Ein typischer Frauenberuf?

Wir alle haben ein klares Bild vor Augen, wenn es um typische Frauen- oder Männerberufe geht.

Dass wir mit unseren typisierten Vorstellungen oft daneben liegen, zeigt schon ein kurzer Blick in die Geschichte.

von Ruth Mayr und Carmen Bayer | | Angeeckt

Das war schon immer so?

Über die Voraussetzungen, die für die erfolgreiche Entwicklung in einem Beruf nötig sind, entscheidet nicht das Geschlecht. Es gibt Berufe, in denen überwiegend Frauen tätig sind und Berufe, in denen deutlich mehr Männer arbeiten. Was uns "typisch" erscheint, kann sich aber ändern – ein Zeichen dafür, dass das nichts mit "angeborenen", geschlechtsspezifischen Eigenschaften zu tun haben kann. 

Die Pädagogik war früher ein männlich dominiertes Tätigkeitsfeld – heute sucht man mit eigenen Werbekampagnen nach männlichen Volksschullehrern. In der Software-Entwicklung arbeiten auch 2019 überwiegend Männer – in den 1940er und 1950er Jahren wurden vor allem Frauen als Programmiererinnen eingestellt. Man hielt damals das Bauen der Hardware für den einflussreicheren Bereich.

Das hat sich geändert – und damit auch die Geschlechterverteilung. Der erste Mensch, der ein komplexes Programm geschrieben hat, das als Vorläufer für heutige Programmiersprachen gilt, war vor 200 Jahren eine Frau, Ada Lovelace

„Der erste Mensch, der ein komplexes Programm geschrieben hat, das als Vorläufer für heutige Programmiersprachen gilt, war vor 200 Jahren eine Frau, Ada Lovelace.”

Eine andere, vermutlich bekanntere Frau ist Marie Curie. Sie erhielt für Ihre Entdeckungs- und Forschungsarbeit den Nobelpreis für Physik (1903, gemeinsam mit ihrem Ehemann Pierre Curie) und Chemie (1911). Sie war es, die den Begriff radioaktiv prägte und damit der heutigen Chemotherapie den Weg bereitet hat. Ihre Tochter Irene tat es ihrer Mutter übrigens gleich und wurde ihrerseits 1935 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. 

Auch in der Gegenwart fehlt es nicht an Frauen in Technik und Wissenschaft, Tiera Guinn Fletcher, Studentin an der MIT, wurde im Alter von 21 Jahren noch vor ihrem Universitätsabschluss Teammitglied bei der NASA, um beim Bau einer neuartigen Rakete mitzuwirken.

Tiera Guinn Fletcher erzählt, was und wer ihren Weg geprägt hat.

*englisch* 

Was uns bremst, ist nicht die Biologie.

Zuschreibungen und Rollenbilder haben ganz konkrete (einschränkende) Auswirkungen auf die Handlungsspielräume und Lebenswege von Frauen und Männern. 

Das ist eigentlich sehr schade – für die einzelnen Personen selbst, die ihre Stärken nicht in vollem Umfang ausleben können, aber auch für unsere Gesellschaft – weil ein großer Teil von uns in zukunftsträchtigen Bereichen nicht mitgestaltet. 

Gewusst wie...

Kompass Bildungsberatungsstelle für Mädchen

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Das Team der Kompass Bildungsberatung begleitet Mädchen und junge Frauen bei ihrer Berufs- und Zukunftsplanung. Ihr Anliegen ist es, Berufsentscheidungen frei von Klischees und typischen Rollenbildern zu ermöglichen. Das Kompass Angebot umfasst kostenlose Bildungsberatungen, Workshops zur Berufsorientierung, Bewerbungstrainings und Berufsorientierung mit MINT-Werkstationen.

Mädchen* und junge Frauen* zwischen 12 und 24 Jahren können sich an Kompass wenden, wenn sie 

  • noch nicht wissen, was sie werden wollen.
  • sich über ihre Fähigkeiten und Stärken klar werden und mit jemandem über ihre Zukunftspläne sprechen wollen
  • Fragen zu Ausbildungsmöglichkeiten haben.
  • auf der Suche nach einer Lehr- oder Arbeitsstelle sind und sich auf ein persönliches Vorstellungsgespräch vorbereiten wollen.

Die Beratungen sind kostenlos und vertraulich. 

Für Mädchen* und junge Frauen* zwischen 12 und 24 Jahren, die sich für Ausbildungen und Berufe im Bereich Mathematik, Technik, IT, Naturwissenschaften und Handwerk interessieren bietet Kompass jeden zweiten Mittwoch im Monat immer von 15:00-17:00 Uhr einen speziellen kostenlosen Beratungsnachmittag an. 

Alle Informationen zur Kompass Mädchenberatung findest du hier: Kompass Bildungsberatungsstelle für Mädchen

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Schlagwörter: MINT, Anders*Denken
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von Ruth Mayr
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Über die Autorin

Ruth Mayr

Ruth Mayr beschäftigt sich beruflich v.a. mit den Themen Berufsorientierung, Mädchenarbeit und MINT. Dabei geht es ihr darum, Mädchen und jungen Frauen Einblicke in vielfältige Berufsbilder zu ermöglichen und ihnen Raum zu geben, um Neues auszuprobieren und die eigenen Stärken und Ressourcen zu entdecken. Sie leitet die Kompass Mädchenberatung (www.kompass.or.at) und betreut gemeinsam mit ihrer Kollegin die MINT Koordinationsstelle Salzburg (www.mint-salzburg.at).

von Carmen Bayer
Carmen Bayermask

Über die Autorin

Carmen Bayer

Neben ihrer Arbeit beim Netzwerk Bildungsberatung studiert sie Politikwissenschaften und verbringt ihre freie Zeit bevorzugt mit Büchern, Musik und sehr gerne auch mit gutem Essen. Sprachlos ist sie eher selten.

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