Studieren auf Probe

Noch unsicher, welches Studium das richtige für dich ist?

Auf Studiensuche war auch unsere Autorin – bis sie zufällig über Studieren Probieren gestolpert ist. Was sie bei ihrem Studium auf Probe erlebt hat kannst du hier nachlesen: 

von Katharina Püchl (Gastautor_in) | | Einblicke

Im Frühjahr 2018 ging ich zur BeSt3 - der Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung in die Wiener Stadthalle. Im Orientierungsplan der Rund 350 Aussteller_innen vermerkte ich mir meine persönlichen Interessen. Bei den folgenden Ausstellern habe ich mir dann nähere Informationen geholt und mich beraten lassen: Freiwilliges Umweltjahr FUJ, waff – Wiener Arbeitnehmer_innen Förderungsfonds, Fulbright Austria / Education USA, EF Sprachreisen & Cultural Care Au Pair, AIFS Educational Travel

Mein Aufenthalt in der Stadthalle hat mir auch die Möglichkeit eines kostenlosen Bewerbungs-Checks gebracht. Hierzu musste ich nur eine Nummer der Warteschlange ziehen. Eine Dame der Firma Shire hat sich meine Unterlagen angesehen. Sie gab mir sehr wertvolle Tipps unter anderem, dass aus meiner Bewerbung kein klares Motiv hervor geht. Sich seine Bewerbungsunterlagen von einem Experten anschauen lassen und vom Feedback zu profitieren, das kann ich nur jedem/jeder empfehlen.

Nachdem ich mir also Feedback zu meinen Bewerbungsunterlagen eingeholt hatte und sehr interessante Gespräche führte, neigte sich der Messetag allmählich zu Ende. Als ich mich dem Ausgang der Stadthalle näherte, ist mir noch ein Aussteller ins Auge gefallen. Auf der Präsentationswand war zu lesen: ”ÖH – Studien- und Maturant_innenberatung”.

Wie ein Glückskeks alles veränderte

Ein Kugelschreiber, ein kleiner Zettel mit der Aufschrift "Studieren Probieren" und ein Glückskeks wurden mir hier angeboten. Ich dachte: "nach so viel Eindrücken und informieren hatte ich mir den Glückskecks aber auch verdient". Hastig öffnete ich die Verpackung und brach diesen in zwei Teile. Die Botschaft im Glückskeks machte mir klar, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen war, um Hörsaalluft zu atmen und mehrere Lehrveranstaltungen einfach auszuprobieren.

Mitte März war es dann soweit! Die Termine zu StudierenProbieren unter studierenprobieren.at gingen online. Dies war für mich die ideale Gelegenheit, um einen Einblick in mein Wunschstudium zu erhalten. Da gibt es nur eine wichtige Frage: "Welche Studienrichtung passt denn nun am besten zu mir?"

Welche Studienrichtung passt am besten zu mir?

Mit dem vorhandenen Filter habe ich also den Standort Wien ausgewählt und mich dann zu mehreren Studienrichtungen bzw. Lehrveranstaltungen angemeldet. Das geht super einfach! Direkt nach der Anmeldung erhalte ich E-Mails, in diesen wird mein Eintrag als Fixplatz oder Wartelistenplatz vermerkt. Ein paar Tage vor dem Termin nimmt die Betreuungsperson mit seinen/ihren Interessent_innen Kontakt auf und übermittelt Kontaktdaten sowie Informationen zum Treffpunkt.

Mit meinen Fragen im Gepäck war ich nun für meine Studien auf Probe bereit!

Ein Blick in die Studienrichtung Musik- und Bewegungspädagogik

In der Lehrveranstaltung "Rhythmik" wurde man als "Probe Student_in" aktiv dazu aufgefordert, sich am musikalischen Geschehen mit den Bongos, Djembén Trommeln und Congas zu beteiligen. Was mich besonders beindruckt hat war, dass Studierende in diesem Studium Ihre Fähigkeiten miteinander teilen. So zeigte eine Studierende im sehr familiären Studienkreis eine kleine body-mouth-percussion. Diese Percussion hat sie dann auch Ihren Studienkollegen und Studienkolleginnen beigebracht. 

body-was?? Für einen AHA-Moment sorgt dieses Video!

Weiter zur Theater-, Film- und Medienwissenschaft - Absolutely British:

Als nächstes besuchte ich die Lehrveranstaltung „Absolutely British – Jüdische Lebenswelten im britischen Spielfilm im Rahmen der Theater-, Film- und Medienwissenschaften. Das Besondere an der Vorlesung war der Veranstaltungsort im Metro Kinokulturhaus (ja der Kinosaal wurde zum Hörsaal umfunktioniert). Im Anschluss an die Vorlesung folgte nämlich eine optionale Filmvorführung.

Im Studium der Theater, Film- und Medienwissenschaft geht es in großen Teilen um die Wissenschaft und das Analysieren von Theaterstücken und Filmen. Der übrige Teilbereich überliefert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Medien. Wichtig zu wissen ist, dass es in diesem Studiengang nicht um Schauspiel, nicht um das Regie führen und nicht um das Drehen von Filmen geht. 
Vielmehr ist für dieses Studium das Interesse fürs Theater, ein Bühnenraum, auf dem Menschen etwas darstellen, ausschlaggebend. Im Anschluss an die Vorlesung gab es wieder ein offenes Gespräch mit der Betreuerin des Studieren Probieren Termins. Die aktive Studentin sagte über ihr Studium: "es gefällt mir sehr gut, weil man immer auch seine eigene Meinung miteinbringen kann."

Mein Fazit:

Schlussendlich möchte ich zu dem Punkt kommen, in dem ich meine Gedanken und Erfahrungen zum Angebot von Studieren Probieren mit euch teile. Für mich war es einfach fantastisch, dass ich mir in verschiedenen Studienrichtungen einen groben Einblick verschaffen konnte. Egal für welche Bildungseinrichung man sich entscheidet (TU Wien, Uni Wien, FH des Bfi, FH der WKW, BOKU, FH Technikum etc.) - für die gewünschte Richtung ist es auf jeden Fall ratsam, sich einen Termin auf Studieren Probieren zu vereinbaren und das anschließende Gespräch mit seiner Ansprechperson zu suchen. Es bleibt natürlich jedem/jeder selbst überlassen sich sein Wunschstudium anzusehen, eine Unterstützung in der Studienentscheidung bietet dieses Programm auf jeden Fall.

Gut zu wissen

Für alle Interessierten, die sich jetzt fragen, was muss ich denn zum Studieren Probieren Tag mitnehmen, kann ich nur sagen, dass Fragen und Neugierde am wichtigsten sind.

Gibt es Fragen zum Studienplan, wird das Studium auch berufsbegleitend angeboten, welche Aufnahmetests gibt es und in welcher Form sind diese aufgebaut? Gibt es Schwierigkeit bei der Studieneingangsphase, Fragen zum Erasmus Programm, was muss man im Studium sonst noch beachten (wie etwa Prüfung des Latinums), welche Anforderungen sollte man mitbringen und viele mehr.

 Bei meiner Entscheidung hat es mir insofern geholfen, dass ich einige Studienrichtungen gleich ausschließen konnte und ich mir bei anderen dachte, das könnte gut passen. Da die Termine von Studieren Probieren größtenteils zwischen dem Vormittag oder Nachmittag anfallen, könnte es passieren, dass man bei seinem Wunschtermin nicht anwesend sein kann. Ein Mail an die ÖH kann hier Abhilfe schaffen, allerdings kann ein Ersatztermin nicht garantiert werden. Aufgrund der Anzahl der Interssierten gab es aber auch Termine, die es öfter zum “Probieren” gab. 

Sieht man sich Vorlesungen eines/einer Student_in an, der/die schon weiter Fortgeschritten im Studium ist, habe ich zumindest die Erfahrung gemacht, dass ich im Fachlichen nicht wirklich ein Wort verstanden habe. Könnte aber auch daran liegen, dass mein Wissen für Bereiche der Technischen Universität einfach nicht breit genug aufgestellt ist. 

Gewusst wie...

Selbsterhalterstipendium

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Voraussetzungen:

  • Nachweisliche Arbeitszeit: vier Jahre (48 Monate) vor dem ersten Beihilfenbezug 
  • Einkünfte jährlich zumindest € 8.580,- (Brutto minus Sozialversicherung)
  • Zeiten des Präsenz-, Ausbildungs- oder Zivildienst bzw. Dienste nach dem Freiwilligengesetz gelten jedenfalls als Zeiten des Selbsterhaltes.
  • Waisenpension und Lehrzeiten können bei entsprechender Höhe bei der Ermittlung des Selbsterhaltes berücksichtigt werden.
  • Eine Sonderregel besteht hinsichtlich der Altersgrenze. Die allgemeine Altersgrenze von 30 Jahren (zu Studienbeginn) erhöht sich, wenn sich die Studentin/der Student länger als 4 Jahre selbst erhalten haben. Die Altersgrenze erhöht sich für jedes volle Selbsterhalter-Jahr zusätzlich um ein weiteres Jahr, jedoch maximal um insgesamt 5 Jahre.

Wichtig:

  • Bei der Berechnung werden die Einkünfte der Eltern nicht miteinberechnet, nur das Einkommen des Ehepartners/der Ehepartnerin
  • Studienerfolg ist nachzuweisen
  • Das Stipendium ist für das gesamte Studium (Mindeststudiendauer + Toleranzsemester) 12 Mal im Jahr zu beziehen

Hilfreiche Links:

Gewusst wie...

Studienberechtigungsprüfung - SBP

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Mit der SBP hat man den Zugang zu einem bestimmten Studium (bzw. einer Studienrichtungsgruppe) in Österreich, wofür keine Matura notwendig ist. Dazu sind meist 5 Prüfungen erforderlich, die je nach Studienrichtungsgruppe unterschiedlich sind – einzig Deutsch ist immer verpflichtend.

Voraussetzungen:

  • Mindestalter 20 Jahre
  • Zulassung zu einer Studienrichtungsgruppen (nach Antrag)
  •  Abschluss einer Lehrausbildung oder 3jährigen Fachschule oder Ähnliches

Gut zu wissen...

  • Die SBP ersetzt keine Aufnahmeprüfung zu einem Studium – es ist lediglich der Zugang gegeben wie mit einer Matura.
  • Der Antrag auf Zulassung zur SBP muss an einer Universität gestellt werden.
  • Es gibt Vorbereitungskurse zu den einzelnen Prüfungsfächern an Erwachsenenbildungseinrichtungen (BFI, VHS, WIFI,…) – die Prüfungen finden auf der Universität statt.
  • Sollte nach der SBP ein Studium begonnen werden und dann ein Studienwechsel gewollt sein, müssen gegebenenfalls einzelne Prüfungen nachgemacht werden (neuer Antrag zur SBP).
  • Mit dem ersten Studienabschluss (meist Bachelor) ist dann ein Hochschulzugang zu allen Studienrichtungen möglich.
  • Universitäten und Fachhochschulen legen die Anforderungen selbst fest.

Hilfreiche Links:

Gewusst wie...

Studienwechsel

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Was ist ein Studienwechsel?

  • Jede Änderung einer Studienrichtung - bei Lehramtsstudien der Wechsel eines Unterrichtsfaches
  • Die "Rückkehr" zu einer ursprünglich betriebenen Studienrichtung, wenn dazwischen eine andere Studienrichtung betrieben wurde
  • Bei einem Doppelstudium, wenn bei einem Folgeantrag die Studienbeihilfe für die andere Studienrichtung beantragt wird
  • Wechsel der Bildungseinrichtung

Wie oft und wann darf das Studium gewechselt werden?

  • Insgesamt zweimal,
  • Wenn das vorangegangene Studium nicht mehr als zwei Semester inskribiert wurde.
  • Achtung: Ein Studienwechsel im Master-/Doktoratsstudium kann zum Anspruchsverlust von Beihilfen führen. Näheres erfährst du bei deiner Stipendienstelle. 

Hilfreiche Links: 

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Schlagwörter: Studium, Weiterbildung
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