Was ist Coworking, Frau Sigl?

Coworking: Arbeitsglück im Großraumbüro – was steckt dahinter?

Im Interview spricht Romy Sigl über das Leben als Selbstständige und erklärt uns das Konzept hinter Coworking.

Von Carmen Bayer |
2017 coworking

Es ist ein regnerischer Mittwochmorgen und ich stehe fragend vor den Räumlichkeiten des COWORKINGSALZBURG. Eine Eingangstüre finde ich nicht, dafür aber eine einladende Balkontüre. Kaum einen Schritt in den Raum gesetzt, blicke ich auf viele besetzte Schreibtische und rauchende Köpfe. Da entdecke ich auch schon Romy Sigl, die Leiterin, sie huscht von Tisch zu Tisch und bespricht dieses und jenes mit ihren Coworker_innen. Zu diesem Zeitpunkt ist es übrigens erst kurz nach 9 und das Interview kann beginnen.

Romy, welche Ausbildungen hast du gemacht?

Nach der Volksschule bin ich auf das Musische Gymnasium in Salzburg Itzling gegangen, danach ging's in die HTL Salzburg, wo ich den Zweig Hochbau wählte. Nach der Matura habe ich auf der FH Salzburg Design – und Produktmanagement studiert.

Hast du gleich nach dem Studium eine Anstellung bekommen?

Es war nicht ganz so einfach, da viele Firmen nicht wussten, wofür wir ausgebildet waren. "Bist du jetzt Designerin oder Produktmanagerin? Wir brauchen nur eines davon." Aber ich hatte dann Glück und bekam bei KISKA – Österreichs größter Designagentur - eine Anstellung im Bereich der Designstrategie. In diesen vier Jahren bei KISKA konnte ich viel lernen, ich war zum Beispiel im Research beschäftigt, was bedeutet, bevor der Produktdesigner loslegt, beobachten wir, wie und ob der Kunde das Endprodukt verwenden wird.

Warum hast du dich gegen den Job und für die Selbstständigkeit entschieden?

Bei großen und vor allem eben begehrten Firmen ist die Firmenpolitik meist auch entsprechend. Nach vier Jahren wollte ich ein Feedback geben, für welches man sich jedoch kaum interessierte. Einerseits war es also die Firmenpolitik, die mich in meinem Entschluss bestärkte, andererseits fühlte ich mich aber auch eingesperrt, da ich eigentlich schon immer gern selbstständig gearbeitet habe. Ich konnte, dank meines HTL Abschlusses, bereits während meines Studiums Baupläne für Firmen zeichnen. Meine Fähigkeiten wurden einfach nicht voll ausgenutzt und das hat mich sehr geärgert.

Romy im Kurzinterview - wer mehr über sie und ihre Arbeit erfahren möchte, einfach weiterlesen!

Du bist in den Bereichen Hochbau und Design spezialisiert, woher kam die Idee zu einem Coworking Space in Salzburg?

Ich war auf Urlaub und habe kurz davor auf ARTE einen Beitrag über das Betahaus in Berlin (Coworking) gesehen, dieser Beitrag hat mich sofort fasziniert, weil dort beide Welten vereint wurden. Die vielen internationalen Leute, die zwar selbstständig arbeiten, aber eben doch auch miteinander - wenn es sich ergibt. Diese Idee hat mich dann so begeistert, dass ich nach Berlin gefahren bin, um dort das Betahaus zu besuchen. Daraufhin habe ich auch noch weitere Coworkingspaces besucht. Ich habe mich zu der Zeit viel mit Coworker_innen unterhalten und mir erste Gedanken gemacht, ob das in Salzburg auch funktionieren könnte.

Hast du beim Aufbau deiner beruflichen Selbständigkeit Unterstützung von deinem privaten Umfeld bekommen?

Nein, aber das war auch gut so. Denn dadurch, dass ich viele Kritiker_innen und Skeptiker_innen um mich herum hatte, musste ich mir auch ganz genau überlegen, was und vor allem wie ich mein Vorhaben umsetzen werde. Insofern bin ich für Kritiker_innen immer total dankbar. Ich wusste, ich möchte trotz Selbstständigkeit nicht alleine herumsitzen und arbeiten, denn ich brauche Leute um mich herum – da bietet sich Coworking an.

COWORKING SALZBURG war quasi ein Nebenprodukt Deiner Selbstständigkeit. Mit welchem Angebot hast du dich dann eigentlich zur Unternehmerin gemacht?

Ich habe parallel mit zwei Ideen begonnen: Zum einen begann ich mit Marken- und Designberatung, wie ich das bereits bei KISKA gemacht habe und zum anderen eröffnete ich COWORKINGSALZBURG. Die Marken- und Designberatung unter dem Label: AUF*WIND, lief von Anfang an ziemlich gut. Dadurch, dass ich eigentlich schon immer Netzwerkerin war, hatte ich von Beginn an Kunden wie O2 in München und die Heinz Kettler AG.

Du hattest ja auch an der FH Salzburg einen Lehrauftrag. Wie kam es dazu?

Ich habe immer recht gute Verbindungen zu meiner Fachhochschule gehabt und im Zuge meiner Selbstständigkeit hat sich der Lehrauftrag entwickelt – man kam seitens der FH Salzburg in etwa so auf mich zu: "Wenn du jetzt selbstständig bist, kannst du auch unterrichten, denn du bist eine unserer Absolvent_innen und einige Jahre Praxiserfahrung bei KISKA kannst du auch vorweisen."  Ich dachte mir dann: "Wenn ihr meint, dass ich die Richtige bin, dann mach ich das."

Offene Räume und eine gemütliche Einrichtung prägen die Atmosphäre im COWORKINGSALZBURG.

Wie verlief der Start von COWORKINGSALZBURG?

Die ersten drei Jahre war es schwer die Räume voll zu bekommen, denn das Konzept war neu, die Leute kannten den Unterschied zwischen Coworking und Bürogemeinschaft nicht. Ich finanzierte den Coworkingspace durch die Erträge von AUF*WIND.

Wo liegen die Unterschiede zwischen einer Bürogemeinschaft und dem Konzept Coworking?

Zu Beginn, eine Bürogemeinschaft umfasst meist nicht mehr als 7-10 Leute, hier haben wir hingegen bis zu 120 verschiedene Menschen und Projekte versammelt. Da ist der Netzwerkeffekt schon ein anderer. Das ist auch schon das Nächste, in einer Bürogemeinschaft bleibt nicht viel Zeit um sich untereinander zu vernetzten oder gemeinsame Projekte zu starten. Hier bei uns versuche ich die Neuankömmlinge immer allen vorzustellen und es ist mir auch ein Anliegen, dass wir regelmäßig gemeinsam zu Mittag essen, um in der Runde neue Projekte / Ideen besprechen zu können.

Welche Kooperationen und firmenübergreifende Projekte sind bereits entstanden?

Was mich besonders freut ist fairMATCHING – ein Projekt das aus unzähligen Gesprächen der Coworker_innen im Zuge des Ankommens der flüchtenden Menschen vor ca. 1.5 Jahren entstanden ist.  fairMatching versucht, Flüchtlinge und Unternehmen zusammenzubringen und so Arbeit für die Menschen zu schaffen.
Ein weiteres Projekt ist unser Buch, welches wir zu unserem 5jährigen Bestehen schreiben. Das ist insofern hilfreich, da immer mehr Gemeinden selbst Interesse an Coworking-Formaten entwickeln und dieses Buch kann Interessierten einen ersten Überblick verschaffen.
 

COWORKINGSALZBURG stellt sich vor!

CC BY

Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

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von Carmen Bayer
Carmen Bayer

Autorin

Carmen Bayer

Carmen Bayer, Sprecherin der Salzburger Armutskonferenz, wundert sich oft über gesellschaftliche Entwicklungen und schreibt darüber. Nebenher studiert sie Politikwissenschaften und verbringt ihre freie Zeit bevorzugt mit Büchern, Musik und sehr gerne auch mit gutem Essen. Sprachlos ist sie eher selten.

InfoboxHTL - Hochbau

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Der Hochbau ist das Teilgebiet des Bauwesens, das sich mit der Planung und Errichtung von Bauwerken befasst, die mehrheitlich oberhalb der Geländelinie liegen. Die CAD-unterstützte Ausbildung umfasst konstruktive, baubetriebswirtschaftliche und gestalterische Bereiche – vom Entwurf eines Gebäudes bis zu seiner baureifen Ausführung.

Dauer: 5 Jahre

Form: Vollzeit

Praktikum: Pflichtpraktikum mindestens 8 Wochen in der unterrichtsfreien Zeit

Vorausetzungen:

  • Erfolgreiche Abschluss der 8.  Schulstufe

Eine Aufnahmeprüfung ist abzulegen:

  • von Schüler_innen der Hauptschule, wenn sie in Deutsch/Englisch/Mathematik in der III. Leistungsgruppe sind oder sie in Deutsch/Englisch/Mathematik in der II. Leistungsgruppe sind und im Jahreszeugnis die Note "Befriedigend" oder "Genügend" haben.
  • von Schüler_innen der Neuen Mittelschule, wenn sie in Deutsch/Englisch/Mathematik in der grundlegenden Ausbildung sind - entfällt bei Vorliegen der Zeugnisklausel (...geeignet zur Aufnahme in die Höhere...)

Nützliche Links:

InfoboxDesign & Produktmanagement – Bachelor

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Das dreijährige Bachelor Studium konzentriert auf die berufsfeldspezifischen Grundkompetenzen. Die ganzheitliche Umsetzung einer Produktidee von der Realisierung in der Fertigung bis zur Markteinführung ist ein vielfältiger Prozess im Unternehmen und erfordert den Einsatz verschiedener Fachleute.

Dauer: 6 Semester

Form: Vollzeit

Voraussetzungen:

In diesen Fällen sind verpflichtend Zusatzprüfungen abzulegen:

Relevante einschlägige berufliche Qualifikationen

  • Abschluss einer facheinschlägigen Lehre in folgenden Bereichen:
    - Bau- und Holzbereich
    - Kaufmännische und wirtschaftliche Berufe
    - Technischer Bereich und Metallbereich
    Zusatzprüfung: Deutsch, Mathematik I, Englisch I
  • Abschluss ein facheinschlägiges Berufsbildendes Mittleres Schulen (BMS)
  • Absolventinnen von technischen, gewerblichen und kunstgewerblichen Schulen.
  • Absolventinnen von kaufmännischen und wirtschaftlichen Berufen.
  • Facheinschlägige deutsche Fachhochschulreife.
  • Der Nachweis ausreichender Sprachkenntnisse (Sprachniveau B2).

Abschluss: Bachelor of Arts in Business (BA)

Kosten:  Studiengebühren (€ 363,- pro Semester) +ÖH-Beitrag (ca. € 24,70 pro Semester)

Hilfreiche Links:

Weiterführende Links:

Zuletzt aktualisiert: Juni 2024 von BiBer Bildungsberatung

InfoboxDesign & Produktmanagement – Master

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Im Masterstudiengang werden die Management-Inhalte vertieft. So wird der Bedarf an strategisch denkenden Designern und kreativen Managern abgedeckt. Die Absolvent_innen des Masterstudienganges koordinieren die Tätigkeiten der einzelnen Spezialisten und optimieren das Gesamtergebnis des Design- und Produktmanagementprozesses im Unternehmen.

Dauer: 4 Semester

Form: Vollzeit

Abschluss: Master of Arts in Business (MA)

Kosten: Studiengebühren (€ 363,- pro Semester) + ÖH-Beitrag (€ 19,20 pro Semester)

Nützliche Links:

Hier findet Ihr weitere Artikel zum Thema:
Interview
Selbstständig und angestellt
Gründen
Anders*Denken
InfoboxBildungsline

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Neue Bildungswege im Netzwerk Bildungsberatung

Kostenfreie Informationen & Beratung

erwachsenenbildung-salzburg.at
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Bildungsinfo aktuell

Infoboxwaff: Beratungs- und Förderleistungen in Wien

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Grundsätzlich bietet der waff kostenlose und individuelle Beratung für berufliche Entwicklungschancen von beschäftigten Wiener:innen und fördert berufliche Aus- und Weiterbildungen. Neben beschäftigten Wiener:innen gibt es gemeinsam mit dem AMS Wien auch Angebote für arbeitssuchende Wiener:innen.

Bildungskonto: Das Bildungskonto für Wiener Arbeitnehmer:innen (BIKO) fördert Wiener:innen, die sich beruflich weiterbilden oder einen höheren Abschluss erlangen möchten und steht allen Wiener:innen je nach Einkommen, Arbeitsmarktstatus und beruflichem Ziel bei anerkannten Bildungsträgereinrichtungen zur Verfügung. Das Bildungskonto mit maximal € 500 ist für alle Wiener:innen (Beschäftigte und arbeitslos Gemeldete). Im Rahmen des Bildungskontos werden anteilsmäßig die Kosten für berufsbezogene Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bei einem vom waff anerkannten Bildungsträger in Abhängigkeit der individuellen Formalvoraussetzungen bis maximal € 3.000 refundiert. Weiters werden Förderungen von digitalen und klimaschutzrelevanten Kompetenzen und Qualifizierungen in der Höhe von maximal € 5.000 gewährt.

Chancen-Scheck des waff: Der Chancen-Scheck ist das Förderinstrument für die Zielgruppe des Qualifikationsplans Wien 2030. Beschäftigte, die keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung haben oder Personen, die zwar über einen höheren Abschluss verfügen, aber dennoch dequalifiziert arbeiten, erhalten mit dem Chancen-Scheck eine besonders attraktive finanzielle Förderung für Aus- und Weiterbildungsvorhaben von bis zu 5.000 Euro. Mit dem Chancen-Scheck werden berufliche Weiterbildung und das kostenlose Nachholen von Lehr- und anderen Bildungsabschlüssen gefördert. Damit verbunden ist in der Regel die Ausstellung eines Qualifikationspasses, der Qualifikationen, Kompetenzen, berufliche Entwicklungsziele und Bildungsschritte dokumentiert und zum Erreichen des individuellen Bildungsziels beitragen soll.

FRECH – Frauen ergreifen Chancen – Beratung und Qualifizierung: Bei FRECH handelt es sich um ein Programm für beschäftigte Frauen in Wien, die eine grundlegende berufliche Veränderung in Form einer Neuorientierung, Höherqualifizierung und/oder Weiterentwicklung anstreben. Das Programm bietet beschäftigten Frauen mit beruflicher Veränderungsabsicht eine Prozess- und Laufbahnberatung, welche gegebenenfalls durch einen Qualifizierungszuschuss für Aus- und Weiterbildung von 90 Prozent der Weiterbildungskosten bis max. 5.000 Euro ergänzt werden kann. Aus- und Weiterbildungen zur Stärkung digitaler und klimaschutzrelevanter Kompetenzen können ebenfalls gefördert werden. Darüber hinaus werden berufsbezogene Workshops und Vorträge angeboten. Frauen können dabei von einer umfassenden individuellen Beratung, Workshops und Vorträgen sowie einer finanziellen Unterstützung bei der Aus- und Weiterbildung profitieren.

Karenz und Wiedereinstieg: Das Programm bietet Personen vor, während und nach einer Berufsunterbrechung (Eltern-, Pflege- oder Familienhospizkarenz) frühzeitige Information und präventive Beratung für den beruflichen Wiedereinstieg. Die Beratung kann durch einen Qualifizierungszuschuss für Aus- und Weiterbildung von 90 Prozent der Kosten bis max. 4.000 Euro ergänzt werden. Darüber hinaus werden themenspezifische Gruppenveranstaltungen mit gelegentlicher Kinderbetreuung angeboten.

Ausbildungsinitiative Frauen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik: Die Ausbildungsinitiative für Frauen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik wendet sich an beschäftigte Wiener:innen, die ein berufsbegleitendes Studium in den genannten Bereichen anstreben. Ziel ist es, mehr Frauen in berufsbegleitende Fachhochschulstudiengänge zu bringen und damit langfristig mehr weibliche Fachkräfte für den Wiener Arbeitsmarkt zu gewinnen. Das Programm bietet umfassende prozessorientierte Beratung wie auch Coachingangebote. Vor dem Studium wird die berufsbegleitende Vorbereitung auf ein Studium gefördert, unter anderem durch eine Vorqualifizierungsmaßnahme an der Hochschule Campus Wien. Nach Studienplatzzusage werden geförderte Kurse begleitend zum ersten Studienjahr, z.B. eine berufsbegleitende Begleitqualifizierung für Bachelor-Studiengänge an der FH Technikum Wien, ein Stipendium für ausgewählte Bachelor- und Masterstudiengänge (12.000 Euro für BA-Studiengänge, 9.000 Euro für MA-Stiudiengänge) sowie zahlreiche Workshops, Vernetzungsveranstaltungen und Kooperationen mit Unternehmen und Fachhochschulen bereitgestellt. Ergänzend werden studien- und berufsbezogene Veranstaltungen sowie Begleitung bis über den erfolgreichen Studienabschluss hinaus angeboten.

Sonderprogramm Lehrlinge: Der waff kann auf Grundlage des Antrags eines Lehrlings mit Wohnsitz in Wien die Vorfinanzierung der Kosten für Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung übernehmen, die dem waff von der Wirtschaftskammer Wien refundiert werden. Ergänzend werden auch die LAP-Vorbereitungskurse, die im Rahmen des Projektes Qualifizierungsmanagement eingereicht werden, gefördert.

Weiterbildungsinformation Wien: Der waff führt eine umfassende, aktuelle Weiterbildungsdatenbank unter weiterbildung.at, die eine anbieterneutrale Entscheidungsgrundlage für die Auswahl einer passenden Aus- und Weiterbildung darstellt.

Wiener Ausbildungsgeld:  Mit dem Wiener Ausbildungsgeld sollen mehr Menschen für längere Ausbildungen und die anschließende Berufstätigkeit in vom Mangel an Fachkräften geprägten Bereichen gewonnen werden. Da die Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung in der Regel nicht ausreichen, um eine längere Ausbildung finanziell abzusichern, hat Wien im Jahr 2021 mit dem Wiener Ausbildungsgeld eine finanzielle Lücke geschlossen. Die Leistung richtet sich an beim AMS Wien arbeitslos gemeldete Personen und ermöglicht diesen im Vorfeld einer Beschäftigung die Teilnahme an länger dauernden Ausbildungen (mindestens 12 Monate) im Rahmen von Jobs PLUS Ausbildung sowie anderen arbeitsplatznahen Qualifizierungen. Das Wiener Ausbildungsgeld wird für Ausbildungen in den Bereichen der kommunalen Daseinsvorsorge (beispielsweise: Gesundheit, Pflege, Soziales und Pädagogik in Kooperation mit der Magistratsdirektion und Unternehmen der Stadt Wien) und andererseits für Qualifizierungen in klimaschutzrelevanten Berufen sowie im Bereich IKT/Digitalisierung gewährt. Es unterstützt die Teilnehmer:innen während der gesamten Dauer der Ausbildung mit monatlichen Zahlungen, die einen Mindestbetrag von rund € 1.550 monatlich sicherstellen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in diesen gesellschaftlich relevanten Beschäftigungssegmenten geleistet. Die Gewährung des Wiener Ausbildungsgeldes ist subsidiär zu Förderungen des Bundes, des Landes oder Dritter.

Zahlreiche Studien belegen, dass eine finanzielle Absicherung der Lebenshaltungskosten ein wichtiger Faktor für eine Ausbildung im Erwachsenenalter ist.

Jugendstiftung Wien: Aufgrund der Entwicklungen am Arbeitsmarkt und des Fachkräftebedarfs der Wiener Wirtschaft haben der waff und das AMS Wien mit der Jugendstiftung Wien ein erfolgreiches Instrument zur Qualifizierung von jungen Erwachsenen ins Leben gerufen. Im Eintrittszeitraum von Jänner 2025 bis Dezember 2028 werden insgesamt 1.000 umstiegs- und aufstiegsorientierte junge Wiener:innen im Alter von 18 bis 24 und mit Anspruch auf Arbeitslosengeldbezug durch gezielte Aus- und Weiterbildung unterstützt. Die Maßnahme umfasst eine Phase der Berufsorientierung, in welcher vorhandene Kompetenzen erarbeitet und ein Berufsziel entwickelt wird. Die Möglichkeiten reichen hierbei vom Lehrabschluss bis hin zu Bachelorstudien. Hier soll einerseits auf bestehenden Qualifikationen der Teilnehmer:innen aufgebaut und begonnene Ausbildungen abgeschlossen werden und andererseits neue Berufsziele in Branchen mit besonders hohem Fachkräftebedarf erarbeitet werden (MINT, Green, Care). Nach Abschluss der Ausbildung wird im Rahmen der aktiven Arbeitsuche intensiv bei der Jobsuche unterstützt. Da eine finanzielle Absicherung der Lebenserhaltungskosten ein wichtiger Faktor für eine Ausbildung im Erwachsenenalter darstellt, ist zusätzlich zum Arbeitslosengeld eine monatliche ausbildungsbedingte Zuschussleistung in Höhe von € 300 vorgesehen.

Frauenstiftung Wien: Die Frauenstiftung Wien richtet sich an Frauen ab 25 Jahren ohne Berufsausbildung und mit Arbeitslosengeldbezug, wobei der Fokus auf Wiedereinsteigerinnen liegt. Ihr Ziel ist es, den Teilnehmerinnen eine Qualifizierung zu ermöglichen und sie beim (Wieder)-Einstieg als Fachkraft in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Im Rahmen des mit August 2025 gestarteten Pilotprojekts ist innerhalb von einem Jahr der Eintritt von 100 Frauen vorgesehen. Ähnlich wie bei der Jugendstiftung ist auch hier zu Beginn eine Phase der Berufsorientierung vorgesehen, in welcher vorhandene Kompetenzen erarbeitet und ein Berufsziel entwickelt wird. Dabei wird einerseits auf den bestehenden Qualifikationen der Teilnehmerinnen aufgebaut und andererseits neue Berufsziele in Branchen mit besonders hohem Fachkräftebedarf erarbeitet (MINT, Green, Care). Nach Abschluss der Ausbildung – die Möglichkeiten reichen vom Lehrabschluss bis hin zu Bachelorstudien – wird intensiv bei der Jobsuche unterstützt. Um entsprechende Ausbildungen zu ermöglichen und die Lebenserhaltungskosten abzusichern ist ein monatlicher Ausbildungszuschuss in Höhe von € 300 zusätzlich zum Arbeitslosengeld vorgesehen.

Wiener Pflegeausbildungsprämie: Die Pflegeausbildungsprämie ist eine monatliche finanzielle Unterstützung in der Höhe von 658,40 Euro für Personen, die eine Ausbildung in Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufen an einer anerkannten Ausbildungseinrichtung in Wien absolvieren. Damit sollen strukturelle und finanzielle Anreize gesetzt werden, um Ausbildungen in diesen Bereichen attraktiver zu gestalten. Die Pflegeausbildungsprämie kann Personen gewährt werden, die eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege (z.B. Bachelor Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegefachassistenz) bzw. eine Ausbildung in einem Sozialbetreuungsberuf (z.B. Fach- bzw. Diplom-Sozialbetreuung in Alten- oder Behindertenarbeit) absolvieren.

Kursförderungen für Arbeitnehmer*nnen in Wien – waff
 

Diese Informationen wurden uns vom waff im Februar 2026 zur Verfügung gestellt.