Elisabeths Weg auf 4 Rädern durch die Arbeitswelt

Barrieren sind auf dem Ausbildungs- und Berufsweg von Elisabeth Losbichler nichts Seltenes. Viele davon befinden sich in den Köpfen der Menschen. Wie sie trotzdem ihren Optimismus bewahrt und ihre Ziele nicht aus den Augen verliert, erzählt sie im Interview.

Von Daniela Bayer-Schrott |
Elisabeth Losbichler

Elisabeth, wie alt bist du jetzt und was machst du beruflich?

Ich bin 38 Jahre alt und arbeite im Recruiting eines großen österreichischen Handelsunternehmens.

  

Was hast du für eine Behinderung?

Ich hatte einen Sauerstoffmangel bei der Geburt, außerdem kam ich 5 Wochen zu früh auf die Welt. Daher gehe ich nicht auf 2 Füßen, sondern fahre auf 4 Rädern durchs Leben.

  

Welche Erfahrungen hast du während deiner Schulzeit gemacht?

Meine Volksschule war eine Regelschule mit integrativem Aspekt: Eine Begleitperson hat mich bei gewissen Aufgaben und bei Lehrausgängen unterstützt.

Die Volksschulzeit war schwierig, heute würde man sagen, ich wurde diskriminiert. Zum Beispiel habe ich in Diktaten meist schlechtere Noten bekommen als andere, die gleich viele Fehler hatten wie ich. Der einzige Grund: Ich bin beim Schreiben aufgrund meiner Behinderung langsamer.

In der Hauptschulzeit sind die Lehrer:innen besser auf mich eingegangen und haben mich gut in die Klassengemeinschaft eingebunden. So habe ich endlich einen „normalen“ Umgang mit mir erfahren!

Sonderschule – ja oder nein?

Mir wurde während der Schulzeit oft gesagt, ich solle in die Sonderschule gehen. Meine Eltern haben sich strikt dagegen gewehrt, und dafür bin ich ihnen heute noch dankbar. Ich persönlich finde es besser, Menschen mit Behinderungen zu inkludieren. So gut die Betreuung in der Sonderschule auch sein mag – leider bekommt man damit fürs ganze Leben einen Stempel aufgedrückt. Viele Möglichkeiten sind dadurch verbaut.

Mein Wunschberuf war lange Zeit die Buchhaltung, und so bin ich in die HAK gegangen. Vorbild waren meine Eltern, die beide in einer Bank gearbeitet haben. Und ich dachte, das geht mit Rollstuhl auch.

In der 4. Klasse HAK bin ich mit meiner Cousine in ein Jugendlager mitgefahren. Am letzten Tag wurde mir vor der Abschlussfeier kurzerhand das Mikro in die Hand gedrückt – ich durfte den Abend moderieren. Den Leuten hat das so gefallen, sie sind gelegen vor Lachen! So etwas wollte ich beruflich machen, daher habe ich nach der Matura das Kommunikationsstudium angefangen.

  

Wer hat dich in deiner Ausbildungszeit gestärkt?

Meine Eltern haben mich, was Bildung betrifft, sehr unterstützt. Sie waren immer im Hintergrund da. Die Kehrseite der Medaille ist, dass dadurch ein stärkeres und längeres Abhängigkeitsverhältnis entstanden ist.

  

Wie ist es auf der Uni weitergegangen?

Ich bin von Niederösterreich nach Salzburg gezogen und habe erstmals allein gewohnt. Ich war noch sehr unsicher, wie das alles gehen soll. Aber auf der Uni habe ich bald gemerkt, dass dieses Studium genau das richtige für mich ist.

Besuch der Uni: Gute Vorbereitung, persönliche Assistenz

Gab es auf der Uni Unterstützung für Menschen mit Behinderung?

Ja, meine Eltern und ich haben im Vorfeld mit der Uni Salzburg Kontakt aufgenommen und wir haben uns vor Ort alles angeschaut. Es gab eine Behindertenbeauftragte, die uns sehr weitergeholfen hat. Außerdem hatte ich anfangs eine persönliche Assistenz, die mich zum Beispiel bei Kopierarbeiten unterstützt oder die Hörsaalerreichbarkeit im Vorhinein gecheckt hat.

Ich habe bereits während des Studiums Praktika gemacht und laufend an Projekten mitgearbeitet. Zum Beispiel an der Veranstaltungsreihe „Wir sind gleich – Studieren barrierefrei“. Dabei soll ein Parcours den Studierenden ohne Behinderung zeigen, wie es ist, wenn man z.B. nichts sieht oder auf welche Barrieren man mit einem Rolli stoßen kann.

Als erste Person mit einer Assistenz auf der Uni bekam ich immer wieder Interviewanfragen von Medien, etwa von den Salzburger Nachrichten oder vom ORF. Nun kenne ich beide Seiten sehr gut, denn während meines Studiums habe ich auch selbst viele Menschen interviewt!

Mit Vereinsarbeit habe ich ebenfalls während des Studiums begonnen: Ich wollte anderen Menschen mit Behinderung das Leben erleichtern. Mein Zugang bei dieser Arbeit war immer schon Diplomatie. Ich möchte nicht Forderungen mit der Brechstange stellen.

Behinderung und Beruf: Viele Unsicherheiten und Unwissenheit

Wie ist es dir bei der Arbeitssuche gegangen?

In Österreich muss ein Unternehmen ab einer bestimmten Größe Menschen mit Behinderung einstellen. Ich war überzeugt: Mit dieser gesetzlichen Grundlage und meiner Ausbildung finde ich sicher gleich etwas. Das war leider nicht so. Aufgrund von Unsicherheiten im Umgang mit Menschen mit Behinderung wird plötzlich der Mensch mit seinen Fähigkeiten nicht mehr gesehen, nur noch die Behinderung und was diese für Schwierigkeiten bringen könnte. Ich glaube, da ist niemand absichtlich boshaft, das ist einfach Unwissenheit.

Schlussendlich habe ich interessante Arbeitgeber kennengelernt, für die ich einige Projekte eigenständig durchführen durfte. Kaum aber stellte sich die Schlüsselfrage – ob eine Festanstellung möglich sei – wurde Abstand genommen. Außerdem drehten sich die angebotenen Projekte alle um das Thema Behinderung. Ich wollte aber nicht immer darauf reduziert werden.

   

Wie findet man als Mensch mit Behinderung den richtigen Arbeitgeber?

Ich habe zahlreiche Blindbewerbungen geschrieben. Über meine vielen Kontakte konnte ich herausfinden, ob ein Unternehmen eher offen für Vielfalt ist. So habe ich auch meinen aktuellen Arbeitgeber gefunden. Emotional und moralisch unterstützt werde ich auch von meinem großen Freundeskreis. Bevor ich zu meinem jetzigen Arbeitgeber kam, hatte ich drei Optionen. Mein bester Freund hat mir bei meiner Entscheidungsfindung geholfen.

  

Bist du stolz auf das, was du erreicht hast?

Ja! Die Behinderung ist einfach mein Packerl, welches mir mitgegeben wurde. Ich sehe sie als Herausforderung und mache das Beste draus. Es gibt immer Leute, die zweifeln: „Aber wie soll das denn gehen?“ Und ich sage mir mit meinem gesunden Optimismus dann: „Jetzt erst recht! Ich zeig euch, was ich kann!“ So habe ich schon vieles erreicht!

Genau das möchte ich auch anderen Menschen mit Behinderung mitgeben: Lasst euch nicht entmutigen. Verliert eure Ziele nicht aus den Augen, dann könnt ihr alles schaffen!

Zitat von Elisabeth Loibichler

Bayer

Inklusion beginnt beim ersten Kontakt mit der Gesellschaft

Was möchtest du unseren Leser:innen noch zum Abschluss sagen?

Es ist wichtig, Menschen mit Behinderung jede Bildung zu ermöglichen, die sie machen wollen. Das ist der Grundstock fürs ganze Leben. Und: Inklusion fängt schon viel früher an, als die meisten Menschen denken – nämlich beim allerersten Kontakt mit der Gesellschaft.

Wir sind am Ziel, wenn wir nicht mehr über das Thema „Menschen mit Behinderung“ reden müssen. Bis dahin ist es noch ein langer Weg!

  

Liebe Elisabeth, vielen Dank fürs Teilen deiner Erfahrungen!

CC BY

Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

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von Daniela Bayer-Schrott
Daniela Bayer

Autorin

Daniela Bayer-Schrott

Redakteurin und PR-Fachfrau. Mag Vielfalt, Lernen und lacht gerne. Beruflich und privat sind ihr Weiterentwicklung und Offenheit für Neues wichtig. In ihrer Freizeit ist sie viel in Stadt und Land Salzburg unterwegs und liebt die bunte Mischung von Natur und Kultur.

InfoboxArbeit und Ausbildung mit Behinderung

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FÜR UNTERNEHMEN

Das NEBA Betriebsservice bietet Unternehmen in ganz Österreich Antworten und Unterstützung für alle Anliegen rund um das Thema Arbeit und Behinderung. Es wird vom Sozialministeriumservice finanziert.
www.betriebsservice.info

Das Arbeitsmarktservice informiert Arbeitgeber auf folgender Seite über die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen (ams.at)

  

AUSBILDUNG MIT BEHINDERUNG

Überbetriebliche Lehre:

Wenn eine Lehrausbildung aufgrund von Einschränkungen nicht durchführbar ist, gibt es die Möglichkeit einer überbetrieblichen Lehre. Diese wird nicht in einem Unternehmen, sondern in einer Schulungseinrichtung gemacht. Informationen gibt es beim Arbeitsmarktservice: Überbetriebliche Lehre » verkürzte Lehre | AMS

Universitäten:

An den Unis gibt es Anlaufstellen für Menschen mit Behinderungen. An der Paris Lodron Universität Salzburg ist es die Abteilung Disability & Diversity. Ihre Aufgabe ist es, Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen zu beraten und während des Studiums zu unterstützen.

www.plus.ac.at/disability-diversity

Jugend am Werk:

Die persönliche Assistenz während des Studiums (aber auch am Arbeitsplatz) wird von „Jugend am Werk“ geleistet, das vom Sozialministeriumservice finanziert wird.

Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz - Jugend am Werk Salzburg (jaw-salzburg.at)

NEBA Berufsausbildungsassistenz:

Berufsausbildungsassistenz

Die Berufsausbildungsassistenz unterstützt Jugendliche mit Behinderungen oder anderen Vermittlungshemmnissen bei der Ausbildung im Rahmen einer verlängerten Lehre oder Teilqualifikation.

Vorarlberg:

Integratives Ausbildungszentrum Vorarlberg:Lebenshilfe Vorarlberg
Als Grundkonzept hinter allen Ausbildungsformen des Integrativen Ausbildungszentrum Vorarlberg (IAZ) steht die duale – also berufspraktische und schulische – Ausbildung für Jugendliche mit Beeinträchtigungen. Die Ausbildungsdauer beträgt je nach Form zwei bis vier Jahre. Die Finanzierung erfolgt durch das Sozialministerumservice, das Land Vorarlberg, das Arbeitsmarktservice (AMS) und durch Eigenerlöse des IAZ.

FÜR ARBEITSSUCHENDE MIT BEHINDERUNG

MyAbility Jobs:

Das ist ein Jobportal mit inklusiven Jobs für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in Österreich. Hier findet man auch einen Blog mit Tipps rund um Karriere & Studium sowie Erfolgsgeschichten.
https://www.myability.jobs/at/ 

BIZ (Berufsinfozentren):

Information zu Ausbildung und Berufsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen gibt es auch beim Arbeitsmarktservice bzw. in den Berufsinfozentrem (BIZ) des AMSBIZ » BerufsInfoZentren » Alle Infos | AMS

Arbeiterkammer:

informiert über Rechte, Förderungen und Unterstützung für Menschen mit Behinderungen.

arbeitundbehinderung Arbeit und Behinderung | Arbeiterkammer

NEBA Arbeitsassistenz:

Die NEBA Arbeitsassistenz (finanziert vom Sozialministeriumsservice) unterstützt Menschen mit Behinderungen, ihren Arbeitsplatz zu erhalten oder einen Arbeitsplatz zu finden.
NEBA-Arbeitsassistenz: Warum Arbeitsassistenz

  

LEBEN MIT BEHINDERUNG

Behindertenanwaltschaft:

Behindertenanwaltschaft - Herzlich Willkommen
Die Behindertenanwaltschaft unterstützt und berät Menschen mit Behinderung, wenn sie glauben, dass sie wegen einer Behinderung diskriminiert werden

ÖZIV Bundesverband:

Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten. Angeboten werden unter anderem Coaching oder Weiterbildung.

ÖZIV - Bundesverband für Menschen mit Behinderungen (oeziv.org)


BIZEPS:

Der Verein BIZEPS betreibt eine Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen in Wien. Diese und die Internetseite www.bizeps.or.at mit aktuellen redaktionellen Beiträgen wird von Menschen mit Behinderungen für Menschen mit Behinderungen gestaltet.


Knack:Punkt – Selbstbestimmt Leben Salzburg:

Ist eine Interessensvertretung von Menschen mit Behinderungen in Salzburg und bietet kostenlose (Peer-)Beratung. knackpunkt - Selbstbestimmt Leben Salzburg - Willkommen (knackpunkt-salzburg.at)


Allgemeine Informationen:

Eine Sammlung mit vielen weiterführenden Links zum Thema Arbeit und Behinderung bietet die Bundesregierung auf folgender Seite:

Arbeit und Behinderung (oesterreich.gv.at)

Informationen und Beiträge zum Thema Barrierefreiheit in der Erwachsenenbildung:

Barrierefreiheit und Erwachsenenbildung : Serien : Aktuelles :: erwachsenenbildung.at

Diese Informationen wurden im Juli 2025 aktualisiert.

Hier findet Ihr weitere Artikel zum Thema:
Berufsgeschichten
Interview
Reportage
InfoboxBildungsline

Du willst noch mehr Infos?

Die Bildungsline gibt Antworten

Neue Bildungswege im Netzwerk Bildungsberatung

Kostenfreie Informationen & Beratung

erwachsenenbildung-salzburg.at
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Bildungsinfo aktuell

Infoboxwaff: Beratungs- und Förderleistungen in Wien

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Grundsätzlich bietet der waff kostenlose und individuelle Beratung für berufliche Entwicklungschancen von beschäftigten Wiener:innen und fördert berufliche Aus- und Weiterbildungen. Neben beschäftigten Wiener:innen gibt es gemeinsam mit dem AMS Wien auch Angebote für arbeitssuchende Wiener:innen.

Bildungskonto: Das Bildungskonto für Wiener Arbeitnehmer:innen (BIKO) fördert Wiener:innen, die sich beruflich weiterbilden oder einen höheren Abschluss erlangen möchten und steht allen Wiener:innen je nach Einkommen, Arbeitsmarktstatus und beruflichem Ziel bei anerkannten Bildungsträgereinrichtungen zur Verfügung. Das Bildungskonto mit maximal € 500 ist für alle Wiener:innen (Beschäftigte und arbeitslos Gemeldete). Im Rahmen des Bildungskontos werden anteilsmäßig die Kosten für berufsbezogene Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bei einem vom waff anerkannten Bildungsträger in Abhängigkeit der individuellen Formalvoraussetzungen bis maximal € 3.000 refundiert. Weiters werden Förderungen von digitalen und klimaschutzrelevanten Kompetenzen und Qualifizierungen in der Höhe von maximal € 5.000 gewährt.

Chancen-Scheck des waff: Der Chancen-Scheck ist das Förderinstrument für die Zielgruppe des Qualifikationsplans Wien 2030. Beschäftigte, die keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung haben oder Personen, die zwar über einen höheren Abschluss verfügen, aber dennoch dequalifiziert arbeiten, erhalten mit dem Chancen-Scheck eine besonders attraktive finanzielle Förderung für Aus- und Weiterbildungsvorhaben von bis zu 5.000 Euro. Mit dem Chancen-Scheck werden berufliche Weiterbildung und das kostenlose Nachholen von Lehr- und anderen Bildungsabschlüssen gefördert. Damit verbunden ist in der Regel die Ausstellung eines Qualifikationspasses, der Qualifikationen, Kompetenzen, berufliche Entwicklungsziele und Bildungsschritte dokumentiert und zum Erreichen des individuellen Bildungsziels beitragen soll.

FRECH – Frauen ergreifen Chancen – Beratung und Qualifizierung: Bei FRECH handelt es sich um ein Programm für beschäftigte Frauen in Wien, die eine grundlegende berufliche Veränderung in Form einer Neuorientierung, Höherqualifizierung und/oder Weiterentwicklung anstreben. Das Programm bietet beschäftigten Frauen mit beruflicher Veränderungsabsicht eine Prozess- und Laufbahnberatung, welche gegebenenfalls durch einen Qualifizierungszuschuss für Aus- und Weiterbildung von 90 Prozent der Weiterbildungskosten bis max. 5.000 Euro ergänzt werden kann. Aus- und Weiterbildungen zur Stärkung digitaler und klimaschutzrelevanter Kompetenzen können ebenfalls gefördert werden. Darüber hinaus werden berufsbezogene Workshops und Vorträge angeboten. Frauen können dabei von einer umfassenden individuellen Beratung, Workshops und Vorträgen sowie einer finanziellen Unterstützung bei der Aus- und Weiterbildung profitieren.

Karenz und Wiedereinstieg: Das Programm bietet Personen vor, während und nach einer Berufsunterbrechung (Eltern-, Pflege- oder Familienhospizkarenz) frühzeitige Information und präventive Beratung für den beruflichen Wiedereinstieg. Die Beratung kann durch einen Qualifizierungszuschuss für Aus- und Weiterbildung von 90 Prozent der Kosten bis max. 4.000 Euro ergänzt werden. Darüber hinaus werden themenspezifische Gruppenveranstaltungen mit gelegentlicher Kinderbetreuung angeboten.

Ausbildungsinitiative Frauen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik: Die Ausbildungsinitiative für Frauen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik wendet sich an beschäftigte Wiener:innen, die ein berufsbegleitendes Studium in den genannten Bereichen anstreben. Ziel ist es, mehr Frauen in berufsbegleitende Fachhochschulstudiengänge zu bringen und damit langfristig mehr weibliche Fachkräfte für den Wiener Arbeitsmarkt zu gewinnen. Das Programm bietet umfassende prozessorientierte Beratung wie auch Coachingangebote. Vor dem Studium wird die berufsbegleitende Vorbereitung auf ein Studium gefördert, unter anderem durch eine Vorqualifizierungsmaßnahme an der Hochschule Campus Wien. Nach Studienplatzzusage werden geförderte Kurse begleitend zum ersten Studienjahr, z.B. eine berufsbegleitende Begleitqualifizierung für Bachelor-Studiengänge an der FH Technikum Wien, ein Stipendium für ausgewählte Bachelor- und Masterstudiengänge (12.000 Euro für BA-Studiengänge, 9.000 Euro für MA-Stiudiengänge) sowie zahlreiche Workshops, Vernetzungsveranstaltungen und Kooperationen mit Unternehmen und Fachhochschulen bereitgestellt. Ergänzend werden studien- und berufsbezogene Veranstaltungen sowie Begleitung bis über den erfolgreichen Studienabschluss hinaus angeboten.

Sonderprogramm Lehrlinge: Der waff kann auf Grundlage des Antrags eines Lehrlings mit Wohnsitz in Wien die Vorfinanzierung der Kosten für Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung übernehmen, die dem waff von der Wirtschaftskammer Wien refundiert werden. Ergänzend werden auch die LAP-Vorbereitungskurse, die im Rahmen des Projektes Qualifizierungsmanagement eingereicht werden, gefördert.

Weiterbildungsinformation Wien: Der waff führt eine umfassende, aktuelle Weiterbildungsdatenbank unter weiterbildung.at, die eine anbieterneutrale Entscheidungsgrundlage für die Auswahl einer passenden Aus- und Weiterbildung darstellt.

Wiener Ausbildungsgeld:  Mit dem Wiener Ausbildungsgeld sollen mehr Menschen für längere Ausbildungen und die anschließende Berufstätigkeit in vom Mangel an Fachkräften geprägten Bereichen gewonnen werden. Da die Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung in der Regel nicht ausreichen, um eine längere Ausbildung finanziell abzusichern, hat Wien im Jahr 2021 mit dem Wiener Ausbildungsgeld eine finanzielle Lücke geschlossen. Die Leistung richtet sich an beim AMS Wien arbeitslos gemeldete Personen und ermöglicht diesen im Vorfeld einer Beschäftigung die Teilnahme an länger dauernden Ausbildungen (mindestens 12 Monate) im Rahmen von Jobs PLUS Ausbildung sowie anderen arbeitsplatznahen Qualifizierungen. Das Wiener Ausbildungsgeld wird für Ausbildungen in den Bereichen der kommunalen Daseinsvorsorge (beispielsweise: Gesundheit, Pflege, Soziales und Pädagogik in Kooperation mit der Magistratsdirektion und Unternehmen der Stadt Wien) und andererseits für Qualifizierungen in klimaschutzrelevanten Berufen sowie im Bereich IKT/Digitalisierung gewährt. Es unterstützt die Teilnehmer:innen während der gesamten Dauer der Ausbildung mit monatlichen Zahlungen, die einen Mindestbetrag von rund € 1.550 monatlich sicherstellen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in diesen gesellschaftlich relevanten Beschäftigungssegmenten geleistet. Die Gewährung des Wiener Ausbildungsgeldes ist subsidiär zu Förderungen des Bundes, des Landes oder Dritter.

Zahlreiche Studien belegen, dass eine finanzielle Absicherung der Lebenshaltungskosten ein wichtiger Faktor für eine Ausbildung im Erwachsenenalter ist.

Jugendstiftung Wien: Aufgrund der Entwicklungen am Arbeitsmarkt und des Fachkräftebedarfs der Wiener Wirtschaft haben der waff und das AMS Wien mit der Jugendstiftung Wien ein erfolgreiches Instrument zur Qualifizierung von jungen Erwachsenen ins Leben gerufen. Im Eintrittszeitraum von Jänner 2025 bis Dezember 2028 werden insgesamt 1.000 umstiegs- und aufstiegsorientierte junge Wiener:innen im Alter von 18 bis 24 und mit Anspruch auf Arbeitslosengeldbezug durch gezielte Aus- und Weiterbildung unterstützt. Die Maßnahme umfasst eine Phase der Berufsorientierung, in welcher vorhandene Kompetenzen erarbeitet und ein Berufsziel entwickelt wird. Die Möglichkeiten reichen hierbei vom Lehrabschluss bis hin zu Bachelorstudien. Hier soll einerseits auf bestehenden Qualifikationen der Teilnehmer:innen aufgebaut und begonnene Ausbildungen abgeschlossen werden und andererseits neue Berufsziele in Branchen mit besonders hohem Fachkräftebedarf erarbeitet werden (MINT, Green, Care). Nach Abschluss der Ausbildung wird im Rahmen der aktiven Arbeitsuche intensiv bei der Jobsuche unterstützt. Da eine finanzielle Absicherung der Lebenserhaltungskosten ein wichtiger Faktor für eine Ausbildung im Erwachsenenalter darstellt, ist zusätzlich zum Arbeitslosengeld eine monatliche ausbildungsbedingte Zuschussleistung in Höhe von € 300 vorgesehen.

Frauenstiftung Wien: Die Frauenstiftung Wien richtet sich an Frauen ab 25 Jahren ohne Berufsausbildung und mit Arbeitslosengeldbezug, wobei der Fokus auf Wiedereinsteigerinnen liegt. Ihr Ziel ist es, den Teilnehmerinnen eine Qualifizierung zu ermöglichen und sie beim (Wieder)-Einstieg als Fachkraft in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Im Rahmen des mit August 2025 gestarteten Pilotprojekts ist innerhalb von einem Jahr der Eintritt von 100 Frauen vorgesehen. Ähnlich wie bei der Jugendstiftung ist auch hier zu Beginn eine Phase der Berufsorientierung vorgesehen, in welcher vorhandene Kompetenzen erarbeitet und ein Berufsziel entwickelt wird. Dabei wird einerseits auf den bestehenden Qualifikationen der Teilnehmerinnen aufgebaut und andererseits neue Berufsziele in Branchen mit besonders hohem Fachkräftebedarf erarbeitet (MINT, Green, Care). Nach Abschluss der Ausbildung – die Möglichkeiten reichen vom Lehrabschluss bis hin zu Bachelorstudien – wird intensiv bei der Jobsuche unterstützt. Um entsprechende Ausbildungen zu ermöglichen und die Lebenserhaltungskosten abzusichern ist ein monatlicher Ausbildungszuschuss in Höhe von € 300 zusätzlich zum Arbeitslosengeld vorgesehen.

Wiener Pflegeausbildungsprämie: Die Pflegeausbildungsprämie ist eine monatliche finanzielle Unterstützung in der Höhe von 658,40 Euro für Personen, die eine Ausbildung in Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufen an einer anerkannten Ausbildungseinrichtung in Wien absolvieren. Damit sollen strukturelle und finanzielle Anreize gesetzt werden, um Ausbildungen in diesen Bereichen attraktiver zu gestalten. Die Pflegeausbildungsprämie kann Personen gewährt werden, die eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege (z.B. Bachelor Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegefachassistenz) bzw. eine Ausbildung in einem Sozialbetreuungsberuf (z.B. Fach- bzw. Diplom-Sozialbetreuung in Alten- oder Behindertenarbeit) absolvieren.

Kursförderungen für Arbeitnehmer*nnen in Wien – waff
 

Diese Informationen wurden uns vom waff im Februar 2026 zur Verfügung gestellt.