Arbeiten in der Hotellerie und Gastronomie

Zwischen Herausforderung und Spaß: Zwei Mitarbeitende erzählen

Ob an der Hotelrezeption, im Service, bei der Abrechnung oder in der Küche: Es ist sehr viel zu tun und die Aufgabengebiete sind vielfältig. Wie man mit den ungewöhnlichen Arbeitszeiten umgehen kann, wie die Bezahlung ist, ob man die eigene kreative Ader einfließen lassen kann und welche Bedeutung Wertschätzung und Teamwork haben, erzählen uns Patrick Denkmaier und Doro Dobias.

Von Daniela Bayer-Schrott |
Patrick an der Rezeption im Hotel

Unser Interviewpartner Patrick Denkmaier ist seit 7 Jahren bei Felleis & Knittelfelder beschäftigt. Er hat die HGA-Lehre (Hotel- und Gastgewerbe-Assistenz) über die Tourismus Akademie gemacht, aber noch nicht abgeschlossen. Er arbeitet die halbe Woche im Büro, wo er die gesamten Abrechnungen der Kellner und Kellnerinnen sowie die vorbereitende Buchhaltung erledigt. Die restliche Zeit steht er an der Rezeption im Hotel Lehenerhof.

Unsere Interviewpartnerin Doro Dobias ist seit 3 Jahren in der Geheimen Specerey tätig. Begonnen hat sie als Küchenhilfe mit wenig Vorkenntnissen. Zurzeit ist sie ebenfalls in der Ausbildung in der Tourismus Akademie mit dem Ziel, die Lehre Koch/Köchin abzuschließen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, in der Hotellerie/Gastronomie zur arbeiten?

Doro: Meine Familie hatte ein Gasthaus in Salzburg, die Gastronomie hat mich damals aber überhaupt nicht interessiert. Ich habe als Floristin gearbeitet und danach weiteres ausprobiert. Meine folgende Geschichte ist dann sehr schräg: Ich wurde leider gestalkt und wollte mich daher verstecken. Deshalb habe ich als Küchenhilfe in der Geheimen Specerey im Lager begonnen und danach in der Küche. Ich bin im besten Team gelandet – meine Kolleg:innen waren auch in meiner schwierigen Situation immer für mich da, wir schauen im Team aufeinander. Auch die Arbeit gefiel mir, und so mache jetzt die Ausbildung zur Köchin in der Tourismus Akademie. Unser Chef, Herr Felleis unterstützt und investiert in seine Beschäftigten und ich möchte dafür gute Noten bringen. Die Firma hat mir meine Lebensfreude wiedergebracht: Das ist das beste Arbeitsverhältnis, das ich je hatte! Klar muss man auch viel arbeiten. Aber ich bekomme auch so viel zurück und es macht mir Spaß. Es ist hart, aber ich liebe meine Arbeit!

Patrick: Ich wollte die Matura in der Abendschule nachholen. Dazu brauchte ich eine neue Arbeit, denn man muss berufstätig sein, um die Abendschule machen zu können.

So habe ich 2017 im Hotel als Frühstückskellner mit 10 Wochenstunden angefangen, und schnell auf 20 Stunden aufgestockt. Denn als das Restaurant dazugekommen ist, brauchte man mehr Personal und der Küchenchef hat mich gefragt, ob ich Aufgaben übernehmen kann. Ich hatte Freude an der Arbeit und daher auch die HGA Lehre in der Tourismus Akademie gemacht. Diese Lehre dauert zwei Jahre und wird auch bezahlt. Man macht einen Monat in einem WIFI-Kurs Theorie und dann arbeitet man im Betrieb. Die Abendschule habe ich übrigens aufgehört – dazu war ich dann nicht mehr motiviert. (lacht)

Im Service zu arbeiten, das hat mir weniger gefallen. Schließlich bin ich zur Rezeption gegangen und da sind noch Tätigkeiten im Büro dazugekommen: Derzeit stehe ich die Hälfte meiner Arbeitszeit an der Rezeption, die andere Hälfte sitze ich im Büro – von den Rechnungen bis zur Buchhaltung. Die Aufgaben sind immer mehr und immer interessanter geworden.

Was gefällt dir besser? Rezeption oder Büro?

Patrick: Vor allem die Abwechslung gefällt mir. Meist sind Montag und Freitag Bürotage. Aber eigentlich arbeite ich jede Woche anders.

Zitat von Patrick Denkmaier: "Ich bin gerne unter Menschen."

Was sind die Vorteile, wenn man im Hotel- und Gastgewerbe arbeitet?

Doro: Meist habe ich Sonntag und Montag frei. Das heißt, ich habe am Montag immer Zeit für Erledigungen. Die Festspielzeit ist freilich anders. Ansonsten sind die Dienstpläne immer super abgestimmt auf die Beschäftigten im Team.

Patrick: Die Arbeitszeiten empfinde ich als Vorteil, denn auch wochentags haben wir mal einen freien Tag. Außerdem bin ich sehr viel und sehr gern unter Menschen. Die meisten lustigen Geschichten passieren, wenn viele Menschen beisammen sind!

Welche Eigenschaften sollte man für einen Job im Tourismus mitbringen?

Doro: Es gibt viel Arbeit. Das muss man mögen. Das bringt auch Stress und Reibungen im Team. Also sollte man auf alles vorbereitet sein, zum Beispiel in der Festspielzeit. Da kommt sozusagen der „Sturm“ und wir sitzen alle in einem Boot und müssen miteinander rudern. Außerdem ist es gut, wenn man mit Menschen umgehen kann – es gibt immer wieder herausfordernde Gäste.

Patrick: Ja, abgrenzen sollte man sich können, und nichts persönlich nehmen. Wenn man mit Menschen zu tun hat, sollte man mental stabil sein und mit Urlaubern, Geschäftsreisenden, mit verschiedenen Nationalitäten gleichermaßen umgehen können. Menschenkenntnis kann man aber auch lernen. Man kann seine eigenen Erfahrungen machen. Hier bin ich zum Beispiel alleine an der Rezeption und muss selbst Lösungen finden, ich trage Verantwortung.

Was sind die Nachteile am Arbeitsplatz in der Branche Gastronomie/Hotellerie?

Patrick: Die Bezahlung ist immer noch eher niedrig und die Arbeitszeiten sind oft sehr früh oder sehr spät. Auf Hobbys kann man da meist nicht Rücksicht nehmen. Außerdem erhält man in der Küche weniger Trinkgeld. Und für Feiertage und Wochenenden gibt’s keine Zuschläge.

Herausfordernd ist es im Service, wenn es heiß ist, man viel laufen muss, und dann auch noch freundlich sein muss.

Doro: Ja, die Arbeitszeiten sind auch ein Nachteil. Aber ich habe mir diese Arbeit ja ausgesucht!

Zitat Doro Dobias: "Klar muss man viel arbeiten. Aber ich bekomme so viel zurück!"

Welche Ziele habt ihr – wie sieht eure weitere Karriereplanung aus?

Doro: Ich möchte Kunst auf die Teller bringen! Meine Hände sind die Stifte meiner Seele. Denn etwas zu essen, das ist Kunst, die man mit allen Sinnen erleben kann – nicht nur mit den Augen. Kunst, die man auch riechen und schmecken kann!

Daher möchte ich noch länger kreativ sein und bei diesem Arbeitgeber bleiben. Jeder Koch arbeitet anders und ich kann bei jedem wieder etwas Neues lernen. Dieses Wissen möchte ich weiterhin anzapfen! Durch Lernen wird man mehr!

Mein Ziel ist es, die LAP als Köchin zu absolvieren.

Patrick: Es darf so weitergehen wie bisher. Ich lerne immer noch mehr über das, was im Hintergrund passiert, möchte noch mehr Administratives machen, vielleicht bis hin zum Betriebsleiter. Für mich passt es gut, wenn ich für noch mehr Bereiche zuständig sein darf. Ansonsten lasse ich vieles auf mich zukommen.

Patrick, du hast die LAP aufgrund deiner Prüfungsangst nicht abgeschlossen. Wie gehst du damit um und siehst du das als Hindernis für deine weitere Karriere?

Patrick: Ich empfinde das derzeit als egal, weil ich merke, dass das wertgeschätzt wird, was ich kann. Die Leistung zählt. Natürlich ist mir bewusst, dass es bei anderen Arbeitgebern von Vorteil wäre, einen Abschluss zu haben. Ich kann ihn ja jederzeit nachholen.

Foto mit Patrick Denkmaier und Doro Dobias bei ihrer Arbeit.

Was ist euer Rat an die Menschen, die einen Beruf in der Hotellerie oder Gastronomie ergreifen wollen?

Doro: Corona hat die Gastronomie leider merklich angeschlagen. Aber wenn ihr lieber mit Menschen zusammen seid und nicht am Computer viereckige Augen bekommen möchtet – dann seid mutig und macht den Schritt. Die Gastronomie ist mit viel Arbeit verbunden, es ist ein harter Job. Aber man wird stärker und dann kann euch nichts mehr erschüttern! Auch ich bin stark geworden dadurch!

Patrick: Junge Menschen müssen oft sehr früh eine Entscheidung treffen, wohin es beruflich gehen soll. Aber auch wenn man mit 15 schon eine Lehre beginnt: Man kann es probieren und muss aber nicht mehr das gesamte Leben dabeibleiben. Eine Entscheidung beeinflusst das Leben zwar für ein paar Jahre, aber daraus kann man viel mitnehmen und dann einen anderen Weg einschlagen. Und: Habt keine Angst vor Fehlern! Aus Fehlern lernt man!

Weiterführende Links: 
Tourismus-Akademie Tourismus Akademie Salzburg (tourismus-akademie.at)
Betriebe: www.felleis-knittelfelder.at

Fotos (4) Bayer-Schrott; (1) privat

CC BY

Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

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von Daniela Bayer-Schrott
Daniela Bayer

Autorin

Daniela Bayer-Schrott

Redakteurin und PR-Fachfrau. Mag Vielfalt, Lernen und lacht gerne. Beruflich und privat sind ihr Weiterentwicklung und Offenheit für Neues wichtig. In ihrer Freizeit ist sie viel in Stadt und Land Salzburg unterwegs und liebt die bunte Mischung von Natur und Kultur.

InfoboxAbendgymnasium Salzburg

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Dauer: 2-10 Semester (je nach Anrechnung von Zeugnissen höherer Schulen und Studienmodell)

Form: abhängig vom individuell zusammengestellten Stundenplan

  • Vollstudium 5 Tage die Woche zwischen 17:05-21:55 Uhr
  • Kompaktstudium freitags von 15:30-21:55 und samstags von 9:00-17:00 Uhr
  • Fernstudium:

- Einser-Studium: 1 Tag die Woche, 5 Semester samstags zwischen 09:00-17:00 Uhr Tage, 5 Semester freitags zwischen 14:45-21:55 Uhr
- Zweier-Studium: 2 Tage die Woche, freitags zwischen 17:05-21:55 Uhr
- Dreier-Studium: 3 Tage die Woche, 2 Abende unter der Woche zwischen 17:05-21:55 und freitags zwischen 14:45-21:55 Uhr

  • Berufsreife Plus: Berufsreifeprüfung kann zur vollwertigen Matura ausgebaut werden, 1 Tag die Woche, freitags zwischen 14:45-21:55 Uhr
  • Projekt: Brücken bauen: Vorbereitung zum regulären Abendgymnasiums-Besuch mit Deutschniveau auf mind. A2

Voraussetzungen:

  • Erfüllung der gesetzlichen Schulpflicht
  • Mindestalter 17 Jahre
  • Berufliche Tätigkeit

Kosten: keine

Abschluss: Matura

Telefonnummer: 0662/434575

Nützliche Links: http://www.abendgymnasium.salzburg.at/

Zuletzt aktualisiert am 27.5.2024 von BiBer Bildungsberatung

InfoboxTourismusschule Salzburg - Hotelfachschule

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Die Aufgabe der Hotelfachschule (3-jährig) ist es, den Schüler*innen jenes fachliche Wissen und Können zu vermitteln, das unmittelbar zur Ausübung eines Berufes nötig ist. Zugleich wird die Allgemeinbildung erweitert und vertieft.

Dauer: 3 Jahre

Form: Vollzeit

Praktikum: In dieser Ausbildung gibt es eine Praktikumspflicht - insgesamt 24 Wochen vor Eintritt in die 3. Klasse

Voraussetzungen: Nachweis des erfolgreichen Abschlusses der 8. Schulstufe, Hauptschule oder Unterstufe AHS

Lehrabschlüsse:

  • Koch*Köchin
  • Hotel- und Gastgewerbeassistent*in
  • Restaurantfachmann*frau

Berechtigungen:

  • Ersatz der Lehrzeiten für die Lehrberufe Koch*Köchin, Restaurantfachmann*frau, Hotel-und Gastgewerbeassistent*in, Bürokaufmann*frau
  • Gastgewerbeberechtigungen: Sofern 3 Monate Praktikum absolviert wurden, gilt das Zeugnis ohne zusätzliche Berufspraxis gem. §94 Abs. 26 GewO als genereller Befähigungsnachweis für das Gastgewerbe
  • Ersatz der Unternehmerprüfung. Bei positiver Ablegung der Abschlussprüfung wird den Schüler*innen von der Wirtschaftskammer Tirol, Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, der Berufstitel Hotelkaufmann/frau verliehen.

Hilfreiche Links:

Zuletzt aktualisiert am: 05.06.2024

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Bildungsinfo aktuell

Infoboxwaff: Beratungs- und Förderleistungen in Wien

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Grundsätzlich bietet der waff kostenlose und individuelle Beratung für berufliche Entwicklungschancen von beschäftigten Wiener:innen und fördert berufliche Aus- und Weiterbildungen. Neben beschäftigten Wiener:innen gibt es gemeinsam mit dem AMS Wien auch Angebote für arbeitssuchende Wiener:innen.

Bildungskonto: Das Bildungskonto für Wiener Arbeitnehmer:innen (BIKO) fördert Wiener:innen, die sich beruflich weiterbilden oder einen höheren Abschluss erlangen möchten und steht allen Wiener:innen je nach Einkommen, Arbeitsmarktstatus und beruflichem Ziel bei anerkannten Bildungsträgereinrichtungen zur Verfügung. Das Bildungskonto mit maximal € 500 ist für alle Wiener:innen (Beschäftigte und arbeitslos Gemeldete). Im Rahmen des Bildungskontos werden anteilsmäßig die Kosten für berufsbezogene Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bei einem vom waff anerkannten Bildungsträger in Abhängigkeit der individuellen Formalvoraussetzungen bis maximal € 3.000 refundiert. Weiters werden Förderungen von digitalen und klimaschutzrelevanten Kompetenzen und Qualifizierungen in der Höhe von maximal € 5.000 gewährt.

Chancen-Scheck des waff: Der Chancen-Scheck ist das Förderinstrument für die Zielgruppe des Qualifikationsplans Wien 2030. Beschäftigte, die keine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung haben oder Personen, die zwar über einen höheren Abschluss verfügen, aber dennoch dequalifiziert arbeiten, erhalten mit dem Chancen-Scheck eine besonders attraktive finanzielle Förderung für Aus- und Weiterbildungsvorhaben von bis zu 5.000 Euro. Mit dem Chancen-Scheck werden berufliche Weiterbildung und das kostenlose Nachholen von Lehr- und anderen Bildungsabschlüssen gefördert. Damit verbunden ist in der Regel die Ausstellung eines Qualifikationspasses, der Qualifikationen, Kompetenzen, berufliche Entwicklungsziele und Bildungsschritte dokumentiert und zum Erreichen des individuellen Bildungsziels beitragen soll.

FRECH – Frauen ergreifen Chancen – Beratung und Qualifizierung: Bei FRECH handelt es sich um ein Programm für beschäftigte Frauen in Wien, die eine grundlegende berufliche Veränderung in Form einer Neuorientierung, Höherqualifizierung und/oder Weiterentwicklung anstreben. Das Programm bietet beschäftigten Frauen mit beruflicher Veränderungsabsicht eine Prozess- und Laufbahnberatung, welche gegebenenfalls durch einen Qualifizierungszuschuss für Aus- und Weiterbildung von 90 Prozent der Weiterbildungskosten bis max. 5.000 Euro ergänzt werden kann. Aus- und Weiterbildungen zur Stärkung digitaler und klimaschutzrelevanter Kompetenzen können ebenfalls gefördert werden. Darüber hinaus werden berufsbezogene Workshops und Vorträge angeboten. Frauen können dabei von einer umfassenden individuellen Beratung, Workshops und Vorträgen sowie einer finanziellen Unterstützung bei der Aus- und Weiterbildung profitieren.

Karenz und Wiedereinstieg: Das Programm bietet Personen vor, während und nach einer Berufsunterbrechung (Eltern-, Pflege- oder Familienhospizkarenz) frühzeitige Information und präventive Beratung für den beruflichen Wiedereinstieg. Die Beratung kann durch einen Qualifizierungszuschuss für Aus- und Weiterbildung von 90 Prozent der Kosten bis max. 4.000 Euro ergänzt werden. Darüber hinaus werden themenspezifische Gruppenveranstaltungen mit gelegentlicher Kinderbetreuung angeboten.

Ausbildungsinitiative Frauen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik: Die Ausbildungsinitiative für Frauen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik wendet sich an beschäftigte Wiener:innen, die ein berufsbegleitendes Studium in den genannten Bereichen anstreben. Ziel ist es, mehr Frauen in berufsbegleitende Fachhochschulstudiengänge zu bringen und damit langfristig mehr weibliche Fachkräfte für den Wiener Arbeitsmarkt zu gewinnen. Das Programm bietet umfassende prozessorientierte Beratung wie auch Coachingangebote. Vor dem Studium wird die berufsbegleitende Vorbereitung auf ein Studium gefördert, unter anderem durch eine Vorqualifizierungsmaßnahme an der Hochschule Campus Wien. Nach Studienplatzzusage werden geförderte Kurse begleitend zum ersten Studienjahr, z.B. eine berufsbegleitende Begleitqualifizierung für Bachelor-Studiengänge an der FH Technikum Wien, ein Stipendium für ausgewählte Bachelor- und Masterstudiengänge (12.000 Euro für BA-Studiengänge, 9.000 Euro für MA-Stiudiengänge) sowie zahlreiche Workshops, Vernetzungsveranstaltungen und Kooperationen mit Unternehmen und Fachhochschulen bereitgestellt. Ergänzend werden studien- und berufsbezogene Veranstaltungen sowie Begleitung bis über den erfolgreichen Studienabschluss hinaus angeboten.

Sonderprogramm Lehrlinge: Der waff kann auf Grundlage des Antrags eines Lehrlings mit Wohnsitz in Wien die Vorfinanzierung der Kosten für Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung übernehmen, die dem waff von der Wirtschaftskammer Wien refundiert werden. Ergänzend werden auch die LAP-Vorbereitungskurse, die im Rahmen des Projektes Qualifizierungsmanagement eingereicht werden, gefördert.

Weiterbildungsinformation Wien: Der waff führt eine umfassende, aktuelle Weiterbildungsdatenbank unter weiterbildung.at, die eine anbieterneutrale Entscheidungsgrundlage für die Auswahl einer passenden Aus- und Weiterbildung darstellt.

Wiener Ausbildungsgeld:  Mit dem Wiener Ausbildungsgeld sollen mehr Menschen für längere Ausbildungen und die anschließende Berufstätigkeit in vom Mangel an Fachkräften geprägten Bereichen gewonnen werden. Da die Bezüge aus der Arbeitslosenversicherung in der Regel nicht ausreichen, um eine längere Ausbildung finanziell abzusichern, hat Wien im Jahr 2021 mit dem Wiener Ausbildungsgeld eine finanzielle Lücke geschlossen. Die Leistung richtet sich an beim AMS Wien arbeitslos gemeldete Personen und ermöglicht diesen im Vorfeld einer Beschäftigung die Teilnahme an länger dauernden Ausbildungen (mindestens 12 Monate) im Rahmen von Jobs PLUS Ausbildung sowie anderen arbeitsplatznahen Qualifizierungen. Das Wiener Ausbildungsgeld wird für Ausbildungen in den Bereichen der kommunalen Daseinsvorsorge (beispielsweise: Gesundheit, Pflege, Soziales und Pädagogik in Kooperation mit der Magistratsdirektion und Unternehmen der Stadt Wien) und andererseits für Qualifizierungen in klimaschutzrelevanten Berufen sowie im Bereich IKT/Digitalisierung gewährt. Es unterstützt die Teilnehmer:innen während der gesamten Dauer der Ausbildung mit monatlichen Zahlungen, die einen Mindestbetrag von rund € 1.550 monatlich sicherstellen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in diesen gesellschaftlich relevanten Beschäftigungssegmenten geleistet. Die Gewährung des Wiener Ausbildungsgeldes ist subsidiär zu Förderungen des Bundes, des Landes oder Dritter.

Zahlreiche Studien belegen, dass eine finanzielle Absicherung der Lebenshaltungskosten ein wichtiger Faktor für eine Ausbildung im Erwachsenenalter ist.

Jugendstiftung Wien: Aufgrund der Entwicklungen am Arbeitsmarkt und des Fachkräftebedarfs der Wiener Wirtschaft haben der waff und das AMS Wien mit der Jugendstiftung Wien ein erfolgreiches Instrument zur Qualifizierung von jungen Erwachsenen ins Leben gerufen. Im Eintrittszeitraum von Jänner 2025 bis Dezember 2028 werden insgesamt 1.000 umstiegs- und aufstiegsorientierte junge Wiener:innen im Alter von 18 bis 24 und mit Anspruch auf Arbeitslosengeldbezug durch gezielte Aus- und Weiterbildung unterstützt. Die Maßnahme umfasst eine Phase der Berufsorientierung, in welcher vorhandene Kompetenzen erarbeitet und ein Berufsziel entwickelt wird. Die Möglichkeiten reichen hierbei vom Lehrabschluss bis hin zu Bachelorstudien. Hier soll einerseits auf bestehenden Qualifikationen der Teilnehmer:innen aufgebaut und begonnene Ausbildungen abgeschlossen werden und andererseits neue Berufsziele in Branchen mit besonders hohem Fachkräftebedarf erarbeitet werden (MINT, Green, Care). Nach Abschluss der Ausbildung wird im Rahmen der aktiven Arbeitsuche intensiv bei der Jobsuche unterstützt. Da eine finanzielle Absicherung der Lebenserhaltungskosten ein wichtiger Faktor für eine Ausbildung im Erwachsenenalter darstellt, ist zusätzlich zum Arbeitslosengeld eine monatliche ausbildungsbedingte Zuschussleistung in Höhe von € 300 vorgesehen.

Frauenstiftung Wien: Die Frauenstiftung Wien richtet sich an Frauen ab 25 Jahren ohne Berufsausbildung und mit Arbeitslosengeldbezug, wobei der Fokus auf Wiedereinsteigerinnen liegt. Ihr Ziel ist es, den Teilnehmerinnen eine Qualifizierung zu ermöglichen und sie beim (Wieder)-Einstieg als Fachkraft in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Im Rahmen des mit August 2025 gestarteten Pilotprojekts ist innerhalb von einem Jahr der Eintritt von 100 Frauen vorgesehen. Ähnlich wie bei der Jugendstiftung ist auch hier zu Beginn eine Phase der Berufsorientierung vorgesehen, in welcher vorhandene Kompetenzen erarbeitet und ein Berufsziel entwickelt wird. Dabei wird einerseits auf den bestehenden Qualifikationen der Teilnehmerinnen aufgebaut und andererseits neue Berufsziele in Branchen mit besonders hohem Fachkräftebedarf erarbeitet (MINT, Green, Care). Nach Abschluss der Ausbildung – die Möglichkeiten reichen vom Lehrabschluss bis hin zu Bachelorstudien – wird intensiv bei der Jobsuche unterstützt. Um entsprechende Ausbildungen zu ermöglichen und die Lebenserhaltungskosten abzusichern ist ein monatlicher Ausbildungszuschuss in Höhe von € 300 zusätzlich zum Arbeitslosengeld vorgesehen.

Wiener Pflegeausbildungsprämie: Die Pflegeausbildungsprämie ist eine monatliche finanzielle Unterstützung in der Höhe von 658,40 Euro für Personen, die eine Ausbildung in Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufen an einer anerkannten Ausbildungseinrichtung in Wien absolvieren. Damit sollen strukturelle und finanzielle Anreize gesetzt werden, um Ausbildungen in diesen Bereichen attraktiver zu gestalten. Die Pflegeausbildungsprämie kann Personen gewährt werden, die eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege (z.B. Bachelor Gesundheits- und Krankenpflege, Pflegefachassistenz) bzw. eine Ausbildung in einem Sozialbetreuungsberuf (z.B. Fach- bzw. Diplom-Sozialbetreuung in Alten- oder Behindertenarbeit) absolvieren.

Kursförderungen für Arbeitnehmer*nnen in Wien – waff
 

Diese Informationen wurden uns vom waff im Februar 2026 zur Verfügung gestellt.