Orientierung: Wie geht das?


Von Johanna Schaffer

Dienstag, 22. August 2017

Was möchte ich beruflich machen? Was kann ich beruflich machen? Wo liegen meine Stärken? Wo meine Schwächen? Welche meiner Stärken kann ich beruflich am besten einsetzen? Was ist realistisch?

Diese und ähnliche Fragen stellen wir uns im Laufe unseres Lebens - manchmal mehrmals, manchmal auch immer wieder. Berufswünsche ändern sich. So wie viele Kinder angeben, Tierarzt/Tierärztin oder Feuerwehrmann/Feuerwehrfrau werden zu wollen, so selten werden die frühen Berufswünsche Realität. Ziele verändern sich, manchmal muss der ursprüngliche Beruf aber auch aus anderen Gründen überdacht werden. Sei es, weil man seinen Wohnort wechselt oder den ursprünglichen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann.

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Doch wie findest du heraus, welcher Beruf der richtige für dich ist? Einige Gedankenanstöße für deine berufliche (Um-)(Neu-)Orientierung:

  • Nimm dir Zeit: Orientierung passiert nicht von heute auf morgen, es bedarf schon einer genauen Auseinandersetzung mit dir selbst und deinen Stärken und Schwächen, um herauszufinden, in welche Richtung es gehen soll.

  • Lerne dich selbst kennen: Was kannst du gut? Wobei bitten dich Freunde und Familie um Unterstützung? Was macht dir Spaß? In welchen Fächern warst du in der Schule gut? Insgesamt hilft es, nicht beim erstbesten Gedanken hängen zu bleiben, sondern dich gelegentlich auch zu fragen: Könnte das nicht auch etwas sein?

  • Frage Freunde und Familie nach ihrer Meinung: Deine Selbsteinschätzung ist das eine, aber wie steht es um deine Stärken und Schwächen aus der Sicht deines Umfelds? Stimmt die Selbst- und Fremdwahrnehmung (halbwegs) überein? Woran liegt es, dass du selbst deine Fähigkeiten anders siehst als Andere?

  • Info, Info, Info: Dich interessiert ein bestimmtes Berufsfeld, aber du weißt nicht genau, was man dabei konkret macht? Das Internet ist voll von Storys zu Arbeit und Beruf, zahlreiche Seiten geben Aufschluss über konkrete Berufe und auch die aktuellen Jobchancen.
  • Hol dir Hilfe: Es gibt zahlreiche Beratungsangebote, die dich im Prozess der Entscheidungsfindung professionell begleiten können.

  • Nimm den Druck raus: Wir alle möchten unseren Traumjob finden. Am besten mit Traumgehalt und minimalem Aufwand. Die Realität sieht oft anders aus. Arbeit ist anstrengend. Und Arbeit nervt auch manchmal. Das zu realisieren und zu akzeptieren ist ein wichtiger Schritt, um nicht das ganze Leben lang zu hohen Erwartungen hinterherhecheln und ständig an sich selbst zu zweifeln. Glück definiert sich selten allein über Arbeit.

  • Geh Kompromisse ein: Das Leben ist keine Einbahnstraße. Es geht nicht darum, in jungen Jahren eine Entscheidung für das restliche Leben zu treffen und bis ans Lebensende mit dieser Entscheidung (un)glücklich zu sein. Eine berufliche Neuausrichtung kann auch zu einem späteren Zeitpunkt noch Thema werden. Zeiten ändern sich. Personen auch. Und der Arbeitsmarkt sowieso.

Die Ansprüche an den Beruf sind riesig: Wir wünschen uns alle persönliche Verwirklichung, ein Spitzengehalt, ein tolles Kollegium, einen maximal 5-minütigen Arbeitsweg, tägliche Anerkennung vom Chef, einen entspannten und trotzdem spannenden Arbeitsalltag. Manchmal hilft es, die Erwartungen nach unten zu korrigieren. Wenn du einen Beruf gefunden hast, den du meistens gerne machst, der adäquat bezahlt ist und zugleich auch noch akzeptable Arbeitszeiten hat, sei zufrieden. Natürlich verbringen wir einen ziemlich großen Teil unseres Lebens mit Arbeit. Von daher sollte es schon ein bisschen passen mit dem Beruf. Aber vielleicht fällt es leichter, sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass der perfekte Job auf einen wartet und nur ein perfektes Arbeitsleben zum persönlichen Glück verhelfen kann.

Suche ich meinen Traumberuf? Ja, den suche ich. Aber ist ein Traum dazu da, Wirklichkeit zu werden? Vielleicht ist es realistischer, seinen Platz in der Berufswelt zu finden, wenn man sich selbst die Latte nicht zu hoch legt und es ganz abseits der Arbeit Dinge gibt, die einem Freude machen.
Frei nach dem Motto: Work less, live more.

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Unsere Autorin hat sich auf die den Weg der Talentesuche begeben und verschiedene Angebote getestet. Das "best of" findet ihr hier: Und was kannst du?


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Über die Autorin

Johanna Schaffer

Johanna Schaffer ist Sozialarbeiterin und arbeitet als Jugendcoach bei Einstieg BBQ. Sie unterstützt dabei Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem Weg in Richtung Ausbildung.

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