Knackig und gehaltvoll

Mit Achtsamkeit Bilder und Texte lesen und begreifen.

Von Christina Repolust |
sarah baier blog

Buchtipp

Neue Leserezepte. Kreative Methoden

von Maria Theresia Rössler; Gudrun Sulzenbacher

Klar wissen wir, was Leseförderung ist. Wie gut gemacht ein Buch darüber sein kann, das führt uns der Tyrolia Verlag vor und zeigen uns die begnadeten Lesepädagoginnen Gudrun Sulzenbacher und Therisia Rössler in Wort und Bild direkt aus der Praxis. Achtsamkeit spielt in ihrem Konzept eine zentrale Rolle und achtsam gehen sie selbst vor: Sie danken allen Klassen, Lehrer_innen, sie klauen keine Ideen wie etwa den Namen „Leselotte“, sondern fragen an, ob sie ihn verwenden dürfen. Dann bedanken sie sich bei den Erfindern der Leselotte. Ja, eigentlich selbstverständlich, aber dennoch Wert, hier extra zu erwähnen: Wer Ideen von anderen übernimmt, kann die Urheber_innen erwähnen, geteilte Freude und so -  das wäre der Ansatz.

Lesen, Hören, Sprechen und Schreiben als Grundkompetenzen sind hier verknüpft, stets in Projekte eingebunden: Drei Kapitel – Methoden, Galerie, Projekte – ergeben auf 160 Seiten für alle Vermittler_innen Information und Motivation, Lust, jetzt sofort ein Projekt anzugehen. Bibliothekar_innen wie Lehrer_innen sind ebenso Zielgruppe des Buchs wie alle, die als Lesepatin und Vorleser arbeiten. Also, jetzt auf in eine Bibliothek, in der eine Schulklasse einen Bücherkoffer packen darf: Ein Arbeitsblatt mit Fragen wie „Was passiert, wenn wir das Buch betrachten? Bringt es uns zum Staunen?“, lässt die hier arbeitenden Jugendlichen kritisch auf Sachbücher schauen und ermutigt sie dadurch, Kritik zu äußern. Originell soll das Buch sein, da hört man gleich zum Gähnen auf, denn es geht eben nicht darum, dass die Jugendlichen Interesse an faden Büchern heucheln, sondern dass die Bücher etwas bieten müssen. Geht doch! Weiter geht’s mit dieser Teilhabe, wenn eine Klasse Titel und Zwischentitel von und für Sachbücher entwickeln soll. Und wer noch nicht weiß, was eine Papier-Ingenieurin ist und was sie macht, der lese das Interview mit Antje von Stemm auf Seite 28.

Wer liebt es nicht, in Sachtexten Fehler zu verstecken, richtig schlaue Fehler in den Text zu schummeln? Endlich darf man wirklich aus Fehlern lernen! Super auch, dass bei jedem Rezept eine umfangreiche Buchliste dabei ist und, ja, das sind halt diese tollen Frauen, immer der Dank an die Verlage für die vielfältige Unterstützung.

Wie ein gutes Kochbuch arbeitet das Leserezepte-Buch mit der Kraft der Fotografie, das spart Text ein und weckt die Vorstellungskraft, außerdem sieht man, dass die Rezepte funktionieren, da lachen die Schülerinnen und Schüler, da sind sie mit Begeisterung dabei. Das will man dann auch haben, machen, gestalten, erleben, verwirklichen! Genau so!

Verlag

Tyrolia Verlag 2016

CC BY

Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

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von Christina Repolust
Christina Repolust

Autorin

Christina Repolust

Liest gern und viel, fotografiert ebenfalls gern und derzeit zu wenig. Hätte sie nicht mit 17 die richtigen Menschen getroffen und wäre sie nicht widerständig, hätte sie nicht nach der Handels­schule noch drei Jahre die Handels­akademie besucht und schon gar nicht gewagt, Germantistik und Publizistik in Salzburg zu studieren. "Ich weiß, woher ich komme und das ich einen weiten Weg hinter mir habe. Deshalb setze ich auf Bildung, Bestärkung junger Menschen, Reich und Schön interessiert mich so ganz und gar nicht!"

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InfoboxBerufsreifeprüfung - BRP

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Die Berufsreife ist in Österreich eine mögliche Variante, um zu einem uneingeschränkten Hochschulzugang zu kommen. Mit einem beruflichen Abschluss (Lehre, Schule etc.) kann nach der Absolvierung von 4 Prüfungen (Mathematik, Deutsch, Englisch und einem berufsbezogenen Fachbereich) die Berufsmatura erreicht werden.

Voraussetzungen:

  • Abschluss einer Lehrausbildung
  • Abschluss einer mindestens dreijährigen mittleren Schule (z.B. eine Handelsschule)
  • Abschluss einer dreijährigen Ausbildung nach dem Gesundheits- und Krankenpflegegesetz
  • Mind. 30 Monate dauernden Ausbildung zum medizinisch-technischen Fachdienst und zum Sanitätshilfsdienst
  • Ablegung einer Facharbeiterprüfung im Rahmen einer land- oder forstwirtschaftlichen Berufsausbildung
  • Ablegung einer Meisterprüfung laut Gewerbeordnung
  • Ablegung einer Befähigungsprüfung laut Gewerbeordnung
  • Abschluss von drei Stufen einer berufsbildenden höheren Schule (z.B. HAK oder HTL) sowie mindestens drei Jahre Berufserfahrung
  • Absolvierung eines Hauptstudiengangs an einem Konservatorium oder eines dreijährigen künstlerischen Studiums an einer Universität
  • Ausbildung zum/zur Heilmasseur:in
  • Bei Lehre mit Matura: Beginn nicht vor dem 17. Geburtstag; die letzte Prüfung nicht vor dem 19. Geburtstag

Gut zu wissen...

  • In Deutschland wird die BRP nicht als Maturaersatz anerkannt und man kann somit dort nicht zu studieren beginnen. (Einzelfallprüfung mit gewünschter Hochschule)
  • Angeboten werden Vorbereitungslehrgänge in anerkannten Erwachsenenbildungseinrichtungen (BFI, VHS, WIFI, Abendgymnasium, Maturaschule Roland, Humboldt).
  • Die Lehre mit Matura ist eine angepasste Form der BRP, wo die Vorbereitungskurse gleichzeitig mit der Lehrausbildung absolviert werden. Für Lehrlinge ist diese Variante kostenlos (bis 5 Jahre ab Beginn des ersten Vorbereitungslehrgangs) 

Dauer:

  • ab 4 Semester (je nach persönlichen Möglichkeiten und Institution)
  • Abendgymnasium: 5 Semester

Hilfreiche Links:

Zuletzt aktualisiert im Juni 2026 von BiBer Bildungsberatung