Bewerbungsgeschichten ...

Warum lachen wir eigentlich so gerne, wenn Menschen ein peinliches oder gar schmerzhaftes Missgeschick passiert?

Keine Ahnung. Aber weil es wirklich jedem/jeder so geht, haben wir das Team rund um's Netzwerk Bildungsberatung Salzburg nach ihren persönlichen Bewerbungshorrorgeschichten befragt. Schadenfreude ist übrigens erlaubt!

von Carmen Bayer | | Angeeckt

Es kommt immer anders als man denkt!

Mir fällt hierfür spontan die Geschichte ein, wie ich mich für meinen ersten richtigen Job im Bildungsbereich bewarb. Eine Woche vor besagten Gespräch feierte ich gerade meine Hochzeit und wurde in den Ansprachen gerne als arbeitsloser Ehemann aufgezogen. Zu meiner Verteidigung, ich steckte noch mitten im Masterstudium. Aber die Motivation endlich zu arbeiten war dann doch entsprechend groß. Eine Bekannte verschaffte mir kurze Zeit später einen Vorstellungstermin im Bildungsbereich und so schrieb ich – das darf ich jetzt als Berater eigentlich gar nicht laut sagen – eine sehr schlichte Bewerbung und wurde zum Gespräch geladen. Darauf habe ich mich dann dafür umso besser vorbereitet. Unterlagen, schickes Outfit und Nervosität inklusive. Das Gespräch verlief dann so: Ich wurde zum wöchentlichen Team eingeladen, hörte ihren Besprechungen zu, stellte mich kurz vor und das war's dann auch schon. Meine Unterlagen wurden kaum beachtet, mit meinem Outfit war ich ziemlich overdressed und schlussendlich bekam ich vom Chef folgende Zusage: "Jetzt hast du eh erst mal das Probemonat vor dir und dann sehen wir weiter." Ich habe daraus gelernt, dass du wirklich nie wissen kannst, was dich im Gespräch erwarten wird und genau deswegen ist eine gute Vorbereitung auch so wichtig! 
Andreas - Bildungsline - BiBer Bildungsberatung

Carmen Bayer, Verein Salzburger Erwachsenenbildung

Versuche einfach, nichts kaputt zu machen...

Eines meiner ersten Bewerbungsgespräche stand bevor und mein Ziel, charmant und selbstbewusst zu wirken, habe ich, nun ja, nicht so ganz erreicht. Ich bewarb mich für einen Animationsjob in einem großen Hotel und bereits im Eingangsbereich nahm das Martyrium seinen Anfang. An der Rezeption war – wie sollte es auch anders sein – niemand über meinen Termin informiert worden. So stand ich in dieser unglaublich riesigen Halle, im Wechselbad der Gefühle, purpurrot bis hinter die Ohren und krallte mich an meiner Bewerbungsmappe fest, als würde eine Dschinn herauskommen und mich retten. Lange Rede, kurzer Sinn – nach einer gefühlten Ewigkeit und verzweifelten Wartens auf meinen Bewerbungsmappen-Flaschengeist, trat ich dem Personalchef entgegen. Ich muss gestehen, vom Gespräch weiß ich nichts mehr aber der Ausgang war positiv. So positiv, dass ich gleich das Kostüm vom hoteleigenen Maskottchen anprobieren durfte. Das Ende könnt ihr euch in etwa so vorstellen: Eine sehr kleine, vollgestellte Kammer, eine sehr nervöse, tollpatschige Bewerberin und ein wirklich sehr, sehr großer Tierkopf – kawuuuuuum. Nachdem die Kisten wieder aufgeräumt waren und der Probespaziergang als Maskottchen überstanden war, hatte ich – trotz Tomatengesicht und Kartonlawine – den Job. Unfassbar eigentlich.
Carmen - Redaktionsteam

Carmen Bayer, Verein Salzburger Erwachsenenbildung

Vorbereitung ist alles!

Ich erzähl dir jetzt die Geschichte, wie ich meine aktuelle Position bekommen habe. Alles, womit ich mich damals im Studium und privat beschäftigt habe, sah ich in diesem Beruf vereint. Ich wollte ihn also unbedingt bekommen. Entsprechend früh bin ich am Tag des Bewerbungsgesprächs auch aufgestanden. Irgendwie habe ich es dann trotzdem geschafft, spät dran zu sein und meinen Bus zu versäumen. Verzweiflung begann sich in mir breit zu machen. Auf den nächsten Bus zu warten oder zu laufen war keine Option – beide Male wäre ich trotzdem zu spät gekommen. Aber Not macht ja bekanntlich erfinderisch und wohl auch etwas risikofreudig, denn ich entschied mich, per Anhalter quer durch Salzburg zu fahren. Nach einigen verständnislosen Blicken 'grantiger' Autofahrer_innen landete ich dann aber den Jackpot. In einem gelben Cabriolet wurde ich zum Gespräch chauffiert. Nach dieser Aktion saß ich dann natürlich noch ein bisschen besser gelaunt und selbstbewusster im Büro. Das Gespräch verlief auch richtig gut und so wurde ich zu einem weiteren Hearing eingeladen. Die Vorstellung, mich vor 12 weitern Entscheidungsträger_innen behaupten zu müssen ließ mich die ganze Sache fast hinschmeißen, aber aus Furcht den Traumjob aufgeben? Sicher nicht! Also das ganze Prozedere nochmal, allerdings pünktlich und ohne weitere Komplikationen. Mein Rat für’s Bewerbungsgespräch: Vorbereitung, eine 100%ige Motivation sich den Job zu schnappen und ein bisschen mehr Mut als üblich aufbringen. 
Katrin - Koordination & Redaktionsteam

Carmen Bayer, Verein Salzburger Erwachsenenbildung

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Schlagwörter: Bewerbung, Arbeitssuche
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von Carmen Bayer
Carmen Bayermask

Über die Autorin

Carmen Bayer

Neben ihrer Arbeit beim Netzwerk Bildungsberatung studiert sie Politikwissenschaften und verbringt ihre freie Zeit bevorzugt mit Büchern, Musik und sehr gerne auch mit gutem Essen. Sprachlos ist sie eher selten.

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