Wiedereinstieg nach der Karenz

Der Wiedereinstieg nach einer Babykarenz verläuft vor allem für Frauen vielfach nicht ohne Hürden.

Wir haben für alle Mamas und Papas das Wichtigste zusammengefasst.

Von Stephanie Posch |
2017 02 14 sebagee

Probleme beim Wiedereinstieg

Die Beratungsfälle der Arbeiterkammer belegen, dass es häufig zu verschlechternden Versetzungen beim Wiedereinstieg kommt: Eine weniger qualifizierte Tätigkeit oder ein weit entfernter Arbeitsort werden bestimmt. Aber auch Arbeitszeiten, die mit der Kinderbetreuung nicht übereinstimmen, machen den Wiedereinstieg zum Teil unmöglich. Laut einer Elternbefragung des Österreichischen Instituts für Familienforschung arbeiten ein Drittel aller Frauen und 20 Prozent aller Männer mit Kindern bis vier Jahren in einem Kleinbetrieb (bis 20 Beschäftigte) – und sind daher vom Recht auf Elternteilzeit ausgeschlossen. Nach wie vor gibt es leider auch eine geringe Akzeptanz für Väter, die Karenz, Elternteilzeit oder Pflegefreistellung in Anspruch nehmen oder nehmen wollen.

Tipps für einen gelungenen Wiedereinstieg:

  • Es ist wichtig, während der Karenz aktiv mit dem Betrieb in Kontakt zu bleiben, zumal dies die Rückkehr in den Job erleichtert. Wiedereinsteiger_innen sollen ihre Abteilung, den Betriebsrat oder das Personalbüro ersuchen, sie über wichtige Betriebsgeschehnisse zu informieren, etwa durch Zusendung der Betriebs- oder Mitarbeiter_innenzeitung oder durch Einladungen zu Veranstaltungen wie auch Weiterbildungen. Ein Kontakthalten mit dem Betrieb ist auch im Falle eines möglichen Konkurses zu empfehlen. Sofern es zu einem Konkurs kommt, ist zwecks Sicherung der Ansprüche sofort mit dem Masseverwalter oder der Masseverwalterin Kontakt aufzunehmen.
  • Es besteht die Möglichkeit, während der Karenz einer geringfügigen Beschäftigung nachzugehen, ohne den Kündigungsschutz zu gefährden. Im Jahr 2017 können so bis zu 425,70 Euro brutto (Geringfügigkeitsgrenze) pro Monat verdient werden.
  • Des Weiteren ist zu empfehlen, sich rechtzeitig um einen Kinderbetreuungsplatz umzusehen. Es sollte schon im Vorfeld überlegt werden, wie lange die berufliche Unterbrechung dauern soll und mit welchem Arbeitszeitausmaß dann wieder in den Beruf eingestiegen wird.
  • Spätestens vier Monate vor Ende der Karenz sollte mit dem Betrieb Kontakt aufgenommen werden – auf jeden Fall, wenn nach der Karenz eine kürzere Arbeitszeit gewünscht wird (Elternteilzeit). Der gesetzliche Anspruch auf Karenz dauert höchstens bis zum Ablauf des 2. Lebensjahres des Kindes. Der 2. Geburtstag des Kindes wäre somit der erste Arbeitstag. Eine Karenzierung über den 2. Geburtstag hinaus ist grundsätzlich nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich und sollte schriftlich vereinbart werden.

Ist unklar, ob und wie sich Beruf und Familie vereinbaren lassen, können sich Wiedereinsteiger_innen an die Beratung der Arbeiterkammer, an eine arbeitsmarktpolitische Frauenberatungsstelle wie beispielsweise Frau & Arbeit GmbH, die Arbeiterkammer oder an das Arbeitsmarktservice wenden.

CC BY

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von Stephanie Posch
Stephanie Posch

Autorin

Stephanie Posch

Stephanie Posch ist Leiterin des Jugendreferates in der Arbeiterkammer Salzburg. Sie ist überzeugt, dass Bildung der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe, sozialen Aufstieg und ein erfülltes Leben ist.

InfoboxWiedereinstieg nach einer Familienphase

Inhalt anzeigen

Wie kann der berufliche Wiedereinstieg nach einer Familienphase gut gelingen? Je früher mit der Vorbereitung begonnen wird, desto besser! Gutes Zeitmanagement und Organisation sind hierfür gefragt.

Planung

  • Gutes Zeitmanagement und Organisation
  • Klarheit über den beruflichen Ist-Stand
  • In welche Richtung soll es in Zukunft gehen?

Unterstützung

  • BerufsInfoZentren bieten eine große Auswahl an Info-Mappen und Broschüren zu Berufen sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
  • Wiedereinstieg mit Zukunft“  ist ein Kursangebot,  speziell für Frauen. Es unterstützt Wiedereinsteigerinnen beim Einstieg in das Berufsleben, unter anderem durch Selbstlernphasen und Einzel-Coaching-Elemente.
  • Arbeitsmarktbezogene Frauenberatungsstellen und die Frauenberufszentren (FBZ) unterstützen durch konkrete Informationen und professionelle Unterstützung bei Fragen zu Kinderbetreuung, Bildung, Jobsuche, bei persönlichen, familiären und rechtlichen Fragestellungen.

Kinderbetreuungsbeihilfe

Diese Förderung können Frauen und Männer erhalten, die einen Betreuungsplatz für ihr Kind benötigen, weil sie

  • eine Arbeit aufnehmen wollen,
  • an einer arbeitsmarktpolitisch relevanten Maßnahme (z.B. Kurs) teilnehmen wollen,
  • sich trotz Berufstätigkeit ihre wirtschaftlichen Verhältnisse grundlegend verschlechtert haben,
  • wesentliche Änderungen der Arbeitszeit eine neue Betreuungseinrichtung/-form erfordern,
  • die bisherige Betreuungsperson ausfällt.

Das monatliche Bruttoeinkommen der Förderungswerberin/des Förderungswerbers darf EUR 2.700,- nicht übersteigen.

Dauer:  Die Beihilfe kann jeweils für 26 Wochen gewährt werden. Die Förderungsdauer je Kind kann (bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen) bis zu 156 Wochen betragen.

Hilfreiche Links:

Zuletzt aktualisiert am: 8.7.2024 von BiBer Bildungsberatung

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Bildungsinfo aktuell

InfoboxAusbildungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft

Inhalt anzeigen

In Österreich gibt es eine Vielzahl von Ausbildungswegen im Bereich der Landwirtschaft, die unterschiedliche Schwerpunkte und Qualifikationen bieten.

Ein Überblick zu den verschiedenen Möglichkeiten:

Landwirtschaftliche Fachschulen

Diese Schulen bieten eine berufsbildende mittlere Ausbildung mit verschiedenen Fachrichtungen und Schwerpunkten, wie beispielsweise Biologische Landwirtschaft, Pflanzenanbau, Tierhaltung, Forstwirtschaft und Ackerbau & Smart Farming.

https://www.ausbildungskompass.at/suche/ (in der Suche "Landwirtschaftliche Fachschulen" wählen)

Höhere Lehranstalten für Landwirtschaft

Hier erhält man eine berufsbildende höhere Ausbildung mit Maturaabschluss. Der Abschluss berechtigt zur Ausübung einschlägiger Gewerbe gemäß Gewerbeordnung und Ingenieursgesetz. Zudem bietet dieser die Möglichkeit, später den Titel „Ingenieur:in“ zu erwerben.

Beispiele für Fachrichtungen sind Landwirtschaft und Ernährung, Agrarmanagement, Ressourcenmanagement sowie erneuerbare Energien.

https://www.ausbildungskompass.at/suche/ (in der Suche "höhere Lehranstalten für Landwirtschaft" wählen)


Lehre Landwirtschaft

Eine praktische Ausbildung, die zur Facharbeiter:innenprüfung führt und Berechtigungen wie die Ausübung des erlernten Berufs und die Zulassung zur Meisterausbildung bietet. Beispiele für landwirtschaftliche Lehrberufe sind z.B. Gartenbau, Fischereiwirtschaft, Bienenwirtschaft, Fischereiwirtschaft, Molkerei- und Käsereiwirtschaft und viele mehr.  https://www.lehrlingsstelle.at/alle-berufe/

Meisterausbildungen

Die Meisterausbildung ist eine Möglichkeit zur Höherqualifizierung für Berufserfahrene in der Land- und Forstwirtschaftlichen Berufsausbildung und kann in verschiedenen Bereichen, wie z.B. Landwirtschaft, Gartenbau oder Feldgemüsebau abgelegt werden. https://www.lehrlingsstelle.at/salzburg/landwirtschaft-sbg/landwirtschaft-ablauf-meister-sbg/

Aufbaulehrgänge

Diese Lehrgänge sind für Absolvent:innen von Fachschulen gedacht und führen zur Matura. Sie bieten eine vertiefte Ausbildung in spezifischen Bereichen der Landwirtschaft.
https://www.ausbildungskompass.at/suche/ (In der Suche "Aufbaulehrgang" wählen)

Studium

Die Bachelor- und Masterstudiengänge im Bereich Land- und Forstwirtschaft reichen von Themen wie Pflanzenbau, Tierhaltung und Forstwirtschaft bis hin zu Umweltmanagement, nachhaltiger Landnutzung und Agrartechnologie und können beispielsweise an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) absolviert werden.

https://www.studienplattform.at/suchergebnis?kategorie=Landwirtschaft

Zusätzliche Weiterbildungsmöglichkeiten

Das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) bietet eine Vielzahl zusätzlicher Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Landwirtschaft an. Das Kursangebot reicht von Gesundheit und Ernährung über Umwelt- und Naturschutz bis hin zu Persönlichkeitsentwicklung und kreativen Themen.

https://sbg.lfi.at/programm%C3%BCbersicht+2500++2012487
 

erstellt im März 2026 von Laura Eder von BiBer Bildungsberatung