(Weiter-)Bildung braucht Leidenschaft

Was ist es, was du wirklich, wirklich willst?*

Ein Beitrag, der uns alle dazu motivieren sollte, Neues zu wagen, einen gewaltigen Schritt aus der Komfortzone zu setzen und uns weiterzubilden.

Von Carmen Bayer |
2017 OTelo

Das Salzburger Bildungswerk initiierte eine Exkursion zu den OTELOs in Vöcklabruck und Vorchdorf. Teilnehmen konnte jeder_r Interessierte – dadurch entstand eine bunte Runde an Teilnehmer_innen aus allen Bereichen. Von der Landtagsabgeordneten bis hin zum Team der Plusregion. Das Konzept der OTELOs bewegt die Leute. Was steckt dahinter?

Was ist ein OTELO?

OTELO steht für offenes Technologielabor und ist weit mehr als "nur" ein Technologielabor. Ein OTELO bietet Raum für dich, für mich und jedermann/frau. Was in diesen - frei zur Verfügung stehenden Räumen - entsteht, hängt voll und ganz von den Nutzer_innen ab. Ob ihr die Materialien vor Ort, wie 3D Drucker, nutzt oder ob ihr die Räume für neue Projekte – als Tanzstudio, Treffpunkt … verwendet, liegt ganz bei euch.

Carmen Bayer/Netzwerk Bildungsberatung Salzburg

Die fundamentale Frage

Was kann man anbieten, um Innovation, freie Entfaltung, Regionalität und Achtsamkeit zu fördern? Was scheinbar komplexe Lösungsstrategien verlangt ist im Grunde einfach erklärt:

"Was ist es, was du wirklich, wirklich willst?"

Dieses Zitat verdeutlicht das Prinzip. Was willst und brauchst du wirklich? Mal abgesehen von den Dingen, die dir dein Umfeld vorschreibt, wo liegen deine Leidenschaft, deine Lust am Tun? Wenn wir uns dessen bewusst werden braucht es lediglich Räume. Räume, in welchen wir uns entfalten können – frei von Leistungsdruck und permanenten Rechtfertigungszwängen. Die Aufgabe von Menschen wie Wolfgang Mader und Martin Hollinetz, beide Gründungsmitglieder, ist das Gastgebersein. Die Räume, die sie zur Verfügung stellen, sollten einladend, inspirierend und begeisternd sein.

Ein Blick nach Vöcklabruck und Vorchdorf

Bei der Besichtigung der Räumlichkeiten in Vöcklabruck wie auch in Vorchdorf wird eines offensichtlich: Es wird genutzt, was vorhanden ist, ohne viel Drumherum. Der erste 3D-Drucker in Vorchdorf ist aus einer Eigenproduktion entstanden, die großen Spiegel - im unter anderem zum Hip-Hop Tanzen verwendeten Raum in Vöcklabruck, hat die Crew selbst mitgebracht. Es sind scheinbar die kleinen Dinge, wonach sich die Menschen sehnen, was sie inspiriert Neues zu wagen und sich weiterzubilden.

Wen trifft man im OTELO?

Wer jetzt denkt, dass dieses Konzept nur jungen Menschen begeistert liegt falsch. In den OTELOs treffen Jung und Alt aufeinander um miteinander zu lernen und zu erleben. Um nur einige wenige der Möglichkeiten und Projekte zu nennen, welche dank den OTELOs kostenfreie Räume zur Verfügung haben: Repair Cafe, offene 3D Druck Labore, Food Cops und vieles mehr.

Wie kann ich mich beteiligen?

Wenn du eine Idee und eine Handvoll Gleichgesinnter beisammen hast, kannst du dir für die Umsetzung einen Raum in einem OTELO deiner Nähe "mieten". Gehe dafür am besten auf die Website der OTELOs und schaue vor Ort vorbei, um alles Kennenzulernen. Wenn du neugierig auf Neues bist und dich beispielsweise mal selbst Waschmittel herstellen möchtest, besuche das OTELO in Vorchdorf.  Auf der Website und auf Facebook findest du Veranstaltungsinfos und vieles mehr.

Abschließend ein Zitat, welches mir nach diesen Ausflug lange im Kopf bleiben wird:

Zitat

Jedes Otelo, das neu entsteht, verändert die gesamte Umgebung. Es liegt an uns, etwas dazu beizutragen.

*© Frithjof Bergmann

CC BY

Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

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von Carmen Bayer
Carmen Bayer

Autorin

Carmen Bayer

Carmen Bayer ist Soziologin und seit 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Robert-Jungk-Bibliothek. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Entwicklung des digitalen Angebotes, Herbstschule und Together 2050, sowie die Zukunftswerkstätten. Nebenher studiert sie Politikwissenschaften und verbringt ihre freie Zeit bevorzugt mit Büchern, Musik und sehr gerne auch mit gutem Essen. Sprachlos ist sie eher selten.

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Bildungsinfo aktuell

InfoboxWeiterbildungszeit und Weiterbildungsteilzeit

Inhalt anzeigen

Die Weiterbildungszeit löst mit 2026 die bisherige „Bildungskarenz“ ab.

Art der Förderung

Mit dem/r Arbeitgeber:in wird vereinbart, dass man für eine bestimmte Zeit für die berufliche Weiterbildung vom Dienst freigestellt wird. In dieser Zeit erhält man eine Leistung vom AMS.

Es gibt zwei Varianten:

  • Weiterbildungszeit: volle Freistellung
  • Weiterbildungsteilzeit: Die bisherige Arbeitszeit kann entweder um 25% oder um 50% reduziert werden.

Voraussetzungen

  • Anstellung seit mindestens einem Jahr beim Dienstgeber. Für Saisonbetriebe gelten Sonderregelungen.
  • Antragsteller:in unterliegt nicht mehr der Ausbildungspflicht
  • In den letzten 26 Wochen vor dem Beginn der Weiterbildungszeit wurde kein Kinderbetreuungsgeld oder Wochengeld bezogen
  • Schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber
  • Wenn bereits ein Master oder Diplomstudium abgeschlossen wurde: mindestens 4 Jahre vollversicherungspflichtige Arbeit in Österreich
  • Der Antrag kann entweder persönlich in Ihrer AMS Geschäftsstelle oder über MeinAMS erfolgen.  

Dauer und Inhalt der Aus- oder Weiterbildungen

  • „arbeitsmarktrelevante“ Ausbildungen
  • Weiterbildungen müssen überbetrieblich verwertbar sein
  • Die Weiterbildungszeit kann höchstens 12 Monate innerhalb von 4 Jahren dauern.
  • Bei der Weiterbildungsteilzeit sind es maximal 24 Monate innerhalb von 4 Jahren.


Mindestumfang und Nachweis

  • Weiterbildungszeit: mindestens 2 Monate Ausbildung und mindestens 20 Wochenstunden/ ECTS.
  • Bei Kinderbetreuungspflichten: 16 Wochenstunden/ECTS
  • Weiterbildungsteilzeit: die Ausbildung muss mindestens 4 Monate dauern, mit mindestens 10 Wochenstunden/ECTS
  • Bei Kinderbetreuungspflichten: 8 Wochenstunden/ECTS

Art- und Ausmaß der Förderung

  • Das Weiterbildungsgeld ist eine Leistung vom AMS (Arbeitsmarktservice).
  • Die Höhe der Beihilfe richtet sich nach einem einkommensabhängigen Stufenmodell und beträgt mindestens EUR 41,49 pro Tag (Wert 2026).
  • Bei einem Einkommen über einer bestimmten Grenze muss der Dienstgeber 15% der Weiterbildungsbeihilfe bezahlen.
  • Individuelle Beratung direkt beim AMS wird empfohlen und ist bei niedrigen Einkommen (bitte jeweils aktuelle Höhe erfragen) bei den AMS BIZ (BerufsInfoZentren) verpflichtend. 
  • Für die Weiterbildungsteilzeitbeihilfe ist keine verpflichtende Bildungsberatung erforderlich.

Zuverdienst

Der Zuverdienst zu AMS-Leistungen ist generell nur mehr in Ausnahmefällen möglich. Information dazu gibt es unter: https://www.ams.at/arbeitsuchende/arbeitslos-was-tun/arbeitslos-geringfuegig-beschaeftigt#salzburg.

Nutzt man das Fördermodell der Weiterbildungszeit, ist also in der Regel neben dem Weiterbildungsgeld vom AMS kein Zuverdienst möglich. Bei der Weiterbildungsteilzeit erhält man den Teil des Einkommens für die Wochenstunden, die man weiterhin beim/ bei der Arbeitgeber:in arbeitet und Weiterbildungsgeld vom AMS.

Zustimmung des Arbeitgebers

Die Zustimmung des Arbeitgebers muss schriftlich vereinbart werden, danach kann man den Antrag beim AMS stellen.

Wichtig:

  • Beratung verpflichtend bei niedrigen Einkommen
  • Die Weiterbildung muss nachgewiesen werden (Leistungsnachweis, Teilnahme-Bestätigung).

verfasst im Jänner 2026 von BiBer Bildungsberatung und aktualisiert im Juni 2026