Grüner Arbeiten

Umweltschutz im Büro – geht das?

Klimawandel und Umweltschutz lassen sich nicht mehr einfach so weglächeln. Wir alle können und sollten aktiv werden, besonders dort, wo wir einen Großteil unserer Zeit verbringen: In der Arbeit.

Von Georg Hinterecker und Carmen Bayer |
Klimawandel Arbeit Schutz

Ob wir wollen oder nicht. Das Thema Klimawandel und Umweltschutz betrifft uns alle. Dabei fühlt man sich von all den Prognosen und düsteren Zukunftsszenarios schnell erschlagen. Zu gern würden wir manchmal einfach den Blick abwenden und die anderen machen lassen, denn was sollen kleine Rädchen schon ausrichten?

Viele von uns stehen voll im Leben und müssen sich in erster Linie mit alltäglichen Problemen beschäftigen. Miete, Ausbildung, Freunde, Familie und wenn es irgendwie möglich ist auch einmal Zeit für sich selbst. Dazu kommt der permanente Druck ständig präsent und verfügbar sein zu müssen. Als wäre das nicht genug, werden wir nun auch noch mit der Zukunft unseres Planeten konfrontiert. Dafür bleibt doch eigentlich gar keine Zeit mehr!

Zitat

Und wenn ich wüsste, dass Morgen die Welt zu Ende geht würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

Aber wenn es etwas gibt im Leben, das echt ist und unsere unbedingte Aufmerksamkeit erfordert, dann ist es wohl unser aller Lebensgrundlage: die Luft die wir Atmen, das Wasser mit dem wir unseren Durst löschen und der Boden auf dem wir unser Korn bestellen und unsere Häuser bauen. Wofür lernen, studieren, sich in Disziplin üben oder eine Familie gründen, wenn es keine Perspektive für die nächsten Generationen gibt?

Im Kollektiv verzweifeln?

Doch bei näherer Betrachtung wird eines klar: Alleine können wir wenig bewirken, und wenn wir glauben, dass wir alleine für unsere gemeinsame Zukunft verantwortlich sind, werden wir zwangsweise überfordert und enttäuscht werden. Darum sollten wir uns über eines klar werden: Es liegt weder in unserer Macht, noch in unserer Verantwortung alleine die Welt zu retten. Das ist jedoch kein Grund den Blick abzuwenden und sich vor den Tatsachen – und der Klimawandel ist eine Tatsache, die wir tagtäglich beobachten können – zu verschließen. Denn gemeinsam sind wir stark und können viel mehr erreichen als wir denken.

Um etwas zu erreichen, müssen wir unser Leben nicht von heute auf morgen auf den Kopf stellen, doch jeder kann sich überlegen, welche Schritte er oder sie für sich persönlich umsetzen kann, um etwas zur Lösung des Klimaproblems beizutragen. Dabei ist vor allem zu bedenken, dass auch kleine Schritte wichtig sind und oft mehr helfen als man selbst denkt.

Deshalb haben wir uns überlegt, welche Mittel und Wege es gibt, um das eigene Umfeld bzw. den Alltag zumindest ein bisschen nachhaltiger zu gestalten. Da viele von uns sehr viel Zeit in der Arbeit verbringen scheint es vernünftig, hier anzusetzen.

Das Klima und die Arbeit

Gerade im Bereich Arbeit und Klima gibt es – und zwar nicht erst seit gestern – viele Konzepte wie wir Arbeit nachhaltiger gestalten können. Green Jobs, also Berufe, die irgendwie Öko sind, wurden bereits vor 10 Jahren umfassend diskutiert und fanden ihren Weg in die Klimastrategie 2020. Jetzt, kurz vor 2020 gibt es  allerdings wenig neue Erkenntnisse zu den sogenannten "green jobs" und wenn, dann sind sie nicht allzu positiv oder aussagekräftig. Darüber hinaus können es sich nur wenige von uns leisten, der Umwelt zu liebe den Beruf zu wechseln.

Wenn wir uns die Frage stellen, was wir tun können um einen Beitrag zur Bewältigung des Klima-Problems zu leisten, haben wir bereits einen wichtigen Schritt geschafft. Von dieser Frage zu den ersten kleinen Veränderungen im Alltag ist es nicht mehr weit.

Im Kleinen aktiv werden

Auch wenn es trivial erscheinen mag, doch ein erster Schritt kann sein, das Licht beim verlassen des Büros abzudrehen. In der Mittagspause können wir anstatt zum aufwändig verpackten Joghurt aus Deutschland, das regional produzierte und einfach verpackte Joghurt von SalzburgMilch kaufen. Wenn uns jemand danach fragt, können wir außerdem darauf aufmerksam machen, dass es uns wichtig ist regionale Produkte zu konsumieren – aus Umweltgründen und weil es schlichtweg logisch und natürlich ist. Doch auch wenn wir nicht auf unser Lieblingsjoghurt aus dem Ausland verzichten wollen, ist das kein Grund für ein schlechtes Gewissen. Es gibt genug andere Möglichkeiten sich zu engagieren.

Vielleicht kann der Kauf des neuen Handys noch ein halbes Jahr warten, und anstatt die alte Kaffeemaschine einfach wegzuschmeißen, können wir doch einfach mal unser Glück versuchen und das Angebot der Repair Cafés nutzen. Apropos Kaffee. Klassische Filterkaffeemaschinen oder auch Kaffee-Vollautomaten sind um ein vielfaches umweltverträglicher als Maschinen die mit Alu-Kapseln funktionieren. Der Kaffee schmeckt außerdem besser.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist der Weg zur Arbeit. Natürlich gibt es Situationen oder Tage, an denen wir nicht auf den Luxus unseres Autos verzichten wollen und das ist auch in Ordnung so. Aber möglicherweise können wir ja anstatt jeden Tag mit dem Auto in die Arbeit zu fahren auch mal auf den Zug umsteigen, oder bei Schönwetter sogar mit dem Rad fahren. Noch dazu werden öffentliche Verkehrsmittel immer weiter ausgebaut und bequemer, während das Autofahren innerhalb städtischer Gebiete zunehmend zur Nervenprobe wird. Die Vorteile von öffentlichen Verkehrsmitteln lassen sich schwer abstreiten.

Zitat

Es gibt also nicht den einen Weg oder die richtige Lösung.

Unser Ziel sollte sein, die Vielfalt zu feiern und jeden Tag auf 100 unterschiedlichen Wegen ein kleines Stück zum Schutz unserer Umwelt beizutragen und wenn es nur die Glasflasche anstatt der Plastikflasche ist.

CC BY

Dieser Text ist unter CC BY 4.0 International lizenziert.

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von Georg Hinterecker
Georg Hinterecker

Autor

Georg Hinterecker

Menschen und ihre Geschichten kennen zu lernen, das ist es, was Georg Hinterecker in seiner Arbeit und auch privat viel Freude bereitet. Doch er hört nicht nur gerne zu, mit ebenso viel Leidenschaft diskutiert er über Gott und die Welt und vertieft sein Wissen im Soziologie- und Philosophiestudium. Sein Motto: Die Neugier macht das Leben schön.

von Carmen Bayer
Carmen Bayer

Autorin

Carmen Bayer

Carmen Bayer ist Soziologin und seit 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin der Robert-Jungk-Bibliothek. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Entwicklung des digitalen Angebotes, Herbstschule und Together 2050, sowie die Zukunftswerkstätten. Nebenher studiert sie Politikwissenschaften und verbringt ihre freie Zeit bevorzugt mit Büchern, Musik und sehr gerne auch mit gutem Essen. Sprachlos ist sie eher selten.

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Die Weiterbildungszeit löst mit 2026 die bisherige „Bildungskarenz“ ab.

Art der Förderung

Mit dem/r Arbeitgeber:in wird vereinbart, dass man für eine bestimmte Zeit für die berufliche Weiterbildung vom Dienst freigestellt wird. In dieser Zeit erhält man eine Leistung vom AMS.

Es gibt zwei Varianten:

  • Weiterbildungszeit: volle Freistellung
  • Weiterbildungsteilzeit: Die bisherige Arbeitszeit kann entweder um 25% oder um 50% reduziert werden.

Voraussetzungen

  • Anstellung seit mindestens einem Jahr beim Dienstgeber. Für Saisonbetriebe gelten Sonderregelungen.
  • Antragsteller:in unterliegt nicht mehr der Ausbildungspflicht
  • In den letzten 26 Wochen vor dem Beginn der Weiterbildungszeit wurde kein Kinderbetreuungsgeld oder Wochengeld bezogen
  • Schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber
  • Wenn bereits ein Master oder Diplomstudium abgeschlossen wurde: mindestens 4 Jahre vollversicherungspflichtige Arbeit in Österreich
  • Der Antrag kann entweder persönlich in Ihrer AMS Geschäftsstelle oder über MeinAMS erfolgen.  

Dauer und Inhalt der Aus- oder Weiterbildungen

  • „arbeitsmarktrelevante“ Ausbildungen
  • Weiterbildungen müssen überbetrieblich verwertbar sein
  • Die Weiterbildungszeit kann höchstens 12 Monate innerhalb von 4 Jahren dauern.
  • Bei der Weiterbildungsteilzeit sind es maximal 24 Monate innerhalb von 4 Jahren.


Mindestumfang und Nachweis

  • Weiterbildungszeit: mindestens 2 Monate Ausbildung und mindestens 20 Wochenstunden/ ECTS.
  • Bei Kinderbetreuungspflichten: 16 Wochenstunden/ECTS
  • Weiterbildungsteilzeit: die Ausbildung muss mindestens 4 Monate dauern, mit mindestens 10 Wochenstunden/ECTS
  • Bei Kinderbetreuungspflichten: 8 Wochenstunden/ECTS

Art- und Ausmaß der Förderung

  • Das Weiterbildungsgeld ist eine Leistung vom AMS (Arbeitsmarktservice).
  • Die Höhe der Beihilfe richtet sich nach einem einkommensabhängigen Stufenmodell und beträgt mindestens EUR 41,49 pro Tag (Wert 2026).
  • Bei einem Einkommen über einer bestimmten Grenze muss der Dienstgeber 15% der Weiterbildungsbeihilfe bezahlen.
  • Individuelle Beratung direkt beim AMS wird empfohlen und ist bei niedrigen Einkommen (bitte jeweils aktuelle Höhe erfragen) bei den AMS BIZ (BerufsInfoZentren) verpflichtend. 
  • Für die Weiterbildungsteilzeitbeihilfe ist keine verpflichtende Bildungsberatung erforderlich.

Zuverdienst

Der Zuverdienst zu AMS-Leistungen ist generell nur mehr in Ausnahmefällen möglich. Information dazu gibt es unter: https://www.ams.at/arbeitsuchende/arbeitslos-was-tun/arbeitslos-geringfuegig-beschaeftigt#salzburg.

Nutzt man das Fördermodell der Weiterbildungszeit, ist also in der Regel neben dem Weiterbildungsgeld vom AMS kein Zuverdienst möglich. Bei der Weiterbildungsteilzeit erhält man den Teil des Einkommens für die Wochenstunden, die man weiterhin beim/ bei der Arbeitgeber:in arbeitet und Weiterbildungsgeld vom AMS.

Zustimmung des Arbeitgebers

Die Zustimmung des Arbeitgebers muss schriftlich vereinbart werden, danach kann man den Antrag beim AMS stellen.

Wichtig:

  • Beratung verpflichtend bei niedrigen Einkommen
  • Die Weiterbildung muss nachgewiesen werden (Leistungsnachweis, Teilnahme-Bestätigung).

verfasst im Jänner 2026 von BiBer Bildungsberatung und aktualisiert im Juni 2026