Das Lutscherstangerl

Wenn Nachrichten und der ganz normale Alltag irgendwie auf die schönen Seiten des Lebens vergessen haben, dann sind es diese kleinen Lichtblicke die wir nicht übersehen dürfen.

Horror- oder Gruselclowns auf den Straßen, Rechtspopulismus, der übers Land zieht, die Wahl in den USA und ach, ja, auch die in Österreich: Gruselig und dann könnte ich auch noch über Halloween maulen, dass da immer Kinder an die Türen kämen.

von Christina Repolust | | Angeeckt

Also ich freue mich über die Kinder, die an meine Tür kommen. Nur vor 12 Jahren, da war ich noch nicht so Halloween-erprobt und besorgte Mandarinen und Dinkelkekse. Ja, ich hörte noch den Tipp, den man sich vor unserem Garten weiter gab:„Da musst du gar nicht hin gehen, die haben nur grauslige Sachen.“

Das ist seither nie wieder vorgekommen, ich bin jetzt gar nicht mehr zimperlich, für das Gebiss sind die Eltern zuständig, ich will einen erstklassigen Ruf als Halloween-Station in unserer Gasse.

Und da begegnete meinem Mann und mir der Lichtblick, mein Lichtblick Nummer 1:

Ein kleiner Bub, Volksschüler, hielt uns ein Lutscherstangerl – abgelutscht, der Kerl war wahrscheinlich schon länger unterwegs – hin und fragte: „Haben Sie einen Mistkübel?“

Mistkübel?

Ein ganz feines, kleines, sauber abgelutschtes Stangerl? Nicht einfach vor unsere Gartentür geschmissen, nicht einfach auf der Straße fallengelassen, nein, uns hingehalten, ganz korrekt, besser als jeder Untersuchungsausschuss in Österreich.

„Klar, gibt her, wir werfen das für dich weg!“ – Das macht froh, glücklich, gibt Hoffnung, lässt Perspektive erkennen.

Alles andere – siehe die ersten zwei Sätze – gibt es weiterhin, aber daneben gibt es diesen Lichtblick Nr. 1.

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Schlagwörter: Achtsamkeit
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Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

von Christina Repolust
Christina Repolustmask

Über die Autorin

Christina Repolust

Liest gern und viel, fotografiert ebenfalls gern und derzeit zu wenig. Hätte sie nicht mit 17 die richtigen Menschen getroffen und wäre sie nicht widerständig, hätte sie nicht nach der Handels­schule noch drei Jahre die Handels­akademie besucht und schon gar nicht gewagt, Germantistik und Publizistik in Salzburg zu studieren. "Ich weiß, woher ich komme und das ich einen weiten Weg hinter mir habe. Deshalb setze ich auf Bildung, Bestärkung junger Menschen, Reich und Schön interessiert mich so ganz und gar nicht!"

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