Mit 45 nochmal ganz neu starten?

Mit Zielstrebigkeit und Unterstützung zum neuen Traumjob

Anita Plöbst zeigt mit ihrer Geschichte, dass es für eine berufliche Umorientierung nie zu spät ist. Sie startete erfolgreich ihre Karriere im Handel und wechselte dann über Umwege zu einem ihrer Herzensprojekte: Heute bildet sie als sozialpädagogische Begleiterin Jugendliche mit Lernschwierigkeiten aus.

Von Daniela Bayer |
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Anita Plöbst stammt aus einer Gebirgsgemeinde im Salzburger Land. Gerade für junge Frauen gab es dort nur wenig berufliche Möglichkeiten. Außerdem hatte Anita auch keine Informationen zu spannenden Berufen, denn damals standen für sie nur die für Mädchen typischen Lehrberufe zur Auswahl, wie Friseurin, Einzelhandelskauffrau oder Bürokauffrau. Eigentlich hätte sie gerne als Friseurin gearbeitet, ihr Papa hatte ihr jedoch zum Einzelhandel geraten. Anita begann also eine Lehre im Einzelhandel, wurde nach dem Lehrabschluss Abteilungsleitung für Feinkost und blieb in diesem Bereich für 23 Jahre.

Während der Karenzzeit ist sie kurz in die Gastronomie ins Abendservice gewechselt, aus ganz praktischen Gründen: „Das war leichter mit den Kindern vereinbar. Mein Mann hat tagsüber gearbeitet, ich in der Nacht,“ erzählt sie. Rückblickend ist Anita klar, dass sie während ihres Arbeitslebens aber laufend einen inneren Drang spürte, der immer stärker wurde: „Ich war unzufrieden, hatte keinen Spaß mehr an der Arbeit. Irgendwann dachte ich: Es ist jetzt Zeit, auf mich selbst zu hören.“ Frauen, ganz besonders Müttern, rät Anita in ähnlichen Situationen nicht zu verzweifeln. Sie kennt das Gefühl, nicht weiterzukommen aber: „Wenn die Kinder größer sind und nicht mehr so viel Betreuung brauchen, wird eine Umorientierung leichter!“, betont sie im Interview.

Geheimer Berufswunsch

Einen ganz geheimen Berufswunsch hat Anita entdeckt, als sie selbst ein Pferd bekommen hat und gemerkt hat, wie sensibel diese großen Tiere auf Kinder wie zum Beispiel ihren Stiefsohn, der anfangs ängstlich und unsicher war, reagieren. Sie schwärmt: „Dieses Einfühlungsvermögen für Kinder hat mich beeindruckt. Damit wollte ich mehr machen, auch beruflich.“ Eine tiergestützte Therapie anzubieten, war ihr Ziel und sie fragte sich, was sie dafür benötigte. Mit Hilfe der BiBer Bildungsberatung fand sie heraus, dass dafür ein eigener Bauernhof nötig war sowie eine pädagogische Ausbildung, die sie nicht hatte. Daher absolvierte sie zunächst die Reitpädagogische Ausbildung (FEBS) über das LFI Salzburg, als ihr eigener Sohn erst 8 Monate alt war. Später pachtete sie ein Bauernsacherl, um ihren Traum zu verwirklichen. Sie arbeitete bereits mit kleinen Kindern, hatte Sehnsucht nach mehr und stellte fest, dass sie dafür langfristig einige Adaptierungen am Hof machen müsste: Eine Toilette für beeinträchtigte Menschen, eine überdachte, wetterfeste Halle, auch die Zufahrt zum Hof war nicht ganzjährig befahrbar. Diese hohen finanziellen Investitionen wollte sie allerding an einem Hof, der nicht ihr gehörte, nicht vornehmen. So bot sie zumindest vorübergehend einen „Nachmittag am Bauernhof“ an, der immer ausgebucht war.

Interesse an Ausbildung von Lehrlingen

Nach der Karenzzeit war sie hauptberuflich wieder im Einzelhandel als Abteilungsleitung in der Feinkost beschäftigt. Dort war sie unter anderem für neue Lehrlinge verantwortlich, die sie eingeschult und begleitet hat. „Es hat mir Spaß gemacht, Leute zu schulen, ihnen was beizubringen, zu erklären. Ich bin mit jungen Leuten immer sehr gut zurechtgekommen und die Arbeit mit ihnen hat mich selbst sehr bereichert“, erzählt Anita, die darüber hinaus auch andere Abteilungsleitungen in diesen Angelegenheiten unterstützen durfte.

Das Interesse an der sozialpädagogischen Arbeit war geweckt. Damals war es aber noch nicht an der Zeit, dass sie diesem Wunsch beruflich nachkommen konnte. „Als Frau stellt man die eigenen Wünsche und Bedürfnisse meist hinten an und hält alles am Laufen: Zuerst kommen die Kinder, dann der Mann mit seiner Karriere, da der das meiste Geld verdient“, erzählt sie. Ihr Mann war damals schon in der Behindertenbetreuung tätig und auch durch ihn hat sie erlebt, wie schön die Arbeit im Sozialbereich sein kann, auch wenn es immer wieder Herausforderungen gibt.

Komplette Neuorientierung – bei Null beginnen

Aufgrund einer langwierigen und komplizierten Verletzung musste sie ihren bisherigen Beruf ganz aufgeben und auch ihren Traum von der tiergestützten Therapie konnte sie aus diesem Grund nicht mehr weiterverfolgen. Somit musste sie sich komplett neu orientieren. Eine Beraterin bei Fit2Work riet Anita in dieser scheinbar hoffnungslosen Situation, über das AMS eine freiwillige Reha zu beantragen. Diese ist für Menschen möglich, die körperliche oder psychische Beeinträchtigungen haben, aber auch fit genug für eine Ausbildung und Neuorientierung sind. So begann sie ihren Kurs beim BBRZ (Berufliches Bildungs- und Rehabilitationszentrum) in Salzburg. Was ihr in dieser Zeit beim BBRZ besonders geholfen hat, war unter anderem die Möglichkeit, in einem Fitnessstudio zu trainieren. Nach insgesamt 3 Operationen musste sie nämlich immer wieder von Neuem beginnen, Kraft aufzubauen. Außerdem konnte sie diverse Schnupperpraktika machen.

Zitat

Ich musste aber auch herausfinden, was ich eigentlich machen wollte.

„Im Kurs erarbeitete ich mir meine Stärken, ich konnte mich auf mich selbst konzentrieren und bin sehr gut unterstützt worden. Ich musste aber auch herausfinden, was ich eigentlich machen wollte. Da waren die vielen Praktika sehr hilfreich,“ erzählt sie. „Ich kannte vorher nicht viele Einrichtungen im Sozialbereich und damals wurde mir klar: Es gibt nicht nur die Lebenshilfe, es gibt Provinzenz, Hilfswerk, Krabbelgruppen, anderskompetent….“ Für die Schnupperpraktika gab es Vorschläge vom BBRZ. Doch Anita hat sich alle selbst herausgesucht, denn sie wollte einen möglichst umfangreichen Überblick über Betreuung von Senior:innen, Kindern, Menschen mit Behinderung und Jugendlichen gewinnen.

Im Ausbildungszentrum Wunschberuf gefunden

Über das Praktikum bei „anderskompetent“ fand Anita zum Ausbildungszentrum „Oberrain“ in Unken: Jugendliche mit Lernschwierigkeiten und Beeinträchtigungen bekommen dort eine Unterstützung bei ihrer Ausbildung. Es war zufällig eine Stelle im wirtschaftsintegrativen Bereich frei und Anita hat sie angenommen. Gemeinsam mit Kooperationspartner:innen bildet sie nun die Jugendlichen in den Bereichen Handel, Gartencenter und Reinigungstechnik aus. „Das heißt, den Kurs über das BBRZ habe ich nun aufgehört, denn das ging sich alles zeitlich nicht mehr aus. Ich bin nun Ausbildnerin der Jugendlichen und damit habe ich meinen Wunschberuf gefunden!“ freut sich Anita. „Das ist ein Herzensprojekt von mir: Wenn ich Jugendliche unterstützen kann, mit ihnen Lerneinheiten machen darf, und ihnen eine positive Fehlerkultur beibringe.“ Zu ihren konkreten Aufgaben zählt zum Beispiel, die Jugendlichen ganz zu Beginn ihrer Ausbildung in einer intensiven Phase von zwei Wochen direkt im Betrieb zu begleiten. Danach bekommen die Jugendlichen jeweils sechs Wochenstunden Betreuung: Anita stellt die Lernpläne zusammen erarbeitet mit den Jugendlichen ihre Lernziele, und sie passt die Lernmaterialien auch ganz persönlich auf die Jugendlichen an. „Das ist wirklich sehr individuell. Ich schaue mir die Jugendlichen einzeln genau an, ich sehe, wie weit ich sie ausbilden kann, und was sie noch brauchen, wenn sie Fehler machen.“ Für ihre Arbeit als Ausbildnerin hat Anita auch das nötige Ausbildertraining über das WIFI gemacht, das ihr noch das BBRZ ermöglicht hat. Neben dem Ausbildertraining brauchte Anita für diese Tätigkeit noch eine passende Ausbildung. Mit Unterstützung der BiBer Bildungsberatung hat sie sich für die  4-semestrige Ausbildung zur „pädagogischen Sozialbegleiterin“ am BFI in Wels entschieden. „Ich bin jetzt im 3. Semester. Ein Semester und auch die Diplomarbeit habe ich somit noch vor mir. Die Unterrichtszeiten sind für mich sehr günstig: Wir haben immer Freitag und Samstag Ausbildung und es gibt oft Distance-Learning-Einheiten,“ berichtet Anita von ihrer Ausbildung.

Hilfsangebote nutzen

Auch wenn eine berufliche Umorientierung herausfordernd sein kann, ist es wichtig zu wissen, dass man nicht alleine ist. Im Laufe ihrer Karriere vereinbarte sich Anita immer wieder einen Termin bei BiBer Bildungsberatung. „Auch da wurde ich immer gut beraten. Ich wollte Unterstützung bei meinen Entscheidungen, wie es weitergehen soll, und mir dafür eine Zweitmeinung einholen. Ich habe gemerkt, dass die Berater:innen dort viel Erfahrung und viel Wissen haben und individuell auf mich eingehen, deswegen habe ich mich erneut an sie gewendet.“ Für Anita war aber neben dem Angebot der BiBer Bildungsberatung auch ihre Cousine eine große Hilfe, nämlich beim Korrekturlesen ihrer Arbeiten. Denn wissenschaftliches Arbeiten war Neuland für sie und daher nicht einfach. Sie scheut sich auch nicht, moderne Unterstützungs-Methoden anzuwenden: „Heute gibt es schon die Künstliche Intelligenz. Ich nutze sie, um mir beim Formulieren helfen zu lassen, das ist sehr praktisch.“

Anitas Weg soll zeigen, dass Umwege und Rückschläge auch neue Chancen sein können. So hat ihre Verletzung sie auf ganz neue berufliche Wege gebracht und sie auch persönlich gestärkt. „In der Reha-Gruppe durfte ich viele kennen lernen, die sich hilflos fühlten oder in ein Loch gefallen waren. Ich hoffe, ich kann mit meiner Geschichte zeigen: Es gibt immer einen Weg!“ Und genau deswegen hat Anita ihre Geschichte mit uns geteilt.

Wer nun selbst rausfinden will, welcher Lerntyp er ist, für den bietet die Online-Lernstärken-Analyse des WIFI eine erste Einordnung: https://www.wifi.at/artikel/230-wifi-lernstaerken-analyse

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Wer mit 45 beruflich neu starten möchte, braucht Raum, um eigene Wünsche und Möglichkeiten mit einer neutralen Person zu besprechen. Bildungsberatung eröffnet neue Perspektiven und bestärkt darin, den Mut zur Veränderung zu finden. Denn es ist nie zu spät, beruflich neue Wege zu gehen, wenn man dadurch eine sinnstiftende Tätigkeit findet, die Freude und Erfüllung bringt.

Betont Laura Eder, von der BiBer Bildungsberatung. Alle Infos zur Bildungsberatung finden Sie hier: BildungsberatungSalzburg

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Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

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von Daniela Bayer
Daniela Bayer

Autorin

Daniela Bayer

Redakteurin und PR-Fachfrau. Mag Vielfalt, Lernen und lacht gerne. Beruflich und privat sind ihr Weiterentwicklung und Offenheit für Neues wichtig. In ihrer Freizeit ist sie viel in Stadt und Land Salzburg unterwegs und liebt die bunte Mischung von Natur und Kultur.

InfoboxBiBer Bildungsberatung

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Bei der BiBer Bildungsberatung bekommst du vertrauliche, neutrale und kostenlose Beratung und Information zu allen Fragen der Aus- und Weiterbildung. Du kannst im Gespräch deine persönlichen Interessen und Fähigkeiten klären, die passende Aus- und Weiterbildung finden und finanzielle Förderungen erfragen. Damit sicherst du dir deine berufliche Zukunft!

Ziel der Bildungsberatung ist es, dass du nach dem Gespräch informierter und motivierter bist, deine Entscheidungsfähigkeit gestiegen ist und du die nächsten Schritte in deinem Bildungs- und Berufsweg kennst.

Inhalte einer Bildungsberatung:

  • Wahl der Ausbildung und Weiterbildung
  • Berufsorientierung
  • Wege zur Höherqualifizierung
  • Zweiter Bildungsweg (Nachholen von Berufsausbildungen und Schulausbildungen)
  • Info zu Kursangeboten (Deutsch als Fremd-/Zweitsprache, Sprachkurse, Weiterbildungen usw.)
  • Jobfindungsstrategien
  • Förderungen

Wo gibt es die BiBer Bildungsberatung:

Die Zentrale befindet sich in der Strubergasse 18 in Salzburg. Zusätzliche Beratungen finden in der Stadtbibliothek Lehen und an der AK Salzburg statt. Wir haben außerdem in allen Bezirken Außenstellen mit zahlreichen Beratungsterminen vor Ort.  Zusätzlich kooperieren wir mit der AK in Stadt und Land Salzburg.

Unsere Außenstellen und Beratungsorte findest du in:

Ruf einfach an oder schreib eine E-Mail und vereinbare einen Termin für ein persönliches, ca. einstündiges Beratungsgespräch!

Wenn du willst, kannst du auch selbst unkompliziert online buchen unter Termine BiBer Bildungsberatung.

Kontakt: 0699/10203012 // office@biber-salzburg.at

Hilfreiche Links:

biber-salzburg.at

Zuletzt geprüft im September 2026 von BiBer Bildungsberatung

InfoboxBildungsberatung in Österreich

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Kärnten
Auf der Website der Bildungsberatung Kärnten gibt es alle Informationen zum Kärntner Beratungsangebot: bildungsberatung-kaernten.at

Steiermark
Für die Steirer und Steirerinnen gibt es hier alle Beratungstermine nach Bezirken sortiert auf einen Blick: bildungsberatung-stmk.at

Burgenland
Die Bildungsinformation Burgenland hilft bei allen Fragen zur Aus- und Weiterbildung.

Niederösterreich
Deine Bildungsberatung – auch auf Russisch, Ukrainisch, Slowakisch, Polnisch, Englisch, Arabisch, Persisch, Türkisch … - findest du auf der Website: www.bildungsberatung-noe.at

Wien
Die Bildungsberatung in Wien bietet kostenfreie Information und Beratung zu Bildung und Beruf, auch auf Türkisch, BKS, Englisch, Arabisch, Dari/Farsi... Beratung gibt‘s per Telefon und online via Mail, Chat und Video. Das Beratungstelefon ist unter der Gratis-Tel.: 0800 20 79 59 von Mo-Do zwischen 9-12 Uhr erreichbar. Auf der Website bildungsberatung-wien.at kannst du ganz einfach Beratungstermine buchen.

Oberösterreich
Telefonisch für Fragen rund um deine Aus- und Weiterbildungen, Förderungen, … erreichbar unter der Beratungshotline 050/6906 3 von Montag bis Donnerstag 7:30 bis 16:00 Uhr und am Freitag von 7:30 bis 13:30 Uhr. Wenn du einen Termin für eine Video-Bildungsberatung vereinbaren willst, melde dich unter bildungsinfo@akooe.at. Neben der Online-Bildungsberatung findest du das bunte Beratungsangebot in OÖ auch auf https://www.bildungsberatung-ooe.at.

Salzburg
In Salzburg genügt ein Anruf bei der BILDUNGSLINE unter 0800 208 400! Du bekommst telefonische Informationen, wie beispielsweise über den Salzburger Bildungsscheck und Termine für persönliche Beratungen. Das Team der BILDUNGSLINE ist MO – FR von 08.00 – 12.00 oder unter frage@bildungsberatung-salzburg.at kostenfrei für dich zur Stelle. Mehr Infos findest du hier: www.bildungsberatung-salzburg.at. Oder du buchst deinen Termin für eine kostenlose Bildungsberatung ganz einfach unter https://termine.bildungsberatung-salzburg.at 

Tirol
Ein Klick auf die Website www.bildungsberatung-tirol.at und du kannst dir deine Beratungsmöglichkeiten auf deine Frage und deinen Bezirk genau zugeschnitten anzeigen lassen. Weitere Informationen rund um Bildung und Beruf bekommst du von der Bildungsinfo Tirol!

Vorarlberg
Alles, was dein Bildungsherz begehrt, findest du auf den ersten Blick unter www.bildungsberatung-vorarlberg.at Einfach und übersichtlich kommst du so zu deiner Bildungsberatung. 

Für alle Bundesländer gibt es aber auch noch die online Bildungberatung: 
https://www.google.com/search?client=firefox-b-d&q=bildungsberatung+online.at

aktualisiert: Dezember 2025

InfoboxAusbildungswege im Handel

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Der Handel ist ein vielfältiges Berufsfeld. Er reicht vom Verkauf im Geschäft über den Großhandel und den Onlinehandel bis zu Logistik und Spedition. Entsprechend gibt es mehrere Wege, in diesen Bereich einzusteigen.

Berufsfelder im Handel

  • Einzelhandel: Beratung und Verkauf an Kund:innen, zum Beispiel im Fachgeschäft, Lebensmittelhandel, Gartencenter, Sportartikelhandel oder in der Parfümerie
  • Großhandel: Ein- und Verkauf von Waren an Unternehmen
  • Onlinehandel: Abwicklung von Bestellungen und Verkauf im E-Commerce
  • Logistik und Spedition: Lagerung, Warenfluss und Transportorganisation

Ausbildungswege

Lehre: praktische Ausbildung im Betrieb und theoretische Ausbildung in der Berufsschule. Lehrberufe im Handel sind zum Beispiel:

  • Einzelhandelskaufmann/-frau mit Schwerpunkten wie Allgemeiner Einzelhandel, Lebensmittelhandel, Textilhandel, Sportartikel, Gartencenter oder Elektro-Elektronikberatung
  • Großhandelskaufmann/-frau
  • E-Commerce-Kaufmann/-frau
  • Betriebslogistikkaufmann/-frau
  • Speditionskaufmann/-frau

Duale Akademie

Verkürzte Lehre für Maturant:innen (bei AHS-Matura uneingeschränkt möglich, BHS- oder andere Matura muss auf Berufsverwandschaft überprüft werden). Die Dauer beträgt zwei bis drei Jahre (je nach Lehrberuf).

Angebotene Ausbildung im Handel sind z.B.:

  • Einzelhandelskaufmann/-frau
  • Großhandelskaufmann/-frau
  • Betriebslogistikkaufmann/-frau
  • Speditionskaufmann/-frau

Schulische Ausbildungen

  • Berufsbildende mittlere Schule (BMS): Abgeschlossene kaufmännische Ausbildung in drei Jahren, zum Beispiel als Vorbereitung auf Tätigkeiten im Großhandel oder in der Logistik.
  • Handelsakademie (BHS): 5-jährige kaufmännische Ausbildung mit Matura, danach Berufseinstieg oder Studium. Auch ein typischer Zugangsweg für Großhandel und Betriebslogistik.
  • Fachschulen mit Handelsschwerpunkt: Zum Beispiel Fachschulen für Mode mit Vertiefung in Handel und Design oder Handel und kreative Fertigungstechnik. Sie führen z.B. zu Berufen wie Textilkaufmann/-frau. Die Dauer beträgt in der Regel 3 Jahre.
  • Kolleg: Kaufmännische Spezialisierung nach der Matura mit einer Dauer von 2 Jahren, auch für Berufstätige, zum Beispiel „Management für Internationalen Handel" in Wien.

Akademische Ausbildungen

Für Fach- und Führungsaufgaben kommen Studiengänge, wie Logistik, Supply-Chain-Management, Retail & Technology oder Wirtschaft an Universitäten oder Fachhochschulen in Österreich sowie akademische Lehrgänge an Erwachsenenbildungseinrichtungen infrage.

Hinweis: Dieser Überblick bemüht sich um Vollständigkeit. Angebote, Standorte und Voraussetzungen können sich jedoch ändern. Aktuelle Informationen können auch jeweils an den Bildungseinrichtungen eingeholt werden.

Hilfreiche Links:

https://www.bic.at/

https://www.berufslexikon.at/

https://www.studienplattform.at/

https://www.abc.berufsbildendeschulen.at/schoolfinder

https://www.ausbildungskompass.at/

https://www.weiterbildungsdatenbank.at/

https://www.dualeakademie.at/

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 von BiBer Bildungsberatung

InfoboxFit2work

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fit2work ist das Programm für eine gesunde Arbeitswelt. Es bietet Information, Beratung und Unterstützung bei Fragen zur seelischen und körperlichen Gesundheit am Arbeitsplatz und kann von Personen mit gesundheitlichen Problemen sowie von Betrieben (ab einer Mitarbeiterin bzw. einem Mitarbeiter) in Anspruch genommen werden.

Für wen ist fit2work gedacht?

  • Erwerbstätige (auch EPUs)
  • Arbeitssuchende
  • Arbeitslose
  • arbeitslose und erwerbstätige Personen mit längeren Krankenstandtagen
  • Personen, die schon lange im Krankenstand sind und deren Krankengeldbezug ausläuft oder ausgelaufen ist („ausgesteuert“)
  • Personen, die nach längeren Krankenstandtagen wieder in ihren Beruf einsteigen möchten
  • Betriebe (ab einem Mitarbeiter bzw. einer Mitarbeiterin)

Wie hilft fit2work?

  • fit2work berät individuell, um die Erwerbsfähigkeit bis zum Regelpensionsalter zu erhalten oder zu verbessern. Nach einer arbeitsmedizinischen und/oder arbeitspsychologischen Abklärung ist eine Begleitung durch Case Management möglich, für ausgesteuerte Personen auch durch „Case Management plus”. Bei Bedarf wird eine kostenfreie klinisch-psychologische Behandlung ergänzt.
  • Betriebe werden beim Aufbau einer betriebsinternen Struktur zur (Wieder-)Eingliederung von Mitarbeiter:innen unterstützt.
  • fit2work zeigt passende regionale Angebote auf und sucht gemeinsam mit den Klient:innen eine individuelle Lösung.

fit2work wird im Jahr 2026 durch das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) aus Mitteln der Arbeitsmarktpolitik, von den Sozialversicherungsträgern und vom Sozialministeriumservice ermöglicht.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 von BiBer Bildungsberatung

InfoboxDiplomlehrgang Pädagogische Sozialbegleitung

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Pädagogische Sozialbegleiter:innen unterstützen Menschen in schwierigen Lebenssituationen dabei, ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen zu stärken und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Aufgaben von Pädagogischen Sozialbegleiter:innen

  • Individuelle Beratung und Begleitung von Menschen
  • Begleitung als Bezugsperson in schwierigen Lebensphasen
  • Krisenintervention
  • Entwicklung von umsetzbaren Strategien für ein selbstbestimmtes Leben

Ziel der Ausbildung ist es, Menschen dabei zu helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen, ihre eigenen Stärken zu erkennen und ihre Selbstständigkeit zu fördern.

Voraussetzungen

  • Abgeschlossene Berufs- oder Schulausbildung
  • Ein Alter von mindestens 21 Jahren bei Abschluss der Ausbildung
  • Sehr gute Deutschkenntnisse (mind. B2)
  • Absolvierung des Einstiegsworkshops bzw. Aufnahmeverfahren (je nach Anbieter)
  • Akzeptierung des Ausbildungskodex
  • Unbescholtenheit

Einsatzbereiche in sozialen Einrichtungen, wie beispielsweise:

  • Schulen
  • Beratungsstellen
  • Wohngruppen

Die Ausbildung ermöglicht keine Tätigkeit in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie Einrichtungen, die in deren Auftrag tätig sind. Dieser Bereich steht ausschließlich Absolvent:innen einer Fachhochschule oder eines Kollegs für Sozialpädagogik offen.

Wer bietet die Ausbildung an?

Gefunden wurden folgende Anbieter:

Hinweis: Dieser Überblick bemüht sich um Vollständigkeit. Angebote, Standorte und Voraussetzungen können sich jedoch ändern. Aktuelle Informationen können auch jeweils an den Bildungseinrichtungen eingeholt werden.


Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 von BiBer Bildungsberatung

InfoboxÜberblick zu sozialpädagogischen Ausbildungen

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Ausbildungswege in der Sozialpädagogik
Sozialpädagog:innen betreuen, beraten, unterstützen und fördern Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen, die zum Beispiel durch Armut, Arbeitslosigkeit, Wohnungsverlust oder Straffälligkeit in Notlagen geraten sind. Sie vermitteln, organisieren und arbeiten in Jugendämtern, Kinderheimen, Jugendzentren und anderen Einrichtungen des Sozialwesens mit Fachkräften aus dem Sozialbereich zusammen.

Es gibt unterschiedliche Ausbildungswege, die eine sozialpädagogische Tätigkeit ermöglichen: 

Bildungsanstalt für Sozialpädagogik (BHS)

  • Dauer: 5 Jahre
  • Voraussetzung: positiver Abschluss der 8. bzw. 9. Schulstufe und eine praktische Eignungsprüfung
  • Abschluss: Reife- und Diplomprüfung (Matura)
  • Ermöglicht den Berufseinstieg als Sozialpädagoge/-pädagogin und den allgemeinen Hochschulzugang. Standorte gibt es z.B. in Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten.

Kolleg für Sozialpädagogik

  • Dauer: Vollzeit meist 4 Semester, berufsbegleitend 6 Semester
  • Voraussetzung: Matura, Berufsreifeprüfung oder Studienberechtigungsprüfung, zusätzlich eine Eignungsprüfung
  • Abschluss: Diplomprüfung in Sozialpädagogik
  • Inhalte: unter anderem Pädagogik, Heil- und Sonderpädagogik, Didaktik, kreative Fächer und Pflichtpraktika
  • Angebote in allen Bundesländern Österreichs (teilweise unterschiedliche Schwerpunkte)

Akademische Ausbildungen

  • Bachelorstudium Sozialpädagogik (BA) an der FH St. Pölten: verbindet Sozialpädagogik und Soziale Arbeit
  • Masterstudium Sozialpädagogik (MA) an der Universität Graz
  • Masterstudium Sozialpädagogik und soziale Inklusion (MA) an der Universität Klagenfurt
  • Bachelorstudium Pädagogik (BA) (je nach Bundesland auch als „Erziehungswissenschaft“ oder „Bildungswissenschaft“ bezeichnet) mit entsprechendem Schwerpunkt oder Spezialisierung an Universitäten in mehreren Bundesländern Österreichs
  • Berufsbegleitende Weiterbildungsstudien: etwa Beratungswissenschaften - Sozialpädagogik und Sozialmanagement (BPr) an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien
  • Fachhochschullehrgang Akademische/r Sozialpädagogische/r Fachbetreuer/in an der FH Oberösterreich

Spezialisierung und Weiterbildung:
Nach einer pädagogischen Grundausbildung gibt es eine Vielzahl an Weiterbildungen (teilweise auch offen für Quereinsteiger:innen), zum Beispiel:

  • Inklusive Sozialpädagogik
  • Kinder-, Jugend- und Familienarbeit
  • Jugendcoaching und offene Jugendarbeit
  • Sozialmanagement
  • Supervision und Case-Management
  • Medien-, Freizeit- oder Theaterpädagogik
  • Migrations- und Integrationsmanagement
  • Pädagogische Sozialbegleitung (auch offen für Quereinsteiger:innen)

Abgrenzung zur Sozialen Arbeit: Sozialpädagogik und Sozialarbeit sind zwei eigenständige Berufe mit eigenen Ausbildungen. Die Sozialpädagogik liegt stärker bei Erziehung, Bildung und Alltagsbegleitung, die Sozialarbeit eher bei Beratung, Existenzsicherung und der Zusammenarbeit mit Ämtern. Beide Berufsbezeichnungen sind seit 29. März 2024 gesetzlich geschützt und dürfen nur mit einer einschlägigen Ausbildung geführt werden.

Hinweis: Dieser Überblick bemüht sich um Vollständigkeit. Angebote, Standorte und Voraussetzungen können sich jedoch ändern. Aktuelle Informationen können auch jeweils an den Bildungseinrichtungen eingeholt werden.

Hilfreiche Links:
BIC.at

https://www.berufslexikon.at/

https://www.studienplattform.at/

Ausbildungskompass.at

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 von BiBer Bildungsberatung

Hier findet Ihr weitere Artikel zum Thema:
Berufswechsel
Berufsgeschichten
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Bildungsinfo aktuell

InfoboxVon der Pflegefachassistenz zum Bachelor of Science– ohne Matura

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In Kooperation mit der Arbeiterkammer Salzburg und der Fachhochschule Salzburg, bietet das BFI Salzburg Pflegefachassistent:innen die Möglichkeit eines Vorbereitungslehrganges, der den Weg zum Bachelor of Science verringern kann.

Du kannst dich nach dem zweisemestrigen Vorbereitungslehrgang mit zusätzlicher Matura oder Ergänzungsprüfungen für den Einstieg in das dritte Semester an der Fachhochschule bewerben.

Dauer: 

  • Zwei Semester Vorbereitungslehrgang in Salzburg

    o    Do. Nachmittag und Fr. ganztags

Voraussetzungen:

  • Abgeschlossene Pflegefachassistenz-Ausbildung; Deutsch-Niveau B2

  • Wenn keine Matura vorhanden ist, muss diese neben dem Vorbereitungskurs nachgeholt werden: entweder Berufsreifeprüfung oder Ergänzungsprüfungen in Deutsch und Englisch (entspricht der Studienberechtigungsprüfung) 

Abschluss:

  • Erfolgreiche Absolvierung des Vorbereitungslehrganges
  • Zusätzlich Nachweis Matura oder Ergänzungsprüfungen
  • Berechtigung zur Absolvierung des Aufnahmetests an der Fachhochschule Salzburg mit der Möglichkeit ins 3. Semester des Studienganges „Gesundheits- und Krankenpflege“ einzusteigen.

Kosten:

  • Der Vorbereitungslehrgang ist kostenlos (wird vom Land Salzburg und der Arbeiterkammer Salzburg gefördert)

  • Der Weg zur Hochschulreife (Matura etc.) muss selbst finanziert werden – gegebenenfalls mit Bildungsscheck förderbar

Beginn der Ausbildung:

  •    Beginn des Vorbereitungslehrganges: November

Hilfreiche Links:

Zuletzt aktualisiert am: 21.10.2026 von BiBer Bildungsberatung