matchen.


Wie kann man Menschen mit Behinderungen eine Teilnahme an Kursen ermöglichen und erleichtern?

So unterschiedlich wie alle Menschen sind auch die Wünsche oder Notwendigkeiten zur Unterstützung. Wir wollen auf die Menschen individuell eingehen. Da unser Kursprogramm sehr vielfältig ist, entstehen auch ganz unterschiedliche Unterstützungsbedarfe. Eine Person, die z.B. eine motorische Einschränkung hat, braucht vielleicht in einem Sprachkurs gar keine Unterstützung. Für einen Kochkurs hingegen könnte diese aber notwendig sein. Nicht vergessen darf man Menschen mit unsichtbaren Behinderungen. Auch diese können sich selbstverständlich ebenfalls mit ihren Fragen und Wünschen an uns wenden.

Betroffen kann übrigens jeder und jede einzelne von uns sein, vielleicht auch nur temporär. Zum Beispiel: Ich gehe in einen Englischkurs und breche mir die Schulter und kann nicht mehr mitschreiben – auch da kann eine andere Person unterstützen.

Mit einfacher Sprache haben wir uns ebenfalls beschäftigt. Eine einfache Sprache bietet nicht nur Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen Vorteile, sondern auch Menschen, die gerade erst Deutsch lernen.

Ein intensives Projekt und hochspannende Aufgaben. Du hast zwei Kinder, wie vereinbarst du heute deine Familie mit deinem Beruf?

Ich habe nach meiner Karenz 20 Stunden pro Woche gearbeitet. Mittlerweile habe ich bei der VHS schon auf 28 Wochenstunden aufgestockt. Bei der Organisation der Kinderbetreuung haben wir glücklicherweise Rückhalt und ein sehr gutes unterstützendes Netzwerk, das wir uns aufgebaut haben.

Barrieren in den Köpfen abbauen und Vielfalt schätzen

Was ist dir in deiner Funktion besonders wichtig? Welche Ziele möchtest du noch erreichen?

Als besonders wichtig empfinde ich, die Barrieren in den Köpfen abzubauen. Die Sensibilisierungsworkshops bieten eine gute Gelegenheit zu versuchen, sich in verschiedene Situationen hineinzuversetzen. Ich wünsche mir, dass wir unser Projektvorhaben weiterverfolgen und so einen wertvollen Beitrag zur Inklusion leisten können.


Was können wir alle tun, um unsere Gesellschaft inklusiver zu machen?

Vieles! Wenn wir einander offen begegnen und Verständnis füreinander zeigen, sind oft schon erste Schritte getan. Vielfalt sollte wertgeschätzt werden und auch ein respektvoller Sprachgebrauch trägt zu einer inklusiveren Gesellschaft bei.

Vielen Dank für das Gespräch!

Beispiel: Gelungene Inklusion in der Küche

Robert Stadler im Kochkurs

Bild: VHS Salzburg

Ein Kochkurs war für Robert Stadler auch mit körperlichen Einschränkungen möglich

Robert Stadler ist 62 Jahre alt und lebt in Salzburg. Er hat eine körperliche Behinderung und engagiert sich aktiv in der Inklusionsbotschaft Salzburg sowie in der Peer-Beratung des Vereins knack:punkt. In der Volkshochschule Salzburg besuchte er einen Kochkurs, der sich auf die lateinamerikanische Küche konzentrierte, wo er in kleinen Gruppen verschiedene Teigtaschen zubereitete. Die Kursleiterin war sehr unterstützend und förderte die Kommunikation zwischen den Teilnehmer:innen, was den Kurs zu einem gelungenen Beispiel für Inklusion machte. Dennoch gab es Herausforderungen, wie die Lesbarkeit der Rezepte, für die er sich eine größere Schrift wünschte.

Stadler betont, dass Menschen mit Behinderung mehr Zeit und Unterstützung benötigen, um an Bildung teilzuhaben. Er hofft, dass zukünftige Kurse ebenfalls von offenen und verständnisvollen Menschen geleitet werden, um auch anderen Menschen mit Behinderungen ähnliche positive Erfahrungen zu ermöglichen.

CC BY

Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

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von Daniela Bayer-Schrott
Daniela Bayer

Autorin

Daniela Bayer-Schrott

Redakteurin und PR-Fachfrau. Mag Vielfalt, Lernen und lacht gerne. Beruflich und privat sind ihr Weiterentwicklung und Offenheit für Neues wichtig. In ihrer Freizeit ist sie viel in Stadt und Land Salzburg unterwegs und liebt die bunte Mischung von Natur und Kultur.

InfoboxArbeit und Ausbildung mit Behinderung

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FÜR UNTERNEHMEN

Das NEBA Betriebsservice bietet Unternehmen in ganz Österreich Antworten und Unterstützung für alle Anliegen rund um das Thema Arbeit und Behinderung. Es wird vom Sozialministeriumservice finanziert.
www.betriebsservice.info

Das Arbeitsmarktservice informiert Arbeitgeber auf folgender Seite über die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen (ams.at)

  

AUSBILDUNG MIT BEHINDERUNG

Überbetriebliche Lehre:

Wenn eine Lehrausbildung aufgrund von Einschränkungen nicht durchführbar ist, gibt es die Möglichkeit einer überbetrieblichen Lehre. Diese wird nicht in einem Unternehmen, sondern in einer Schulungseinrichtung gemacht. Informationen gibt es beim Arbeitsmarktservice: Überbetriebliche Lehre » verkürzte Lehre | AMS

Universitäten:

An den Unis gibt es Anlaufstellen für Menschen mit Behinderungen. An der Paris Lodron Universität Salzburg ist es die Abteilung Disability & Diversity. Ihre Aufgabe ist es, Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen zu beraten und während des Studiums zu unterstützen.

www.plus.ac.at/disability-diversity

Jugend am Werk:

Die persönliche Assistenz während des Studiums (aber auch am Arbeitsplatz) wird von „Jugend am Werk“ geleistet, das vom Sozialministeriumservice finanziert wird.

Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz - Jugend am Werk Salzburg (jaw-salzburg.at)

NEBA Berufsausbildungsassistenz:

Berufsausbildungsassistenz

Die Berufsausbildungsassistenz unterstützt Jugendliche mit Behinderungen oder anderen Vermittlungshemmnissen bei der Ausbildung im Rahmen einer verlängerten Lehre oder Teilqualifikation.

Vorarlberg:

Integratives Ausbildungszentrum Vorarlberg:Lebenshilfe Vorarlberg
Als Grundkonzept hinter allen Ausbildungsformen des Integrativen Ausbildungszentrum Vorarlberg (IAZ) steht die duale – also berufspraktische und schulische – Ausbildung für Jugendliche mit Beeinträchtigungen. Die Ausbildungsdauer beträgt je nach Form zwei bis vier Jahre. Die Finanzierung erfolgt durch das Sozialministerumservice, das Land Vorarlberg, das Arbeitsmarktservice (AMS) und durch Eigenerlöse des IAZ.

FÜR ARBEITSSUCHENDE MIT BEHINDERUNG

MyAbility Jobs:

Das ist ein Jobportal mit inklusiven Jobs für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in Österreich. Hier findet man auch einen Blog mit Tipps rund um Karriere & Studium sowie Erfolgsgeschichten.
https://www.myability.jobs/at/ 

BIZ (Berufsinfozentren):

Information zu Ausbildung und Berufsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen gibt es auch beim Arbeitsmarktservice bzw. in den Berufsinfozentrem (BIZ) des AMSBIZ » BerufsInfoZentren » Alle Infos | AMS

Arbeiterkammer:

informiert über Rechte, Förderungen und Unterstützung für Menschen mit Behinderungen.

arbeitundbehinderung Arbeit und Behinderung | Arbeiterkammer

NEBA Arbeitsassistenz:

Die NEBA Arbeitsassistenz (finanziert vom Sozialministeriumsservice) unterstützt Menschen mit Behinderungen, ihren Arbeitsplatz zu erhalten oder einen Arbeitsplatz zu finden.
NEBA-Arbeitsassistenz: Warum Arbeitsassistenz

  

LEBEN MIT BEHINDERUNG

Behindertenanwaltschaft:

Behindertenanwaltschaft - Herzlich Willkommen
Die Behindertenanwaltschaft unterstützt und berät Menschen mit Behinderung, wenn sie glauben, dass sie wegen einer Behinderung diskriminiert werden

ÖZIV Bundesverband:

Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten. Angeboten werden unter anderem Coaching oder Weiterbildung.

ÖZIV - Bundesverband für Menschen mit Behinderungen (oeziv.org)


BIZEPS:

Der Verein BIZEPS betreibt eine Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen in Wien. Diese und die Internetseite www.bizeps.or.at mit aktuellen redaktionellen Beiträgen wird von Menschen mit Behinderungen für Menschen mit Behinderungen gestaltet.


Knack:Punkt – Selbstbestimmt Leben Salzburg:

Ist eine Interessensvertretung von Menschen mit Behinderungen in Salzburg und bietet kostenlose (Peer-)Beratung. knackpunkt - Selbstbestimmt Leben Salzburg - Willkommen (knackpunkt-salzburg.at)


Allgemeine Informationen:

Eine Sammlung mit vielen weiterführenden Links zum Thema Arbeit und Behinderung bietet die Bundesregierung auf folgender Seite:

Arbeit und Behinderung (oesterreich.gv.at)

Informationen und Beiträge zum Thema Barrierefreiheit in der Erwachsenenbildung:

Barrierefreiheit und Erwachsenenbildung : Serien : Aktuelles :: erwachsenenbildung.at

Diese Informationen wurden im Juli 2025 aktualisiert.

Hier findet Ihr weitere Artikel zum Thema:
Bildung
Familie&Beruf
Weiterbildung
InfoboxBildungsline

Du willst noch mehr Infos?

Die Bildungsline gibt Antworten

Neue Bildungswege im Netzwerk Bildungsberatung

Kostenfreie Informationen & Beratung

erwachsenenbildung-salzburg.at
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Bildungsinfo aktuell

Infoboxwaff: Beratungs- und Förderleistungen in Wien

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Grundsätzlich bietet der waff kostenlose und individuelle Beratung für berufliche Entwicklungschancen von beschäftigten Wiener:innen und fördert berufliche Aus- und Weiterbildungen. Neben beschäftigten Wiener:innen gibt es gemeinsam mit dem AMS Wien auch Angebote für arbeitssuchende Wiener:innen.

Bildungskonto: Das Bildungskonto für Wiener Arbeitnehmer:innen (BIKO) fördert Wiener:innen, die sich beruflich weiterbilden oder einen höheren Abschluss erlangen möchten und steht allen Wiener:innen je nach Einkommen, Arbeitsmarktstatus und beruflichem Ziel bei anerkannten Bildungsträgereinrichtungen zur Verfügung. Das Bildungskonto mit maximal € 500 ist für alle Wiener:innen (Beschäftigte und arbeitslos Gemeldete). Im Rahmen des Bildungskontos werden anteilsmäßig die Kosten für berufsbezogene Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bei einem vom waff anerkannten Bildungsträger in Abhängigkeit der individuellen Formalvoraussetzungen bis maximal € 3.000 refundiert. Weiters werden Förderungen von digitalen und klimaschutzrelevanten Kompetenzen und Qualifizierungen in der Höhe von maximal € 5.000 gewährt.

Chancen-Scheck des waff: Der Chancen-Scheck ist das Förderinstrument für die Zielgruppe des Qualifikationsplans Wien 2030. Beschäftigte, die keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung haben oder Personen, die zwar über einen höheren Abschluss verfügen, aber dennoch dequalifiziert arbeiten, erhalten mit dem Chancen-Scheck eine besonders attraktive finanzielle Förderung für Aus- und Weiterbildungsvorhaben von bis zu 5.000 Euro. Mit dem Chancen-Scheck werden berufliche Weiterbildung und das kostenlose Nachholen von Lehr- und anderen Bildungsabschlüssen gefördert. Damit verbunden ist in der Regel die Ausstellung eines Qualifikationspasses, der Qualifikationen, Kompetenzen, berufliche Entwicklungsziele und Bildungsschritte dokumentiert und zum Erreichen des individuellen Bildungsziels beitragen soll.

FRECH – Frauen ergreifen Chancen – Beratung und Qualifizierung: Bei FRECH handelt es sich um ein Programm für beschäftigte Frauen in Wien, die eine grundlegende berufliche Veränderung in Form einer Neuorientierung, Höherqualifizierung und/oder Weiterentwicklung anstreben. Das Programm bietet beschäftigten Frauen mit beruflicher Veränderungsabsicht eine Prozess- und Laufbahnberatung, welche gegebenenfalls durch einen Qualifizierungszuschuss für Aus- und Weiterbildung von 90 Prozent der Weiterbildungskosten bis max. 5.000 Euro ergänzt werden kann. Aus- und Weiterbildungen zur Stärkung digitaler und klimaschutzrelevanter Kompetenzen können ebenfalls gefördert werden. Darüber hinaus werden berufsbezogene Workshops und Vorträge angeboten. Frauen können dabei von einer umfassenden individuellen Beratung, Workshops und Vorträgen sowie einer finanziellen Unterstützung bei der Aus- und Weiterbildung profitieren.

Karenz und Wiedereinstieg: Das Programm bietet Personen vor, während und nach einer Berufsunterbrechung (Eltern-, Pflege- oder Familienhospizkarenz) frühzeitige Information und präventive Beratung für den beruflichen Wiedereinstieg. Die Beratung kann durch einen Qualifizierungszuschuss für Aus- und Weiterbildung von 90 Prozent der Kosten bis max. 4.000 Euro ergänzt werden. Darüber hinaus werden themenspezifische Gruppenveranstaltungen mit gelegentlicher Kinderbetreuung angeboten.

Ausbildungsinitiative Frauen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik: Die Ausbildungsinitiative für Frauen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik wendet sich an beschäftigte Wiener:innen, die ein berufsbegleitendes Studium in den genannten Bereichen anstreben. Ziel ist es, mehr Frauen in berufsbegleitende Fachhochschulstudiengänge zu bringen und damit langfristig mehr weibliche Fachkräfte für den Wiener Arbeitsmarkt zu gewinnen. Das Programm bietet umfassende prozessorientierte Beratung wie auch Coachingangebote. Vor dem Studium wird die berufsbegleitende Vorbereitung auf ein Studium gefördert, unter anderem durch eine Vorqualifizierungsmaßnahme an der Hochschule Campus Wien. Nach Studienplatzzusage werden geförderte Kurse begleitend zum ersten Studienjahr, z.B. eine berufsbegleitende Begleitqualifizierung für Bachelor-Studiengänge an der FH Technikum Wien, ein Stipendium für ausgewählte Bachelor- und Masterstudiengänge (12.000 Euro für BA-Studiengänge, 9.000 Euro für MA-Stiudiengänge) sowie zahlreiche Workshops, Vernetzungsveranstaltungen und Kooperationen mit Unternehmen und Fachhochschulen bereitgestellt. Ergänzend werden studien- und berufsbezogene Veranstaltungen sowie Begleitung bis über den erfolgreichen Studienabschluss hinaus angeboten.

Sonderprogramm Lehrlinge: Der waff kann auf Grundlage des Antrags eines Lehrlings mit Wohnsitz in Wien die Vorfinanzierung der Kosten für Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung übernehmen, die dem waff von der Wirtschaftskammer Wien refundiert werden. Ergänzend werden auch die LAP-Vorbereitungskurse, die im Rahmen des Projektes Qualifizierungsmanagement eingereicht werden, gefördert.

Weiterbildungsinformation Wien: Der waff führt eine umfassende, aktuelle Weiterbildungsdatenbank unter weiterbildung.at, die eine anbieterneutrale Entscheidungsgrundlage für die Auswahl einer passenden Aus- und Weiterbildung darstellt.

Wiener Ausbildungsgeld:  Mit dem Wiener Ausbildungsgeld sollen mehr Menschen für längere Ausbildungen und die anschließende Berufstätigkeit in vom Mangel an Fachkräften geprägten Bereichen gewonnen werden. Da die Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung in der Regel nicht ausreichen, um eine längere Ausbildung finanziell abzusichern, hat Wien im Jahr 2021 mit dem Wiener Ausbildungsgeld eine finanzielle Lücke geschlossen. Die Leistung richtet sich an beim AMS Wien arbeitslos gemeldete Personen und ermöglicht diesen im Vorfeld einer Beschäftigung die Teilnahme an länger dauernden Ausbildungen (mindestens 12 Monate) im Rahmen von Jobs PLUS Ausbildung sowie anderen arbeitsplatznahen Qualifizierungen. Das Wiener Ausbildungsgeld wird für Ausbildungen in den Bereichen der kommunalen Daseinsvorsorge (beispielsweise: Gesundheit, Pflege, Soziales und Pädagogik in Kooperation mit der Magistratsdirektion und Unternehmen der Stadt Wien) und andererseits für Qualifizierungen in klimaschutzrelevanten Berufen sowie im Bereich IKT/Digitalisierung gewährt. Es unterstützt die Teilnehmer:innen während der gesamten Dauer der Ausbildung mit monatlichen Zahlungen, die einen Mindestbetrag von rund € 1.550 monatlich sicherstellen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in diesen gesellschaftlich relevanten Beschäftigungssegmenten geleistet. Die Gewährung des Wiener Ausbildungsgeldes ist subsidiär zu Förderungen des Bundes, des Landes oder Dritter.

Zahlreiche Studien belegen, dass eine finanzielle Absicherung der Lebenshaltungskosten ein wichtiger Faktor für eine Ausbildung im Erwachsenenalter ist.

Jugendstiftung Wien: Aufgrund der Entwicklungen am Arbeitsmarkt und des Fachkräftebedarfs der Wiener Wirtschaft haben der waff und das AMS Wien mit der Jugendstiftung Wien ein erfolgreiches Instrument zur Qualifizierung von jungen Erwachsenen ins Leben gerufen. Im Eintrittszeitraum von Jänner 2025 bis Dezember 2028 werden insgesamt 1.000 umstiegs- und aufstiegsorientierte junge Wiener:innen im Alter von 18 bis 24 und mit Anspruch auf Arbeitslosengeldbezug durch gezielte Aus- und Weiterbildung unterstützt. Die Maßnahme umfasst eine Phase der Berufsorientierung, in welcher vorhandene Kompetenzen erarbeitet und ein Berufsziel entwickelt wird. Die Möglichkeiten reichen hierbei vom Lehrabschluss bis hin zu Bachelorstudien. Hier soll einerseits auf bestehenden Qualifikationen der Teilnehmer:innen aufgebaut und begonnene Ausbildungen abgeschlossen werden und andererseits neue Berufsziele in Branchen mit besonders hohem Fachkräftebedarf erarbeitet werden (MINT, Green, Care). Nach Abschluss der Ausbildung wird im Rahmen der aktiven Arbeitsuche intensiv bei der Jobsuche unterstützt. Da eine finanzielle Absicherung der Lebenserhaltungskosten ein wichtiger Faktor für eine Ausbildung im Erwachsenenalter darstellt, ist zusätzlich zum Arbeitslosengeld eine monatliche ausbildungsbedingte Zuschussleistung in Höhe von € 300 vorgesehen.

Frauenstiftung Wien: Die Frauenstiftung Wien richtet sich an Frauen ab 25 Jahren ohne Berufsausbildung und mit Arbeitslosengeldbezug, wobei der Fokus auf Wiedereinsteigerinnen liegt. Ihr Ziel ist es, den Teilnehmerinnen eine Qualifizierung zu ermöglichen und sie beim (Wieder)-Einstieg als Fachkraft in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Im Rahmen des mit August 2025 gestarteten Pilotprojekts ist innerhalb von einem Jahr der Eintritt von 100 Frauen vorgesehen. Ähnlich wie bei der Jugendstiftung ist auch hier zu Beginn eine Phase der Berufsorientierung vorgesehen, in welcher vorhandene Kompetenzen erarbeitet und ein Berufsziel entwickelt wird. Dabei wird einerseits auf den bestehenden Qualifikationen der Teilnehmerinnen aufgebaut und andererseits neue Berufsziele in Branchen mit besonders hohem Fachkräftebedarf erarbeitet (MINT, Green, Care). Nach Abschluss der Ausbildung – die Möglichkeiten reichen vom Lehrabschluss bis hin zu Bachelorstudien – wird intensiv bei der Jobsuche unterstützt. Um entsprechende Ausbildungen zu ermöglichen und die Lebenserhaltungskosten abzusichern ist ein monatlicher Ausbildungszuschuss in Höhe von € 300 zusätzlich zum Arbeitslosengeld vorgesehen.

Wiener Pflegeausbildungsprämie: Die Pflegeausbildungsprämie ist eine monatliche finanzielle Unterstützung in der Höhe von 658,40 Euro für Personen, die eine Ausbildung in Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufen an einer anerkannten Ausbildungseinrichtung in Wien absolvieren. Damit sollen strukturelle und finanzielle Anreize gesetzt werden, um Ausbildungen in diesen Bereichen attraktiver zu gestalten. Die Pflegeausbildungsprämie kann Personen gewährt werden, die eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege (z.B. Bachelor Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegefachassistenz) bzw. eine Ausbildung in einem Sozialbetreuungsberuf (z.B. Fach- bzw. Diplom-Sozialbetreuung in Alten- oder Behindertenarbeit) absolvieren.

Kursförderungen für Arbeitnehmer*nnen in Wien – waff
 

Diese Informationen wurden uns vom waff im Februar 2026 zur Verfügung gestellt.