Freiwilligenarbeit - Engagement, das zu mir passt

Freiwilligenarbeit ist nichts für dich? Sicher?

Du könntest Schildkröten in Griechenland retten, gemeinsam mit Schäfer_innen die Zirler Almen erhalten, Straßenkinder in Rumänien betreuen, in Salzburg die Caritas bei ihrer Arbeit unterstützen und noch so viel mehr! Alle Infos findest du hier.

Von Ingrid Ebner |
2017 09 13 Freiwillig haende

Fortbildungsmöglichkeiten in der Freiwilligenarbeit

Für Einsätze wie etwa im Rettungswesen liegt es auf der Hand, dass es dafür Ausbildungen braucht und dass es regelmäßiger Schulungen bedarf. Aber auch im Sozial-, im Kultur-, im Bildungsbereich und in vielen anderen Sparten, in denen sich Freiwillige engagieren, tut sich einiges in Sachen Aus- und Fortbildung. Einrichtungen der Erwachsenenbildung wie die Organisationen selbst bieten eine breite Palette an Kursen, Lehrgängen, Vorträgen und Workshops an, die sich an Freiwillige und auch an Freiwilligenkoordinator_innen richten.
 

Welche Form der Hilfe passt zu mir?

Um sich als Freiwillige_r in der Fülle der Möglichkeiten einzubringen, gilt es, das zu einem Selbst passende Engagement zu finden. Wichtige Fragen dazu stehen daher vor dem Beginn einer Tätigkeit:

  • Was ist meine Motivation?
  • Wie viel Zeit habe ich?
  • Will ich mich regelmäßig und längerfristig engagieren? Oder lieber punktuell beispielweise bei Aktionen mitarbeiten?
  • Ist mir das gemeinsame Arbeiten in einem Team wichtig?  
  • Passt zu mir die Rolle als Mentor_in, als Begleiter_in oder als Coach?
  • Welche Kompetenzen kann ich einbringen?
  • Nicht zuletzt, mit welcher Zielgruppe möchte ich bevorzugt arbeiten?

An wen sollte ich mich wenden?

Organisationen, Vereine und Initiativen haben Erfahrung mit diesen Fragen, ihre Freiwilligenbegleiter_innen oder Freiwilligenkoordinator_innen bieten dazu gerne Beratung an. Eine Einschulung, die Vereinbarung einer „Schnupperphase“ und natürlich die Begleitung der freiwilligen Tätigkeit und nicht zuletzt Fortbildungsmöglichkeiten sind bereits vielfach Standard und gelten als Qualitätskriterien für die Freiwilligenarbeit.

Wer sich für ein freiwilliges Engagement interessiert, findet  Angebote zur Information und Beratung mittlerweile auch auf Onlineplattformen, eine dieser „Freiwilligenbörsen“ ist direkt über die Webseite des Freiwilligenzentrums erreichbar – siehe auch die Gewusst-Wie-Boxen am Textende.

Freiwilligenarbeit im Wandel

Eine starke Bewegung erleben wir aber seit rund einem Jahr. Die „Zivilgesellschaft“ setzte ab dem Spätsommer 2015 ein klares Zeichen, als sich Menschen aller Altersgruppen, betroffen von den Berichten in den Medien, spontan entschlossen, bei der Versorgung der Transitflüchtlinge mit zu helfen.

Mittlerweile entstand eine Reihe von Initiativen, in denen sich Freiwillige für Flüchtlinge engagieren, welche hier in Österreich um Asyl angesucht haben. Sie bieten Deutschkonversation, für einzelne wie für Gruppen an, organisieren Freizeitaktivitäten und Feste, übernehmen Fahrtendienste und vieles mehr. Asylwerber_innen ihrerseits ermöglichen den Freiwilligen einen Einblick in die Kultur ihrer Herkunftsländer, wenn sie bei gemeinsamen Treffen ihre Gerichte kochen oder traditionelle Tänze vorführen oder auch Sprachunterricht in ihrer Muttersprache geben.

Freiwilliges Engagement setzt ein starkes Lebenszeichen!

Wenn Sie sich einmal unverbindlich über die bunte Vielfalt an Engagement Möglichkeiten informieren möchten,  bietet die neue Online Freiwilligenbörse des Landes eine gute Möglichkeit dazu. Schauen Sie doch einmal auf die Seite von Salzburg hilft – die Organisationen und Initiativen freuen sich auf Ihren Besuch!

Ob Geld- und Sachspenden oder aktive Mithilfe – deine Unterstützung für Flüchtlinge ist gerade jetzt in vielen Bereichen wichtig. Wo und wie du helfen und einen wertvollen Beitrag leisten kannst, erfährst du unter den folgenden Links:

CC BY

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von Ingrid Ebner
Ingrid Ebner

Autorin

Ingrid Ebner

Ingrid Ebner arbeitet seit 2003 für das Freiwilligenzentrum Salzburg und zeichnet sich durch ihr Engagement in Sachen Vernetzungen und Fortbildungsmöglichkeiten zwischen und für Freiwillige sowie FreiwilligenkoordinatorInnen in Organisationen aus.

InfoboxFreiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

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In einer Auszeit nach der Schule hast du 10 bis 11 Monate die Chance, dich sozial zu engagieren, dich beruflich zu orientieren, deine sozialen Interessen zu vertiefen und dir notwendige Praxis im Sozialbereich anzueignen. Du wirst pädagogisch begleitet, bekommst Taschengeld, vollen Versicherungsschutz, Unterkunft und Verpflegung. Für junge Leute ab 18 Jahren.

Für mehr Infos besuche die Seite: www.fsj.at

InfoboxFreiwilliges Umweltjahr (FUJ)

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Das FUJ bietet Dir 6 bis 12 Monate die Möglichkeit zum Engagement bzw. zur Berufsorientierung bei über 40 Einsatzstellen im Umwelt-, Naturschutz- und Nachhaltigkeitsbereich in ganz Österreich (z.B. NGOs, Nationalparks, sozialökonomische Einrichtungen, etc.).

Du bekommst Taschengeld, vollen Versicherungsschutz, Verpflegungs- & Wohngeld bzw. Fahrtgeld und das FUJ kann sogar als Zivildienstersatz angerechnet werden!

Bewerben kannst du dich immer bis 31. Mai jeden Jahres. Allgemeine Infos rund um das FUJ findest du auf der Homepage der Jugendumweltplattform JUMP!

InfoboxWenn's nicht gleich ein Jahr sein soll …

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... gibts hier noch viele hilfreiche Links zu verschiedenen Möglichkeiten um sich zu engagieren!

InfoboxSoziale Einsätze

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Helfen muss keine Lebensaufgabe sein, manchmal reichen schon ein paar Monate, um etwas zu bewirken! Ob soziale, kulturelle oder ökologische Einsätze - die Möglichkeiten sind groß!

Welche Möglichkeiten euch erwarten findet ihr auf der Website von Akzente Jugendinfo!

InfoboxEntwicklungshilfe

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Die Arbeit als Entwicklungshelfer_in erfordert großen persönlichen Einsatz und viel Idealismus. Neben einfacher Unterbringung und einer bescheidenen Bezahlung gibt es oft auch Risiken für die eigene Gesundheit und Sicherheit.

Voraussetzungen:

  • Idealismus & Motivation!
  • Mindestens eine Fremdsprache wird vorausgesetzt,
    • einige Organisationen verlangen zusätzlich sehr gute Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache, vor allem Englisch, Französisch oder Spanisch.
  • Die meisten Organisationen verlangen darüber hinaus eine abgeschlossene Berufsausbildung mit mehrjähriger Berufserfahrung.

Der größte Bedarf besteht in den Berufsgruppen:

  • Handwerk/Technik
  • Gesundheitswesen
  • Bauwesen
  • Land-& Forstwirtschaft 
  • Pädagogischer Bereich

Intensive Vorbereitung: In der Regel dauern die Einsätze deshalb mindestens 6 Monate bis maximal 2 Jahre.

Mindestalter: Meistens ab 25 Jahren

Auch hier findet ihr die weiteren Infos und Hilfestellungen auf der Website von Akzente Jungeninfo!

InfoboxLängerfristige Freiwilligeneinsätze

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Neben dem Frewilligen Sozialen Jahr gibt es noch weitere Möglichkeiten längerfristig sozial tätig zu sein.

Für Leute ab 18 Jahren ist es möglich im Rahmen eines sozialen oder ökologischen Einsatzes bei verschiedenen Einrichtungen im In- und Ausland mitzuarbeiten. Zu verdienen gibt es in der Regel nichts, Unterkunft und Verpflegung bekommst du aber zur Verfügung gestellt. Dafür kannst du aber unbezahlbare Erfahrungen machen:Du kannst dich selbst beweisen. Neben dem Gefühl, etwas für "die gute Sache" getan zu haben, lernst du auch andere Kulturen und dich selbst, deine Wünsche & Fähigkeiten, besser kennen.

Die wahrscheinlich günstigste Möglichkeit, sich bis zu einem Jahr begleitet in einem gemeinnützigen Projekt in Europa zu engagieren, ist der von der EU geförderte Europäische Freiwilligendienst. Aber Achtung: Hier musst du die Bewerbungsmodalitäten beachten!

Neben dem von der EU geförderten Europäischen Freiwilligendienst (siehe oben) gibt es eine Hülle & Fülle von Anbietern, die ebenfalls verschiedene Programme anbieten. Zu bezahlen ist meist eine Vermittlungsgebühr, dafür wirst du aber auch vor und während deines Einsatzes begleitet und Verpflegung & Unterkunft wird dir organisiert.

  • Archelon - Meeresschildkröten-Schutz in Griechenland.
  • Camphill - Mitarbeit in heilpädagogischen Wohnhäusern.
  • Concordia - Hilfe für Straßenkinder & ältere Bedürftige in Rumänien, Bulgarien & Moldawien.
  • VOLONTARIAT bewegt - Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Afrika, Asien oder Lateinamerika.

Freiwilligenbörsen Weltweit:

  • Rainbow Garden Village - Afrika, Asien: Familiäres Beisammensein und mit viel Engagement bei der Sache! Diese Herangehensweise prägt die RGV Family seit der Gründung.
  • Projects abroad: Projects Abroad ist führender Anbieter von Freiwilligenarbeit und Praktika weltweit und eine der ersten Freiwilligenorganisationen überhaupt.
  • NATUCATE - Natur- & Umweltschutzvolunteering weltweit: Sammle wertvolle Erfahrungen im aktiven Naturschutz! Mit unseren Projekten entdeckst Du fremde Länder abseits der ausgetretenen Touristenpfade.
  • Karmalaya - Indonesien, Indien, Nepal: Heart Work & Soul Travel ist unser Motto – sinnvoll arbeiten und nachhaltig reisen.

InfoboxInternationale Camps

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Um was geht's? Du engagierst dich gemeinsam mit einer international zusammengewürfelten Gruppe an einem sozialen, ökologischen bzw. kulturellen Projekt (z.B. Friedensarbeit, Renovierungsarbeiten, Kinder beaufsichtigen, Umweltschutz, ...)

Dauer: 2 Wochen bis 3 Monate (je nach gewähltem Projekt)

Anmeldung: laufend möglich

Was bringt's und was kostet's?

Du stellst deine Arbeitskraft freiwillig zur Verfügung - im Gegenzug dafür gibt's freie Verpflegung, eine einfache Unterkunft & Betreuung (Notfallnummer, Trainings, Mentoring, usw.) - und das unbezahlbare Gefühl, etwas Gutes getan zu haben. Nebenbei verbesserst du auch noch deine Fremdsprachenkenntnisse und übst dich im Umgang mit neuen Leuten und einer fremden Kultur.

Zahlen musst du allerdings noch eine Programmgebühr, die je nach Dauer und Anbieter variiert, im Normalfall aber auch für den kleinen Geldbeutel zu bewältigen ist. Dafür übernimmt der Anbieter die gesamte Organisation für dich.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

  • Eine spezielle Ausbildung brauchst du keine, allerdings solltest du Englisch verstehen, um dich mit den anderen verständigen zu können.
  • Bei vielen Sozialen Einsätzen muss man 18 Jahre alt sein, viele Internationale Camps sind ab 16 Jahren, in selteneren Fällen auch schon ab 14 Jahren möglich ("Teenager-Camps").

Eine Übersicht über die verschiedenen Projekte findest du wieder auf der tollen Website von Akzente Jugendinfo!

Hier findet Ihr weitere Artikel zum Thema:
Freiwilligenengagement
InfoboxBildungsline

Du willst noch mehr Infos?

Die Bildungsline gibt Antworten

Neue Bildungswege im Netzwerk Bildungsberatung

Kostenfreie Informationen & Beratung

erwachsenenbildung-salzburg.at
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Bildungsinfo aktuell

InfoboxWeiterbildungszeit und Weiterbildungsteilzeit

Inhalt anzeigen

Die Weiterbildungszeit löst mit 2026 die bisherige „Bildungskarenz“ ab.

Art der Förderung

Mit dem/r Arbeitgeber:in wird vereinbart, dass man für eine bestimmte Zeit für die berufliche Weiterbildung vom Dienst freigestellt wird. In dieser Zeit erhält man eine Leistung vom AMS.

Es gibt zwei Varianten:

  • Weiterbildungszeit: volle Freistellung
  • Weiterbildungsteilzeit: Die bisherige Arbeitszeit kann entweder um 25% oder um 50% reduziert werden.

Voraussetzungen

  • Anstellung seit mindestens einem Jahr beim Dienstgeber. Für Saisonbetriebe gelten Sonderregelungen.
  • Antragsteller:in unterliegt nicht mehr der Ausbildungspflicht
  • In den letzten 26 Wochen vor dem Beginn der Weiterbildungszeit wurde kein Kinderbetreuungsgeld oder Wochengeld bezogen
  • Schriftliche Vereinbarung mit dem Arbeitgeber
  • Wenn bereits ein Master oder Diplomstudium abgeschlossen wurde: mindestens 4 Jahre vollversicherungspflichtige Arbeit in Österreich
  • Der Antrag kann entweder persönlich in Ihrer AMS Geschäftsstelle oder über MeinAMS erfolgen.  

Dauer und Inhalt der Aus- oder Weiterbildungen

  • „arbeitsmarktrelevante“ Ausbildungen
  • Weiterbildungen müssen überbetrieblich verwertbar sein
  • Die Weiterbildungszeit kann höchstens 12 Monate innerhalb von 4 Jahren dauern.
  • Bei der Weiterbildungsteilzeit sind es maximal 24 Monate innerhalb von 4 Jahren.


Mindestumfang und Nachweis

  • Weiterbildungszeit: mindestens 2 Monate Ausbildung und mindestens 20 Wochenstunden/ ECTS.
  • Bei Kinderbetreuungspflichten: 16 Wochenstunden/ECTS
  • Weiterbildungsteilzeit: die Ausbildung muss mindestens 4 Monate dauern, mit mindestens 10 Wochenstunden/ECTS
  • Bei Kinderbetreuungspflichten: 8 Wochenstunden/ECTS

Art- und Ausmaß der Förderung

  • Das Weiterbildungsgeld ist eine Leistung vom AMS (Arbeitsmarktservice).
  • Die Höhe der Beihilfe richtet sich nach einem einkommensabhängigen Stufenmodell und beträgt mindestens EUR 41,49 pro Tag (Wert 2026).
  • Bei einem Einkommen über einer bestimmten Grenze muss der Dienstgeber 15% der Weiterbildungsbeihilfe bezahlen.
  • Individuelle Beratung direkt beim AMS wird empfohlen und ist bei niedrigen Einkommen (bitte jeweils aktuelle Höhe erfragen) bei den AMS BIZ (BerufsInfoZentren) verpflichtend. 
  • Für die Weiterbildungsteilzeitbeihilfe ist keine verpflichtende Bildungsberatung erforderlich.

Zuverdienst

Der Zuverdienst zu AMS-Leistungen ist generell nur mehr in Ausnahmefällen möglich. Information dazu gibt es unter: https://www.ams.at/arbeitsuchende/arbeitslos-was-tun/arbeitslos-geringfuegig-beschaeftigt#salzburg.

Nutzt man das Fördermodell der Weiterbildungszeit, ist also in der Regel neben dem Weiterbildungsgeld vom AMS kein Zuverdienst möglich. Bei der Weiterbildungsteilzeit erhält man den Teil des Einkommens für die Wochenstunden, die man weiterhin beim/ bei der Arbeitgeber:in arbeitet und Weiterbildungsgeld vom AMS.

Zustimmung des Arbeitgebers

Die Zustimmung des Arbeitgebers muss schriftlich vereinbart werden, danach kann man den Antrag beim AMS stellen.

Wichtig:

  • Beratung verpflichtend bei niedrigen Einkommen
  • Die Weiterbildung muss nachgewiesen werden (Leistungsnachweis, Teilnahme-Bestätigung).

verfasst im Jänner 2026 von BiBer Bildungsberatung und aktualisiert im Juni 2026