Brot und Kuchen

Wie Brot, Kuchen und Informatik die Lebensgeschichte von Wolfgang geprägt haben.

„Der Vater war Zuckerbäcker. Wenn es am Wochenende zur Abwechslung Brot gab, war das was Besonderes. Bis heute würde ich mich zwischen frischem Brot und Kuchen immer für ersteres entscheiden.“ So war es auch mit dem Berufswunsch. Wolfgang hat sich für Informatik entschieden und ist in der Familie der einzige Techniker auf weiter Flur.

Von Veronika Ellecosta |
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Und das schon in frühen Kindheitstagen, als der kleine Wolfgang mit dem älteren Bruder mit dessen Eisenbahn spielen darf. Das hat seine Begeisterung entflammt, sagt er heute. Mittlerweile kann er auf einen Werdegang als Informatiker und Elektroniker zurück- und auf die technische Administration der Pflichtschulverwaltung im Amt der Salzburger Landesregierung vorausblicken. Mittlerweile liegen aber auch viele Stationen zwischen Start und Ziel.

Die Eisenbahn im Herzen und der Wunsch, nach der Hauptschule eine HTL für Elektrotechnik zu besuchen, müssen sich vorerst hinten anstellen. Wolfgangs drei ältere Schwestern besuchen alle bereits höhere Schulen, für den Jüngsten reichen die finanziellen Mittel nicht aus. So schließt er eine Lehre als Elektriker ab, in einer Firma im steirischen Knittelfeld, wo die Familie wohnt. Die Eltern versprechen, den Schulwunsch des Jungen zu unterstützen, wenn die Schwestern ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Sofern er noch vorhanden sei.

Zeit vergeht, Leidenschaft bleibt

Der Schulwunsch bleibt bestehen, auch nach vier Jahren als Elektriker. Weil er aber die Anmeldefrist im nahen Graz verpasst, wird es Salzburg, vorerst. Nach einem Jahr könne er dann wieder nach Graz wechseln. Das war 1986. Dreißig Jahre später ist es Salzburg geblieben, sagt er schmunzelnd. Beim AMS in der Steiermark macht er vorher einen Eignungstest, auf Anraten der Berufsberatung entscheidet er sich damals für eine HTL mit Schwerpunkt Elektronik, Informatikzweig. Fünf Jahre später folgt der Abschluss in Salzburg, dann wendet sich Wolfgang wieder ab von der Elektronik.

Ein Jahr lang arbeitet er wieder als Elektroservicetechniker. Schließlich kommt der Zivildienst, den er im Krankenhaus absolviert. In der Grundausbildung stößt er auf einen Mitarbeiter von Siemens, der ihn schließlich für die Firma gewinnt: Als Softwareentwickler bleibt er dort bis 2001. Das Schöne daran? Mitunter die vielen Reisen, nach Südostasien, Nordamerika, Europa. Überall dorthin, wo es Produktionsstätten für Halbleiter der Firma gibt.

Wolfgang strebt ein höheres Ziel an: Er will Gruppenleiter werden. Dazu werden ihm aber Steine in den Weg gelegt: Ein Studium sei dazu nötig. Nachdem er sich in Soziologie inskribiert hat: Ein Technikstudium sei nötig. Also lässt er es nach dem ersten Studienabschnitt sein. Später: Gruppenleiter könne er werden, in Kroatien. Er entscheidet sich dagegen, will die Familie in Salzburg nicht zurücklassen. Ein neuer Plan muss her.

iStock/monsitj

Netzwerk Bildungsberatung

Beiß dich durch!

Berufsbegleitend schließt er den Bachelor in Pädagogik in Graz ab, unterrichtet an Berufsschulen genauso wie am WIFI und bfi. Mehr oder weniger bis heute. Zunehmend weniger, denn inzwischen hat ihm derselbe Kollege auch empfohlen, die Stelle im Amt der Landesregierung, die verantwortlich für Pflichtschulen ist, anzunehmen. Das bedeutet, dass er die Stunden in der Schule abbauen wird. Zusätzlich ist er seit einigen Jahren als technischer Notdienst für das Salzburger Bildungswerk eingesprungen, seit vier Jahren hat er die IT- Betreuung inne- ehrenamtlich.

Momentan balanciert er nämlich noch, switcht zwischen Schule, Büro und Ehrenamt. Das ist eine Herausforderung sagt er, aber er mag diese Jobs. Mit nächstem Jahr soll sich das ändern: Dann wird er den Lehrerberuf vorerst niederlegen und sich ganz auf die Stelle im Amt konzentrieren.

Was er am Beruf im IT-Wesen liebt? Dass es darum geht, Arbeitsabläufe, Situationen, Prozesse aufzubereiten. Rauszufinden, welche Schritte zu welchem Ergebnis führen. Eine Grundlage, die sich durch alle Bereiche zieht.

Deshalb ist er bei der Informatik geblieben, sein Leben lang. Und beim Brot. Krustenbrot von der Schranne, um genau zu sein.

CC BY

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von Veronika Ellecosta
Veronika Ellecosta

Autorin

Veronika Ellecosta

Veronika Ellecosta ist Wahlsalzburgerin auf Zeit. Und irgendetwas zwischen italophiler Studentin der Romanistik, literaturaffiner fast-Germanistin und Journalistin in den Kinderschuhen bei Fräulein Floras Favourite Hangouts.

InfoboxHTL und Abend-HTL für Berufstätige

Inhalt anzeigen

Auch der Abschluss der HTL kann in einer Abendschule (für Berufstätige) nachgeholt werden. 

Abteilungen der Abendschule in Salzburg:

  • Maschinenbau
  • Bautechnik
  • Elektrotechnik 
  • Informatik

Voraussetzungen:

  • Mindestalter 17 Jahre
  • Abgeschlossene Schulpflicht

Gut zu wissen...

  • Dauer: ohne berufliche Vorbildung  8 Semester +2 Semester Vorbereitungslehrgang;
    mit Fachschulabschluss oder für Werkmeister 6 Semester.
  • Es entstehen keine Kosten.
  • Nach dem Abschluss und 3-jähriger Berufspraxis kann man den Ingenieurtitel beantragen.

Abteilungen der Tagesschule:

  • Bautechnik
  • Grafik und Medien
  • Elektronik und Technische Informatik
  • Biomedizin- & Gesundheitstechnik
  • Maschinenbau
  • Elektrotechnik
  • Informationstechnologie


Hilfreiche Links:

Zuletzt aktualisiert am: 22.05.2024 von BiBer Bildungsberatung

InfoboxBerufsschullehrer_in

Inhalt anzeigen

Berufsschullehrer_innen sind Lehrer_innen für die Sekundarstufe 2, vermitteln grundlegende theoretische Kenntnisse des jeweiligen Lehrberufes und erweitern die Persönlichkeits- und Allgemeinbildung der Berufsschüler_innen.

Sie sind daneben oftmals in ihrem angestammten Ausbildungsberuf tätig. Zum Teil ergeben sich über die pädagogische Ausbildung auch weitere Berufsmöglichkeiten, zum Beispiel als Berater_in für den landwirtschaftlichen Beratungs- und Förderungsdienst.

Lehramtsstudien für die Sekundarstufe 2 werden ab dem WS 2016/17 als Bachelorstudium (8 Semester, 240 ECTS) mit einem aufbauenden Masterstudium (120 ECTS) konzipiert.

Hier findet Ihr weitere Artikel zum Thema:
Berufswechsel
Weiterbildung
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Bildungsinfo aktuell

InfoboxWeiterbildungszeit und Weiterbildungsteilzeit

Inhalt anzeigen

Die Weiterbildungszeit löst mit 2026 die bisherige „Bildungskarenz“ ab.

Art der Förderung

Mit dem/r Arbeitgeber:in wird vereinbart, dass man für eine bestimmte Zeit für die berufliche Weiterbildung vom Dienst freigestellt wird. In dieser Zeit erhält man eine Leistung vom AMS.

Es gibt zwei Varianten:

  • Weiterbildungszeit: volle Freistellung
  • Weiterbildungsteilzeit: Die bisherige Arbeitszeit kann entweder um 25% oder um 50% reduziert werden.

Voraussetzungen

  • Anstellung seit mindestens einem Jahr beim Dienstgeber. Für Saisonbetriebe gelten Sonderregelungen.
  • Antragsteller:in unterliegt nicht mehr der Ausbildungspflicht
  • In den letzten 26 Wochen vor dem Beginn der Weiterbildungszeit wurde kein Kinderbetreuungsgeld oder Wochengeld bezogen
  • Schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber
  • Wenn bereits ein Master oder Diplomstudium abgeschlossen wurde: mindestens 4 Jahre vollversicherungspflichtige Arbeit in Österreich
  • Der Antrag kann entweder persönlich in Ihrer AMS Geschäftsstelle oder über MeinAMS erfolgen.  

Dauer und Inhalt der Aus- oder Weiterbildungen

  • „arbeitsmarktrelevante“ Ausbildungen
  • Weiterbildungen müssen überbetrieblich verwertbar sein
  • Die Weiterbildungszeit kann höchstens 12 Monate innerhalb von 4 Jahren dauern.
  • Bei der Weiterbildungsteilzeit sind es maximal 24 Monate innerhalb von 4 Jahren.


Mindestumfang und Nachweis

  • Weiterbildungszeit: mindestens 2 Monate Ausbildung und mindestens 20 Wochenstunden/ ECTS.
  • Bei Kinderbetreuungspflichten: 16 Wochenstunden/ECTS
  • Weiterbildungsteilzeit: die Ausbildung muss mindestens 4 Monate dauern, mit mindestens 10 Wochenstunden/ECTS
  • Bei Kinderbetreuungspflichten: 8 Wochenstunden/ECTS

Art- und Ausmaß der Förderung

  • Das Weiterbildungsgeld ist eine Leistung vom AMS (Arbeitsmarktservice).
  • Die Höhe der Beihilfe richtet sich nach einem einkommensabhängigen Stufenmodell und beträgt mindestens EUR 41,49 pro Tag (Wert 2026).
  • Bei einem Einkommen über einer bestimmten Grenze muss der Dienstgeber 15% der Weiterbildungsbeihilfe bezahlen.
  • Individuelle Beratung direkt beim AMS wird empfohlen und ist bei niedrigen Einkommen (bitte jeweils aktuelle Höhe erfragen) bei den AMS BIZ (BerufsInfoZentren) verpflichtend. 
  • Für die Weiterbildungsteilzeitbeihilfe ist keine verpflichtende Bildungsberatung erforderlich.

Zuverdienst

Der Zuverdienst zu AMS-Leistungen ist generell nur mehr in Ausnahmefällen möglich. Information dazu gibt es unter: https://www.ams.at/arbeitsuchende/arbeitslos-was-tun/arbeitslos-geringfuegig-beschaeftigt#salzburg.

Nutzt man das Fördermodell der Weiterbildungszeit, ist also in der Regel neben dem Weiterbildungsgeld vom AMS kein Zuverdienst möglich. Bei der Weiterbildungsteilzeit erhält man den Teil des Einkommens für die Wochenstunden, die man weiterhin beim/ bei der Arbeitgeber:in arbeitet und Weiterbildungsgeld vom AMS.

Zustimmung des Arbeitgebers

Die Zustimmung des Arbeitgebers muss schriftlich vereinbart werden, danach kann man den Antrag beim AMS stellen.

Wichtig:

  • Beratung verpflichtend bei niedrigen Einkommen
  • Die Weiterbildung muss nachgewiesen werden (Leistungsnachweis, Teilnahme-Bestätigung).

verfasst im Jänner 2026 von BiBer Bildungsberatung und aktualisiert im Juni 2026