Grenzenlos mutig: Arbeiten im Ausland

Im Interview erklärt die Vorarlbergerin Sandra Oberrauter* von ihrer Arbeitserfahrung im Ausland

Was erwartet mich im Ausland? Wie muss ich mich versichern? Welche Regelungen werden wichtig für mich? Diese und viele andere Unbekannte begegnen Grenzgängerinnen und Grenzgängern in Österreich oft bevor sie einen Job im Nachbarland antreten. Im Interview erklärt die Vorarlbergerin Sandra Oberrauter* von ihren eigenen Erfahrungen, als sie für eine spannende Stelle den Sprung über die Grenze gewagt hat.

von Christine Klas | | Einblicke

Warum bist du für einen Job ins Ausland gegangen?

Im Ausland konnte ich in einem sehr interessanten Fachbereich arbeiten, wozu ich in Vorarlberg einfach nicht die Möglichkeit gehabt hätte und konnte mich dadurch auch beruflich weiterentwickeln. Mein Arbeitgeber hat damals ganz konkret im grenznahen Ausland nach Fachkräften gesucht, wodurch ich erst auf den Job aufmerksam geworden bin.

Warum hast du deinen sicheren Job aufgegeben?

Zum Zeitpunkt meiner Bewerbung hatte ich noch einen Job in Österreich, den ich eigentlich ganz okay fand. Es war sicher auch ein Risiko, den eigentlich "sicheren" Job aufzugeben und ins Ausland zu gehen. Schlussendlich war das Jobangebot aus Deutschland aber so eine einmalige Gelegenheit für mich, dass ich nicht lange überlegen musste. Dass die neue Arbeitsstelle im Ausland ist, hat dabei eigentlich keine große Rolle gespielt. Der neue Arbeitgeber hat sich außerdem sehr um mich bemüht und ein entsprechend gutes Angebot gemacht, wodurch mir die Entscheidung dann nicht schwergefallen ist.

Was sind die Vorteile und worauf sollte man achten, wenn man den beruflichen Sprung über die Grenze wagt?

Der größte Vorteil ist ganz klar, dass ich dadurch in einer verantwortungsvollen Position in einen unglaublich spannenden, herausfordernden Fachbereich einsteigen konnte, in den ich ohne den "täglichen Sprung" ins Ausland niemals hineingekommen wäre. Diese Berufserfahrung kann auch im weiteren Berufsleben für Tätigkeiten im Inland von Vorteil sein.

Ein Nachteil war für mich der deutlich längere Arbeitsweg durch das tägliche Pendeln vom Wohn- zum Arbeitsort und wieder zurück (was aber natürlich nur an der Entfernung liegt, egal ob Job im In- oder Ausland). Ein weiterer Umstand, an den ich mich als Grenzgängerin gewöhnen musste, ist, dass im Vergleich zur Tätigkeit im Inland Vieles komplizierter, umständlicher und oftmals mit einem höheren Aufwand verbunden ist - man ist immer die Ausnahme. Damit meine ich Fragen zu Versicherung, Steuerrecht, Arbeitsrecht usw., wobei viele Dinge am Ende dann gar nicht so kompliziert waren, wie anfangs vermutet.

Hättest du den gleichen oder einen ähnlichen Job in Vorarlberg bzw. Österreich machen können?

Nein. Vergleichbare Stellen in diesem Bereich gibt es in Vorarlberg nicht und für die wenigen Stellen, die es im Rest Österreichs gibt, hat man ohne viel einschlägige Berufserfahrung, Zusatzqualifikationen und teilweise auch gute Beziehungen kaum Chancen.

Wie hat die Eingewöhnung am Arbeitsplatz in einem fremden Land geklappt?

Es hat sich bei mir nicht sehr "fremd" angefühlt. Ich wurde von den Arbeitskollegen und meinem Team als "ausländische Arbeitskraft" freundlich aufgenommen und die Eingewöhnung war gleich wie bei einem Job im Inland. Ungewohnt war für mich die lange Probezeit von 6 Monaten, die ich in Österreich so nicht kannte, die ich aber als positiv für beide Seiten (Arbeitnehmer und Arbeitgber) erlebt habe.

Welche Formalitäten müssen geklärt werden?

Man muss sich beim Finanzamt als Grenzgänger*in anmelden und noch eine Reihe weiterer Behördengänge erledigen. Je nachdem, in welchem Land man arbeiten möchte, gibt es unterschiedliche Abkommen und Regelungen. Als Grenzgängerin von Österreich nach Deutschland musste ich mich z.B. bei einer Krankenversicherung in Deutschland anmelden und bei der GKK in Österreich abmelden, vom Finanzamt eine Ansässigkeitsbestätigung ausstellen lassen, um Lohnsteuer-Freistellung in Deutschland ansuchen, usw.

Wo hast du dich am besten über diesen grenzüberschreitenden Jobwechsel informieren können?

Ich habe mich anfangs vor allem in Internet informiert und andere Grenzgänger*innen nach ihren Erfahrungen gefragt. Sehr hilfreich fand ich zudem die EURES-Grenzgängerbroschüre, in der man wichtige Informationen aus den Bereichen Arbeit, Soziales und Steuern speziell für Grenzgänger*innen im Bodenseeraum findet.

Was würdest du angehenden beruflichen Grenzgänger*innen raten? Welche Tipps fallen dir ein?

Ganz wichtig ist: Nicht abschrecken lassen!
Die unterschiedlichen Steuerrechts-, Arbeitsrechts- und Versicherungssysteme und Regelungen fand ich anfangs ziemlich undurchsichtig und verwirrend. Schlussendlich konnten aber alle Angelegenheiten immer zufriedenstellend gelöst werden und vieles war am Ende dann doch nicht so kompliziert, wie es anfänglich den Anschein machte. Ich persönlich fand die Unterstützung durch eine/n Steuerberater*in, dessen Schwerpunkt auf der Arbeit mit Grenzgängern*innen liegt, als besonders hilfreich.

Wenn die Rahmenbedingungen und Inhalte des Jobs passen, ist Arbeiten im Ausland sicher eine gute Option. Ich persönlich habe den Schritt nie bereut und würde alles wieder genauso machen.

*Name von der Redaktion geändert

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Zuletzt aktualisiert am: 19.08.2020

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Schlagwörter: Grenzgänger, Pendler, Auslandserfahrung, Arbeiten im Ausland
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von Christine Klas
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Über die Autorin

Christine Klas

Christine Klas ist Bildungs- und Berufsberaterin beim BIFO in Dornbirn. Unzählige Vorarlberger/innen pendeln täglich in die Schweiz, nach Deutschland oder nach Liechtenstein. Die Bildungs- und Berufsberaterinnen sind auch für diese Themen gerüstet und geben Tipps.

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